am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

summer in the city

seit sonntag ist es heiß, zu heiß. es ist sommer. tagsüber kocht mein hirn, das hilft nicht gerade bei der arbeit. welche auch immer. nachts schwitze ich in der schwüle, egal wie ich mich kleide, lagere oder wie weit ich alle fenster öffne.

eigentlich mag ich ja den sommer, aber doch nicht immer gleich so. heiß! die hände sind geschwollen, der blutdruck im keller, für meine verhältnisse. also ausnahmweise mal im unteren optimalen bereich. spät am nachmittag meist haut es mich hin, und ich schlafe wie ein stein. nackt und unansehnlich, wie es eben ist mit bald sechzig, alt und krank. danach bin ich dementsprechend verwirrt. ist es jetzt schon morgen? oder abend? und wer bin ich eigentlich?

jetzt geht gerade ein wetter draußen. der regen kühlt alles runter, wie es sich gehört.

so ist gut.

schreibzeit (24)

schreibzeit ist nicht nur anderswo, schreibzeit ist immer auch hier. schreibzeit ist ganz besonders auch hier.

heute war schreibaustauschvormittag, die so wichtige 14-tägige deadline. mein derzeitiges schreibtempo ist allein dieser, von außen vorgegebenen taktung geschuldet. dabei bin ich so tief drin, so fest verankert im text, dass mir kaum noch etwas danebengeht. auch das trägt natürlich zum zügigen vorankommen bei.

wobei zügig oder gar schnell? zirka zwanzig seiten in vier wochen scheint auf anhieb nicht so viel zu sein. wenn ich aber den gehalt des aktuellen kapitels gewichte, aus dem durchaus ein eigenes buch hätte werden könnte. dann bin ich sogleich befriedet.

das ding wird gut. und immer besser.

nach dem schreibaustauch also gleich nach hause an den schreibtisch und die aktuellen zehn seiten bereinigt. zügig. jetzt geht es an den kapitelabschluss, auch das keine ungewichtige strecke.

gleich morgen vielleicht. oder spätestens sonntag, montag.

schreibzeit (23)

zurück in der großen stadt, schon lange. gegen elf losgefahren, und noch vor eins schon alles ausgepackt und wieder eingeräumt gehabt. berlin sitzt fest in mir.

danach listen gefunden und zeugs erledigt, tatsächlich auch zwei fenster geputzt. bitte nicht falsch verstehen, saubere, klare scheiben sind überaus erfreulich. ich werde fortfahren, diese herzustellen, bis der punkt auf der liste endgültig getilgt sein kann. außerdem updates gefahren, auf drei rechnern gleichzeitig, ein übersetztes datenblatt korrekturgelesen, formulare ausgefüllt und kopien gemacht.

mit schreiben war so nicht mehr viel zu reißen.

sollte ich also noch einmal derart hadern mit einer deplazierten, viel zu kurzen, aushäusigen schreibzeit. sollte ich erneut der meinung sein, dass ich genausogut hätte zu hause bleiben können, auch weil das zum beispiel billiger ist. dann sei das hiermit wiederlegt und zu den akten gepackt.

zwar neige ich dazu, deutlich mehr zu fressen, wenn ich da so depreviert in der fremde hocke. schokolade, gummibärchen, sogar kekse und kräcker.

aber dafür schreibe ich dann auch, konsequent und ohne frage. ich überlege also, mir alsbald weitere schreibzeiten zu gönnen. (allein, das ist tatsächlich ein wenig teuer.)

verlass

wenn ich das schreiben verlasse, trete ich ins leere. als gäbe es keinen boden mehr, keine verlässlichkeit. da ist nur noch nichts, das mich dennoch trägt.

eine seltsame erfahrung, diese verlassenheit. ich weiß nicht, ob ich das nicht für immer so will.

bonding (60)


heute ist früh schluss mit schreiben, ich will noch ein wenig zusammenpacken. morgen geht es zurück nach berlin, möglichst früh, wie ich hoffe. es wird heiß, meine tomaten brauchen mich.

der text ist gut gewachsen, hoffentlich auch gut geworden. so recht weiß ich nicht, es ist dann doch ziemlich viel geworden. das kapitel ist dennoch noch längst nicht fertig. es war fett konzipiert, wird aber wohl noch fetter.

wenn ich zu hause bin, schaue ich mal rein. vielleicht erkenne ich dann ein kleines bisschen mehr. ob ich noch weiter daran arbeite, weiß ich aber nicht. kommt drauf an.

weiter die fenster zu putzen, wäre schließlich auch eine lohnende option.

schreibzeit (22)

draußen hat unverkennbar der sommer begonnen. seit zirka zehn uhr sitze ich am und im text und schaue ab und zu aus den drei fenstern vor mir.

der himmel ist hell mit ein paar gefetzten wolken, durchsichtig fast. die luft ist klar, manchmal geht ein wind und spielt mit den bäumen.

es ist der letzte tag, morgen muss ich früh zurück. ich sollte raus in den park, in dem ich diesmal noch überhaupt gar nicht war. ans wasser auch.

aber ich bin noch nicht fertig.

bonding (59)


es ist ein probem bei der art, wie ich schreibe, dass ich dazu weit offen sein muss. in letzter instanz schöpfe ich immer aus dem eigenen, auch aus dem moment. das ist ein wagnis. denn ich bin, was ich bin und immer anders. ich bin das material.

das heißt, eigentlich ist das natürlich kein problem, denn ich schreibe ja nicht über mich. die geschichte ist eine andere, eine mir sehr fremde. in den meisten fällen zumindest.

schwierig wird es, wenn mein aktueller zustand wenig erfreulich, mir selbst im grunde unerträglich ist. und auch nachhaltig bleibt. wenn ich vor mir selbst weglaufen, mich verkriechen, verstecken und völlig vergessen möchte. um mich bestenfalls niemals wiedersehen zu müssen, in diesem leben, dieser welt.

dann ist das schreiben ein desaster, denn es funktioniert nicht. nicht für mich.

die lösung ist einfach, sie heißt: offen bleiben!

nicht verkriechen, nicht flüchten. ins feuer gehen und brennen. den schmerz in den text tragen. keine angst, es passt immer. und der text wird es danken.

es geht um familien. heute das geflecht um das kind geknüpft, sprachlich versteht sich. morgen geht es an die beziehung der erwachsenen. es ist schwierig, das steht jetzt schon fest. aber es wird eine liebeserklärung geben. scheiß drauf!

so allein ist es richtig.

schwere geburt

ich mag nicht geburtstag haben, ich kann diesen eigenartigen anlass einfach nicht bewältigen. seit jeher ist das so.

aber dieser geburtstag gestern war wohl der schrecklichste überhaupt, getoppt womöglich nur durch den eigentlichen, wirklichen tag meiner geburt. diesen vorgang mag ich mir allerdings nicht einmal klammheimlich ausmalen. als könnte ich dem geschehen durch einen solchen verzicht irgendwie nachträglich entkommen. keine chance, vermutlich.

aber ich hab überlebt, irgendwie. damals wie heute.

PS herzlichen dank für alle guten grüße und gnädigen wünsche, die mich gestern trotz allem vielfältig erreicht haben. ich weiß das zu schätzen. es gefällt mir und überrascht mich, immer wieder. auch wenn ich das mit meiner geburt gern ein- für allemal vergessen würde.

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