fieser tag heute. seit stunden suche ich nach einem bestimmten gegenstand, den ich selten, eigentlich nie brauche, der auch für nichts gut ist, also mehr oder weniger dekoration. trotzdem ist er wichtig, im grunde mit das wertvollste, das ich überhaupt besitze. aber er ist und bleibt verschwunden, und mir zerbröselt nach und nach das hirn.
hab ich ihn überhaupt jemals in dieser wohnung in der hand gehabt? hab ich ihn aus einer der vielen kisten geholt, aus dem papier gewickelt und gleich darauf unauffindbar versteckt? oder ist er vielleicht sonst irgendwie beim umzug verloren gegangen, rettungslos in einem der vielen müllsäcke verschwunden? eventuell doch schon vorher, in wtal noch? habe ich ihn überhaupt eingepackt? stand er noch an seinem platz, drüben, in der alten wohnung? seit fast genau einem jahr bin ich jetzt hier, sollte ich ihn tatsächlich so lange nicht vermißt haben?
wie ich es auch drehe und wende, es bleibt ein rätsel. ich kann mir nicht vorstellen, daß ich derart achtlos war. vom gewicht her ist es unwahrscheinlich, daß ich das ding aus versehen weggeworfen haben könnte. wieviel chaos hier auch immer geherrscht haben mag im letzten jahr. ich kann mir auch kaum vorstellen, daß einer meiner wenigen gäste es möglicherweise eingesteckt haben könnte. warum auch? das ding besitzt objektiv betrachtet nicht den geringsten wert. außer als häßliche buchstütze vielleicht, obwohl es dazu wiederum eigentlich zu klein ist.
andererseits fällt mir einfach nicht ein, wo sich mein erklärtermaßen liebstes derzeit gerade aufhalten könnte. nicht im geringsten. an einem sicheren platz? so sicher, daß sogar ich selbst nicht mehr darauf komme?
Monat: August 2005
dekorativ?
zu mir oder zu dir? so lautet der titel eines lesenswerten essays über zeitgemäße paarbildungen im heutigen tagesspiegel. (und nicht etwa ‚zu mir zu dir? oder‘ wie es im onlinearchiv eigenartigerweise heißt. der text scheint von solcherlei spinnereien aber unberührt.)
wip – zäh
unangenehm zähes arbeiten heute, obwohl die anstehende szene zunächst so leicht und klar daherkam. und dann war es doch wesentlich schwerer als angenommen.
zudem stecke ich jetzt so tief drin, daß mir kleinigkeiten auf- und einfallen, immer wieder, die schnell geändert oder ergänzt werden wollen. manchmal nur ein winziger gedanke, ein halbsatz vielleicht, der aber dennoch wichtig ist. so ist das eben, beim schreiben.
(außerdem ist mir kalt, aber das nur am rande.)
wip – peinlich
das war nicht nett. heute eine szene durchgesehen, von der ich glaubte, daß sie im grunde auf recht soliden füßen stehen sollte, da ich sie als eigenständiges element schon zu einer ausschreibung eingereicht hatte. was ich feststellen mußte ist, daß es nur so wimmelte von verdrehten oder fehlenden wörtern, sinnenstellenden tippfehlern und anderen häßlichen sachen. übel, die vorstellung, daß ich so etwas aus der hand gegeben habe. kein wunder, daß es keine weitere beachtung gefunden hat.
aber nun steht es, und so schwer war es nicht. außerdem drei weitere szenen. es geht gut voran. besser, als ich gehofft hatte. aber ich will nichts beschwören.
home zone
ein riesenvorteil an neukölln ist natürlich das nichtvorhandensein von touristenmassen, wie sie offensichtlich derzeit in der ganzen stadt verteilt sind. nur hier so gut wie gar nicht. keine kameras, die klicken, keine flatternden stadtpläne mit ratlosen, erschöpften gesichtern dahinter, keine vorsorglich vorne getragenen rucksäcke. hier ist alles ruhig.
nur das gerüst, das seit tagen schon ans haus gebastelt wird, geht mir auf die nerven. das permanente quietschen des aufzugs und die lauten kommandos der bauarbeiter. das müßte nicht ausgerechnet an meinem haus stattfinden. zum glück ist meine wohnung bislang nicht direkt betroffen.
und ein fast nackter mann ist dieser tage über die straße gerannt. er trug eine rosa unterhose, immerhin, und verschwand dann in einem hauseingang, wo sich, meines wissens, ein arzt befindet.
deutsche? bank?
da kriege ich doch lieber variable hinweise auf ‚MER1DllA, /ALUUM, /llGRA, L0RAAZEPAM, AMBllEN, ALPRAZZ0LAM, CAALlS, LEVlTRRA, XANA, TRAMAD0OL‘, was immer das alles sein mag, gespamt, als solch ein sperriges deutsch:
Sehr geehrter Kunde,
Die Deutsche Bank sorgt immer für die Sicherheit von unseren Kunden, deswegen werden von uns immer wieder neue Methoden zur Sicherung der Interessen von unseren Klienten entwickelt.
In der letzten Zeit wurden die Betrügereiversuche, die Geldmittel von den Bankkonten zu stehlen, häufiger geworden. Das Anwendungssystem der TAN – Aufstellung hat sich nicht ganz bewährt. Die Schwindler haben verstanden, wie sie diese Schutzart umgehen können.
Wir haben sehr sorgfältig jeden Diebstahl von den Konten behandelt und haben somit eine Liste von den Merkmalen der verdächtigen Operation gemacht.
Gegenwärtig haben wir ein neues elektronisches Sicherheitssystem aufgebaut, das den Zugang zu den Bankkonten verhindert, das ist praktisch einsatzbereit. Scheint die Transaktion unsauber, so wird von dem System eine Geheimfrage gestellt. Bekommt das System keine Antwort, so werden das Konto und die laufende Transaktion bis zur Klärung der Umstände blockiert.
Wir bitten Sie, um das System richtig laufen zu lassen, die Form der zusätzlichen Autorisation auszufüllen.
Wir hoffen, dass Sie unser neues Sicherheitssystem richtig einschatzen.
Danke für die Zusammenarbeit,
Deutsche Bank
nachtrag: nein, ich krieg nicht wirklich gerne was gespamt, nicht im geringsten. überhaupt nichts. das nehm ich also zurück.