aktuell: einen weg finden zwischen leben und arbeiten. und schreiben. klappt ganz gut und auch wieder nicht, macht den tag sehr, sehr lang. unendlich vor allem, ohne ende wach. jetzt erstmal musik.
engl
tun
dinge reparieren. sie wieder heil machen, wie auch gesagt wird. als kind habe ich das oft so gehört. und meine mutter hat es gehaßt, dieses wort. als würde niemals wirklich etwas heilen können. was ein irrtum ist. doch nie habe ich mich so ausgedrückt, das habe ich nicht gewagt. nicht als kind.
aber ich habe es getan. ich tue es jetzt gerade. ich tue es, immer wieder.
tangosüchtig
überproportional häufig wird mir beim tangotanzen mitgeteilt, ich solle nicht soviel denken. nun bin ich diesbezüglich ohnehin von grund auf anderer meinung, ich persönlich kann gar nicht genug denken. und ich bleibe dabei. außerdem ist es mir ein anliegen, an dieser stelle einmal festzuhalten: wer beim tango schwätzt (und nicht schwitzt), denkt zu wenig. (auch ich, mitunter.)
darüber hinaus komme ich nicht umhin, es mir endlich einzugestehen. ich komme einfach nicht mehr los von dem stoff. tango ist mir ein schleichendes, köstliches gift, das sich in meinem fall ausgesprochen langsam in meinem gemüt ausgebreitet hat und sich nunmehr anschickt, mich gänzlich zu fluten. ach.
laufen lernen
wie ich über den tango zurück zur musik gefunden habe, ausgerechnet. über das tanzen, nie zuvor bin ich darauf gekommen. den körper einzusetzen, den ganzen, nicht nur die hände, die stimme, das hirn. schmerzen sind der preis für diese späte erkenntnis, wenn der alte körper bei dem versuch, die verdrehten bewegungen zu meistern, bis an die grenzen geht. heute tief im rücken, bis in die rechte hüfte. nichts neues eigentlich und auch nur, wenn ich mich vorzubeugen wage. von den füßen und den schienbeinen ganz zu schweigen, die sind ständig mit von der partie.
außerdem nach etwas über einem jahr regelmäßigem (rudimentärem) tangogetanze festgestellt, daß ich (immer noch) falsch laufe. tatsächlich. mein leben lang dachte ich, das entengelatsche der kindheit einigermaßen überwunden zu haben. pustekuchen. ich laufe immer noch über die außenseiten der füße und tanze demensprechend, drehe statt mittig auf dem ballen irgendwo weit außen unweit des kleinen zehs. was weder der balance noch der stabilität dienlich ist und deshalb genau an diesem punkt langsam seine grenzen findet.
jetzt muß ich also laufen lernen. und das üben, schritt für schritt, auch auf der straße, fühlt sich sehr, sehr x-beinig an. verdammt.
hope

jedes jahr aufs neue macht sich aus dem kleinen tontopf, in dem sich im winter nur mehr erde befindet, den ich aber dennoch gelegentlich mit etwas wasser bedenke, das leben auf ins licht. normalerweise kurz nachdem ich ihn im frühen frühjahr auf den balkon gestellt habe. diesmal hat es etwas länger gedauert, ein paar wochen. ich wollte schon aufhören, daran zu glauben. irgendwann muß ja mal schluß sein.
und nun …
genug
nach dem letzten schluck frühstückskaffee los, um die demo am potsdamer platz abzupassen. was perfekt gelang, auf den punkt sozusagen. regenbogenfahne ans rad gepinnt und gelatscht. das ist ja das, was ich an demos am meisten hasse, dieses langsame laufen. neben den vielen menschen, der enge und dem plötzlichen lärm mitunter. hektik und ärger gab es zum glück nicht, nur ein wenig langeweile. (ein luxusproblemchen.)
auf dem weg immer wieder auch fußballfans, auch unterwegs durch die stadt, mal mehr mal weniger wartefreundig. „wenn fußball dein ding ist, ist das hier nicht sowieso dein thema“, schnauzt eine demonstrantin einen bayernfan beim nachmittagsbier an. ich halte das ja für ein vorurteil. ich kenne so einige fußballfans, sogar zwei von schalke. allen ernstes! keiner von denen ist den vielfältigen themen des lebens gegenüber unaufgeschlossen.
trotzdem: mehr schwarzgelbe, die bereitwillig auch ein bißchen regenbogenfähnchen schwenken mochten. deshalb drücke ich jetzt gerade alle daumen für dortmund. (was auch sonst, bin ja ausm ruhrpott. nur schalke, das geht natürlich gar nicht.)
stimmig
aufwachen, auf den händen liegend, die demzufolge weiterschlafen wollen. ehe sie zu kribbeln beginnen, zügig zum leben erwachen. später fäuste machen, nur kurz und mit einem lachen. aus freude an der kraft, nicht aus wut. letzendlich dastehen, mit offen, leeren händen, die sich leicht anfühlen. als hielten sie etwas, sehr wichtiges, sehr wertvolles. (so nah war es nie, das leben in mir.)
dann leise singen, beschämt und berührt. (überfordert.)

