am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

verlass

wenn ich das schreiben verlasse, trete ich ins leere. als gäbe es keinen boden mehr, keine verlässlichkeit. da ist nur noch nichts, das mich dennoch trägt.

eine seltsame erfahrung, diese verlassenheit. ich weiß nicht, ob ich das nicht für immer so will.

bonding (60)


heute ist früh schluss mit schreiben, ich will noch ein wenig zusammenpacken. morgen geht es zurück nach berlin, möglichst früh, wie ich hoffe. es wird heiß, meine tomaten brauchen mich.

der text ist gut gewachsen, hoffentlich auch gut geworden. so recht weiß ich nicht, es ist dann doch ziemlich viel geworden. das kapitel ist dennoch noch längst nicht fertig. es war fett konzipiert, wird aber wohl noch fetter.

wenn ich zu hause bin, schaue ich mal rein. vielleicht erkenne ich dann ein kleines bisschen mehr. ob ich noch weiter daran arbeite, weiß ich aber nicht. kommt drauf an.

weiter die fenster zu putzen, wäre schließlich auch eine lohnende option.

schreibzeit (22)

draußen hat unverkennbar der sommer begonnen. seit zirka zehn uhr sitze ich am und im text und schaue ab und zu aus den drei fenstern vor mir.

der himmel ist hell mit ein paar gefetzten wolken, durchsichtig fast. die luft ist klar, manchmal geht ein wind und spielt mit den bäumen.

es ist der letzte tag, morgen muss ich früh zurück. ich sollte raus in den park, in dem ich diesmal noch überhaupt gar nicht war. ans wasser auch.

aber ich bin noch nicht fertig.

bonding (59)


es ist ein probem bei der art, wie ich schreibe, dass ich dazu weit offen sein muss. in letzter instanz schöpfe ich immer aus dem eigenen, auch aus dem moment. das ist ein wagnis. denn ich bin, was ich bin und immer anders. ich bin das material.

das heißt, eigentlich ist das natürlich kein problem, denn ich schreibe ja nicht über mich. die geschichte ist eine andere, eine mir sehr fremde. in den meisten fällen zumindest.

schwierig wird es, wenn mein aktueller zustand wenig erfreulich, mir selbst im grunde unerträglich ist. und auch nachhaltig bleibt. wenn ich vor mir selbst weglaufen, mich verkriechen, verstecken und völlig vergessen möchte. um mich bestenfalls niemals wiedersehen zu müssen, in diesem leben, dieser welt.

dann ist das schreiben ein desaster, denn es funktioniert nicht. nicht für mich.

die lösung ist einfach, sie heißt: offen bleiben!

nicht verkriechen, nicht flüchten. ins feuer gehen und brennen. den schmerz in den text tragen. keine angst, es passt immer. und der text wird es danken.

es geht um familien. heute das geflecht um das kind geknüpft, sprachlich versteht sich. morgen geht es an die beziehung der erwachsenen. es ist schwierig, das steht jetzt schon fest. aber es wird eine liebeserklärung geben. scheiß drauf!

so allein ist es richtig.

schwere geburt

ich mag nicht geburtstag haben, ich kann diesen eigenartigen anlass einfach nicht bewältigen. seit jeher ist das so.

aber dieser geburtstag gestern war wohl der schrecklichste überhaupt, getoppt womöglich nur durch den eigentlichen, wirklichen tag meiner geburt. diesen vorgang mag ich mir allerdings nicht einmal klammheimlich ausmalen. als könnte ich dem geschehen durch einen solchen verzicht irgendwie nachträglich entkommen. keine chance, vermutlich.

aber ich hab überlebt, irgendwie. damals wie heute.

PS herzlichen dank für alle guten grüße und gnädigen wünsche, die mich gestern trotz allem vielfältig erreicht haben. ich weiß das zu schätzen. es gefällt mir und überrascht mich, immer wieder. auch wenn ich das mit meiner geburt gern ein- für allemal vergessen würde.

omen

es ist schön draußen, ein wenig wolkig, ein wenig windig. es riecht nach feuer und holz. irgendwo da hinten sind der park und das wasser. nicht weit, nur ein paar straßen.

der kern der kleinen stadt ist noch näher, gleich die nächste querstraße. und mein lieblingsplatz, wo auch markt ist manchmal. vom fenster aus kann ich die kirchturmspitze sehen.

ich möchte ein eis essen oder einen kaffee trinken. oder beides. doch ich mag nicht unter menschen, weniger denn je. da fällt das wohl aus, einstweilen.

ich hab ja die wanne, das ist gut. eine gußeiserne, so wie in wuppertal damals. nur noch größer, darin kann ich komplett verschwinden. kein problem.

das ist ein schönes omen zum geburtstag, wie ich finde.

bonding (58)


der kopf ist leer und will nicht. nicht schreiben, nicht denken, das hat doch alles keinen sinn. so bin ich aufgewacht in der kleinen stadt, die mir einfach nur gleichgültig ist, diesmal. ich will nicht hiersein, wozu?

irgendwann dann einfach angefangen. das ist der vorteil an meiner dämlichen arbeitsweise, bei der ein kapitel nach dem anderen abgearbeitet wird. also immer weiter, ohne große experimente. irgendwann sind so sieben seiten durchgegackert und zusätzlich eine seite frisch geschrieben. nach stunden, die mir keine große freude bereitet haben.

alles das ohne große innere beteiligung, auch die ist mir egal. heute zumindest. was morgen ansteht – oder später am tag, heute noch – wird auf die art nicht funktionieren.

ich möchte aufgeben, da ist kein leben mehr.

aber abwarten.

about to begin

das ist  ein bild von ostern. es schlummerte hier so als entwurf rum, ich hab es wohl in dem unmittelbar folgenden desaster einfach vergessen. bis gerade eben, da habe ich es entdeckt.

jetzt ist es ein wenig überholt. da dachte ich offensichtlich noch, dass irgendetwas beginnen würde. naja, wie man’s nimmt.

aber bei mir jedenfalls nicht.

schreibzeit (21)

früh wach geworden, sehr früh. aber geschlafen. und der schlaf fühlte sich an, wie ein ganz normaler schlaf, durchschlaf beinah.

dann dinge erledigt, sogar endlich die geteilte alte, schwarze glasplatte abgeholt, aus der ich einen kleinen tisch bauen will. oder zwei, ich könnte ja jetzt auch zwei.

dann alles zusammengepackt, natürlich die kurze hose vergessen, losgefahren und angekommen. ist ja nicht so weit. diesmal die obere wohnung, sehr anders, aber auch super. der schreibtisch ist allerdings zu klein, aber es ist eigentlich auch gar kein schreibtisch. deshalb. nur ein bistrotisch, gußeisen mit marmorplatte. dafür widerum ist er gut.

einkaufen gewesen, die sonne scheint, alles ist gut. ein wenig kühl ist es noch, aber das soll sich bessern, jeden tag ein bisschen.

die kleine stadt gibt sich geschäftig, alle sind schnell noch einkaufen oder sitzen draußen, essen eis. aber still ist sie trotzdem, die kleine fremde stadt.

ich weiß nicht, was ich hier soll. oder will. aber egal, immerhin hat diese wohnung eine badewanne. eine dusche und eine wanne. irre.

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