müde jetzt, werde ich aber wohl doch noch die eben aufgezeichnete bella-block-folge ansehen. wo gibt es das schon jemals im deutschen fernsehen? hannelore hoger, rudolf kowalski, marek harloff und suzanne von borsody in einem einzigen film. die anderen darsteller, die ich allesamt nicht kenne, sind mit sicherheit kein bißchen schlechter. auf dialoge und inszenierung ist auch immer verlaß, keine frage. (und das beim zdf.) bleibt also nur noch auf die story zu hoffen.
Monat: Februar 2005
wip – achtzehnte zwischenbilanz
obwohl heute damit kaum noch zu rechnen war, bin ich doch noch ein wenig weitergekommen. drei satte seiten, die ich morgen allerhöchstens noch einmal kurz überfliegen muß. mehr aber wohl kaum. dann kommt der rest der szene, das sollte zu schaffen sein. wieviel seiten dann anschließend noch übrigbleiben, verrate ich heute besser nicht mehr. wer weiß, wie die welt mir morgen gewogen sein wird?
seit fast zehn stunden hocke ich hier auf einem alten holzstuhl, immer an derselben der stelle. außer schreiben habe ich wenig getan. tee aufbrühen, schokolade essen, nudeln kochen. ab und zu aufs klo, mehr nicht. dabei hatte ich mir gestern noch vorgenommen, nicht soviel am stück zu arbeiten. ich wollte gezielt pausen machen, um nicht solange auf der stelle zu hocken. da erstarrt schließlich nicht nur der körper, der nacken versteift sich und einzelne gliedmaßen schlafen ein. der rechte kleine finger zum beispiel ist schon lange mausgeschädigt dauerunterkühlt. nein, auch die arbeitsfähigkeit setzt sich fest, gräbt sich ein, mitunter. und das ist nicht sehr hilfreich. predige ich das nicht immer meinen schülern, daß sie, um gedanken in bewegung zu bringen, ruhig auch mal sich selbst in bewegung setzen sollten. ein ganz alter trick. funktioniert garantiert. die formulierung, die gerade eben noch verloren geglaubt war, kann ganz plötzlich wieder auftauchen, wie aus dem nichts. dafür reicht es mitunter, vom stuhl aufzustehen. ehrlich.
soviel zum thema gute schreibtips. ich sollte halt nur auch mal selbst dran denken.
wip – vertieft
stundenlang im text und (fast) nichts bewegt sich. zumindest bin ich über die gestern schon erwähnten zwei seiten bislang nicht hinausgekommen. andererseits sollte schon auch festgehalten sein, daß es mittlerweile fünf seiten sind. ganz tatenlos war ich also nicht.
wichtiges hat sich wie von selbst eingeschoben, eingeschrieben. inzwischen bin ich wesentlich näher dran, an elsa zum beispiel, die sich deutlich weiter konturiert. eine ganze seite hat sie mir eben abgerungen, ganz nebenbei. was soll ich da machen? das ist richtig so, das ist gut. bestens sogar. man soll sich nie gegen seine eigenen figuren stellen, immerhin kennen die sich mit sich aus. besser als ich, vermutlich. man muß ihnen vertrauen, das läßt sich nicht umgehen. auch wenn ich das – um der lieben zeit willen – sicherlich immer wieder gerne tun wollen würde. etwas in mir versucht, sich zu drücken. so ist das eben, seit jeher. ich bin vorzugsweise eiliger, als es das material zuläßt. das macht unkonzentriert, fahrig und ängstlich sogar. und das zieht dann alles natürlich noch mehr in die länge. andererseits ist die immer wiederkehrende unsicherheit aber auch verständlich, denn schließlich bringt das, was derzeit inhaltlich geschieht, absolut alles in bewegung. da kann man nicht ruhig bleiben, da rasseln sprache und klang mit konstruktion aneinander. mit auswahl und gestaltung. alles auf einmal. ein nervengewitter.
dabei wird nur die anstehende szene wichtiger und gewichtiger. weil es einfach so sein muß. es ist ja nicht so, als hätte ich das nicht vorher schon sagen können. (hatte ich doch sogar, oder? – ein paar batzen warten da noch. auch jetzt noch.) damit steht und fällt sicher nicht der komplette text, zum glück, aber auch in einzelheiten liegt schließlich bedeutung. gerade da.
doch auch das ist gut. alles ist gut. es macht arbeit und fordert eine ziemliche konzentration. gepaart mit offenheit natürlich, entspannung, mit kreativem fluß.
vertieft also, aber (noch) nicht abgesoffen.
weiter gehts!
wip – wieder dabei
tief eingestiegen und dementsprechend kaum vorangekommen. von sechs aktuell zu überarbeitenden seiten sind gerade einmal ca. zwei geschafft. aber so ist das eben, ich hatte es mir ja ohnehin schon selbst prophezeit. und das ist schließlich keine unwichtige szene, diese sechs seiten, es hilft also nichts. und möglicherweise sieht morgen schon alles wieder ganz anders aus.
andererseits wachsen in solchen momenten dann auch gleich wieder zweifel an dem, was ich in den letzten tagen quasi aus dem ärmel geschüttelt habe. an der leichtigkeit der letzten zehn bis zwanzig seiten. habe ich da vielleicht einfach nur nicht genug aufgepaßt? war ich unkonzentriert? eilig? wollte ich einfach durch? und fertig werden?
keine ahnung, ich werde wohl nachsehen müssen. blättern im elektronischen datenwust. und es bleibt eine tatsache, unumstößlich, daß ich der eigenen arbeit offensichtlich immer zutiefst mißtrauisch gegenüberstehe.
wer selbiges für dieses (http://mirjana.twoday.net/stories/470890/) hält, das würde mich mal interessieren. das hab ich schon so oft gelesen – und auch gehört – das ist inzwischen recht langweilig.
job-center-chaos
sehr sehr müde heute. das mag am wetter liegen, am plötzlich wieder fehlenden licht. oder aber an meinem unweigerlich anstehenden besuch arbeitsamt, das nun job-center heißt. seit tagen bereits fürchtete ich, dabei wiederum auf dieses hier zu stoßen. dem war zum glück nicht so, obwohl ich an der tür der dame vorbei mußte. ich wüßte jetzt ihren namen, wenn ich ihn mir denn gemerkt hätte. überhaupt war es im grunde ein pc-termin, bei dem meine einbestellung lediglich getilt wurde. click – und weg. darüber hinaus erfuhr ich, daß man mich vorzugsweise besser gleich gar nicht mehr sehen möchte. keine dreimonatstermine mehr, wie bislang offensichtlich üblich. tja, über vierzig, ich bin wohl bereits ausgemustert, ein überflüssiger faktor im allgemeinen andrang. andererseits erklärt mir der nette herr aus essen – ja, tatsächlich, er pendelt seit hartz iv zwischen essen und neukölln, von wegen personalmangel – daß alles noch vollkommen durcheinander, meine akten sowieso nicht vor ort und er mir demzufolge auch nicht sagen könne, wann denn eine zahlungsanweisung zur abwechslung vielleicht einmal korrekt ausgeführt werden könnte.
lassen wir das, von dort erwarte ich ohnehin nix. nur der tag heute war kaputt, weil ich kaputt war. aber bald, morgen vielleicht oder übermorgen, ist frühling, und dann ist sowieso alles anders.
wip – aber ja
dochdoch, es geht immer weiter und weiter. ich hab nur gerade keine lust, großartig darüber zu berichten. ist doch sicherlich auch reichlich langweilig, auf die dauer.
daher nur kurz: immer noch erscheint die zweite hälfte wesentlich geordneter, als die erste. zwar kommen da noch ein paar brocken, und auch heute habe ich eine wichtige szene bislang nicht zufriedenstellend hingekriegt. aber morgen ist ja auch noch ein tag, das wird schon. diesbezüglich zumindest, habe ich keine sorge.
musik? na gut…
… frau modeste, obwohl es gar nicht stimmt, daß ich nie über musik schreibe.
1. Wieviel gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?
derzeit etwas über 4,5. der rechner ist alt, die festplatte auch, ich muß immer wieder radikal ausmisten.
2. Die letzte CD, die du gekauft hast…
ghost dog, the way of the samurai, soundtrack, aber das sagte ich ja bereits. ;-)
3. Welches Liedl hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?
gar kein liedl, der fernseher lief.
4. Fünf Lieder, die dir viel bedeuten oder die du oft hörst.
ach lieder, das ändert sich doch ständig, stündlich sozusagen, da gibt es doch kein ende. und überhaupt – konserven… das ist doch alles pfusch, second hand, mehr nicht. ich erzähle lieber von fünf liveerlebnissen.
4.1. oh! that chello – thomas beckmann spielt charles chaplin – ca. 1989/die börse wtal
eigentlich mein erstes konzert ever, zumindest das erste ansatzweise klassische. ich schätze, daß ich etwa 24 gewesen sein muß. ich hatte keine ahnung, im familiären haushalt gab es seinerzeit ganze drei klassische platten. die kleine nachtmusik, die moldau und rigoletto. der rest war operette und schlager. (was ich heute gehässigerweise – immer noch – als grundsätzlich naheliegend möchte.)
zum ersten mal erkenne ich die qualität von performance. und zwar im gesicht von beckmann. wenn er spricht und erklärt, und das tut er viel an diesem abend, dann sieht er aus wie zwölf. er grinst und feixt, die ganze zeit.
zwei sekunden später, wenn er spielt, ist er ein anderer mensch. und instrumente atmen, als würden sie singen. auch das lerne ich an diesem abend.
4.2. sainkho namtchylak u. a. – im rahmen von unter wasser fliegen – 1993/die börse wtal
mein vater stirbt. nicht am tag des konzertes, tatsächlich erst ca. vier monate später. aber es ist der tag, an dem es klar ist. obwohl es auch vorher schon klar war, trotzdem macht das einen unterschied. vor oder nach der operation, vor oder nach der endgültigen ärztlichen diagnose. den ganzen tag telefoniere ich mit irgendwelchen verwandtschaften, fünf stunden, ohne unterbrechung. mitunter habe ich meine mutter und meines vaters freundin im direkten wechsel am höhrer. beide lüge ich an. die freundin weiß von meiner mutter, meine mutter weiß von nichts. sie lebt aber auch nicht mit meinem vater, also was solls. vielleicht wird das ja wieder, sagt sie. ich weiß nicht warum sie das sagt. die sorge um meinen vater kann es nicht sein. den würde sie am liebsten eigenhändig, immer schon. oder auch nicht, was weiß denn ich, in diesem moment. vermutlich ist es die plötzliche präsents von sterblichkeit. ich könnte meiner mutter die wahrheit sagen, die hoffnung nehmen, oder was auch immer. ich tue es nicht, und das wird sich in den nächsten monaten als eine grundlegende fehlentscheidung herausstellen. aber mein onkel hat mich darum gebeten, und ich muß mich entscheiden, wie immer, zwischen der einen und der anderen seite. vermutlich will mein onkel sich so lediglich meine mutter vom leib halten. und er nutzt mich als werkzeug, heute weiß ich das. damals war ich jung.
als ich in die börse komme, bin ich leer wie selten zuvor. ich bin spät, einiges ist schon gelaufen. es ist brechend voll, und ich winke bekannten gesichtern nur von weitem. ich bin zu müde für jedes weitere wort. und das ist erst der anfang, das weiß ich. i was born near a river, that does not exist any more, sagt sainkho als sie die bühne betritt, kurz vor ihrem auftritt.
frage mich jetzt bitte niemand, wie es war. ich weiß es nicht, es geht durch mich hindurch. aber es ist gut, auch so.
später habe ich die cs lost rivers gekauft, aber da ist nichts von diesem abend drauf. logisch.
4.3. mari boine – 1996/die börse wtal
2 ½ stunden dynamik pur, ohne den geringsten spannungsverlust. und das meine ich so! mari kommt auf die bühne, beginnt mit einem der schwersten gesangspassagen, die, wie schon auf der cd deutlich ist, fast jenseits ihres kapazität liegt. aber eben nur fast. nachdem in den höhen zunächst nur luft kommt, hat sie sich schnell freigesungen. was für ein ansatz, so zu beginnen.
wie gesagt, 2 ½ stunden wird durchgearbeitet, ohne jeglichen verlust. präzise percussion, von einem jungen trommler, dessen grandioser spaß an der sache bis in die letzte reihe blüht. bis ins letzte ausgespielte soli, freudig und leicht begleitet. überhaupt, eine bühnenkommunikation, der man euphoriert zusieht. dazu eine fantastische technik, ein derart transparenter sound, daß man hineingreifen könnte. mitten ins geschehen, in den klang. lediglich die geige geht hier und da unter. drei zugaben, nach satten zwei stunden. und dann, als sogar ich schon gehen will. da kommt mari noch einmal, allein, für eine letztes akapellastück.
leider ist die combo von damals weitgehend nicht mehr zusammen. heutige konzerte klingen anders. auch nicht schlecht, aber anders. wer hören will, versuche es mit den ersten drei cds (Gula Gula, Goaskinvella, Leahkastin). die klingen, muß ich entgegen meiner konserventhese leider sagen, absolut so, wie dieses konzert. (nur daß man beim dritten mal hören eben sämtliche feinheiten auswendig kennt, die live dann doch immer wieder anders sind.)
4.4. mi querida – sephardische lieder – ca. 1999/bücherladen wtal
(linkhinweis: 4. punkt von oben, eine eigene seite gibt es offensichtlich nicht)
das sollte man nicht machen, den verkaufsraum des bücherladens als konzertraum umzufunktionieren. es ist ein riesiges geräume, nach feierabend, und außerdem, wenn eine percussionistin ihr equipment ausbreitet, dann braucht das – eigentlich – viel platz. aber was soll der geiz, das publikum steigt freudig über tische und stühle, vorbei an den ausgebreiteten glocken, rasseln und waterdrums.
auch die drei musikerinnen haben es infolge der enge nicht leicht, zwischen den stücken sortieren sie sich nur umständlich an die richtige stelle. (percussionisten, you know! immerzu muß alles komplett umgebaut werden.) es ist ein ziemliches gelächter, immer wieder. ich denke an die schönen anekdoten von hinterrücks abstürzenden schlagzeugern. (nicht sehr lustig, ich weiß.) zum glück ist das in diesem fall nicht möglich, weil hinten die fest installierten bücherregale stehen.
schluß mit internen den boshaftigkeiten. eine sängerin mit klasse, dazu die ungekrönte königin der smallpercussion und dann noch die harfe. das hab ich vorher auch noch nicht gewußt, wieviel raum eine harfe füllt. sie ist es, die alles klanglich zusammenhält. mal abgesehen vom phantastischen chorgesang und einem exzellenten programm.
ich weiß nicht, ob es aufgrund der enge des raumes ist oder warum. die musik ist überall, vorne und hinten. und innen irgendwann.
4.5. DASKwartett (speakers on! und klick!) in ‚die hamlettmaschine’ – 2003 in einem theater in köln, obwohl eine produktion des bochumer prinzregenttheater/ musik:eckard koltermann.
eigentlich eine theateraufführung, was soll das also hier? auch bin ich nicht gerade ein leidenschaftlicher fan von heiner müller. (bitte keine diskussion!) zu allem überfluß verläßt eine befreundete kölnerin, mit der ich die vorstellung besuche, nach ca. 10 minuten angewidert das geschehen. wie gesagt, heiner müller… (nein, keine diskussion! ;-) es ist ein abend, an dem ich theater an sich studiere. sprechtechnik hier, bühnenbild da, inszenierungseinfälle. ist es zuviel, neben text und musik, auch noch videosequenzen einzuspielen? usw.
ansonsten höre ich musik und ich sehe auch musik, denn die vier sind sozusagen lebender bestandteil des bühnenbilds, darüber hinaus auch in die inszenierung integriert. die videosequenzen der spielerinnen sind die einzig lohnenden, soweit ich mich erinnere. die musik ohnehin. auch alles andere, was ich von ihnen aus anderen zusammenhängen kenne.
anschließend erzählt mir die erste geige ihre wahrnehmung des stückes. es ist immer wieder ein genuß, herauszukriegen, wie verschieden die bühnenperspektive ist. das stück hat sie erst vor kurzem überhaupt zu lesen gekriegt, sagt S. nur auf nachfrage. gut, die musikerinnen hatten natürlich auch und vor allem separat geprobt. aber ganz ohne textzusammenhang? (na ja, heiner müller…) die videoprojektionen kennt S überhaupt nicht, sie guckt ja ständig nur in die noten. überhaupt hat sie nicht den geringsten gesamteindruck. ganz am schluß steht sie für bestimmt zehn minuten im hintergrund auf einem podest, während vorne monologisiert wird. (verzeihung!) da hat mein knie so geknackt, sagt sie. konnte man das hören?
im übrigen ist DASKwartett mein derzeitiges lieblingsensemble, das ich, leiderleider weit weg im westen, nur wehmütig zurückgelassen habe. (die erste geige kommt mich im übrigen bald besuchen. wer hinweise für auftrittsmöglichkeiten, festivals, jazzorte o.ä. hat… dann kommen sie vielleicht alle!)
5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?
eigentlich mag ich so was ja nicht. aber als angebot vielleicht: elsa laska und daily mo, und dann noch mamassiv, weil ich schon auch irgendwie neugierig bin.
(nachtrag: die börse wtal googeln gilt nicht, es ist längst nicht mehr derselbe ort.)