am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen (32)

das für mich schwierigste in klagenfurt, das alleinsein mit mir. es finden, es achten, bis in den sekundenschlaf. diese notwendigkeit nicht als nötigung empfinden, dafür die achse finden, sie auch in bewegung nicht verlieren. nicht allzusehr.

sich bewegende statik ist dynamik, wie beim tango. da kann ich es auch eher nicht. derzeit.

keine klagen (31)

tagsüber im liegestuhl am lendhafen, abends auf dem bett beim fußball. ein ganz und gar nichtssagendes spiel. (vermeldet der fußballwicht, in dem ein ich enthalten ist.) doch ich habe keine ahnung, natürlich.

die texte dagegen fließen zu mir hin, an mich heran, manche durch mich hindurch. ob das gut oder schlecht ist? ich schreibe dazu nichts, mit jedem jahr denke ich etwas mehr, daß mir das nicht zusteht. statt dessen amüsiere ich mich über die juroren, ihre anstrengungen, ihre streitigkeiten, ihre hilflosigkeit mitunter. das sind alles nur versuche, und letztendlich ist die literatur immer mehr als das. mit ihr fängt doch alles erst an.

so what?

anders gesagt: ich habe da eine ahnung. aber ich sage nichts.

keine klagen (30)

nach dem streß die entspannung. mir vor dem radeln zum lendhafen für dort einen liegestuhl gewünscht, obwohl ich liegestühle eigentlich immer unbequem finde. am lendhafen dann einen liegestuhl entdeckt und sofort besessen. ausgesprochen bequem gefunden und dann nicht mehr davon gelassen, bis gegen fünf. kaum text mitgelesen, recht wenig internet nebenbeikonsumiert. das kleine tablet für ideal befunden, um ein wenig mitzutwittern, vorwiegend aber mitzulesen. mehr nicht.

so darf das gerne weitergehen. (sollte ich im vierten jahr mein ideales bachmannpreisdasein gefunden haben?) gleich dann los mal zum empfang.

keine klagen (28)

doch, diesmal schon. die anreise nach klagenfurt war heuer (sic!) beklagenswert. eigentlich nicht viel anders als sonst, als im letzten jahr insbesondere, dennoch war ich ungleich erschöpfter von dem ohnehin nicht sonderlich geliebten reisezustand. müdigkeit ist mir zwar grundsätzlich angenehm, sogar in einem ausmaß, das die sinne verwirrt und die körperwahrnehmung in verwirrung stürzt.

gestern zum beispiel, als ich dem nachwuchs lauschte, wie jedes jahr bevor es hier so richtig losgeht. da kam ich spät, hockte als einzige auf dem boden und hörte noch, vielleicht nicht den text bis ins letzte, aber doch die melodie des vortrags. der körper wollte derweil in sich zusammensacken, wie bei der meditation manchmal, einnicken, hinfallen. was ja nicht schlimm gewesen wäre, ich war ja scho am boden.

die wege durch die stadt, die ich zum glück längst alle auswendig kann, ging ich wie in trance, wie ein pferd, eingespannt, das bei der arbeit routiniert schläft. ein literaturpferd.

erst am abend bei der offizielen eröffnung, nach zwei stunden steinschlaf und plötzlich unter vielen menschen, habe ich mich wieder ein wenig zusammensammeln können. essen und trinken im regen, reden und lachen. literatur eben.

ich könnte nicht klagen, kein bißchen, ich will es auch nicht. ich täte es nicht, wenn mit der müdigkeit nicht immer auch die schmerzen kommen würden, die migräneangst. ich will nicht, aber ich muß vorsichtig sein. so tue ich nun also etwas, was mir schier albern vorkommt. ich sitze im hotelzimer und schaue bachmann im tv. bis gegen mittag oder so, dann begebe ich mich zum lendhafen, wo am nachmittag die wohl wichtigste lesung stattfindet.

ein langer tag, bis in die nacht.

auf geht’s! (so in vier stunden zirka.)

auf den toten tag folgt ein wilder, mit wilder musik. und irgendwo in dieser wildheit wohnt eine stille kraft und schönheit.

lazy sunday

oder vielmehr ein erschöpfter sonntag, an dem ich alles liegen lasse, egal wieviel auf der liste stehen mag.

mittags in der schaubühne zuviel über folter erfahren, die mechanismen erkannt, wiedererkannt auch, die versehentliche folter der kindheit, die intimität der gewalt, die ausweglosigkeit. oder doch nicht?

das abgründig menschliche darin. das macht müde.

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