am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

nachgeburt

langsam die geburtstagsbedingte niedergeschlagenheit überwinden, wie jedes jahr. das wissen darum, nun also bereits dreimal soviel zeit geschafft zu haben, wie ich selbst jemals glaubte aushalten zu können. damals. im rückblick war es doch leichter und schöner sogar als ich es mir vorzustellen vermochte, das muß ich zugeben. möglicherweise ist das so etwas wie glück. das andererseits natürlich schnell in eine schwere umschlagen kann, die sich um das unerreichbare dreht, um die grundlegende vergänglichkeit auch. mit der ich grundlegend einverstanden bin.

ich glaube nicht an den kampf, gegen was auch immer. ich glaube nicht an gegner und verbündete, weder an krieg noch an frieden. in einem von beidem wohnt immer auch sein gegenstück, wie könnte es anders sein. zumindest die idee ist vorhanden, wie zum beweis quasi, daß alles auch anders sein könnte. ohne sich jemals ändern zu müssen.

und das kann es nicht sein, nicht für mich.

going (3)

in den letzten tagen mit meiner arbeitsmoral, der schreibmoral also, gehadert, die ein wenig vor sich hin schaukelt und dümpelt. viel anders war es nie, muß ich gestehen. ich wünschte sehr, ich könnte aufstehen, mich hinsetzen und losschreiben. odr es zumindest versuchen. erst die kür, dann die pflicht. stattdessen schleiche ich durch den tag, erledige andere sachen oder auch  nicht. ich tue alles, nur nicht schreiben. das legt die laune schief, bis ich endlich anfange. das geht, daran scheitert es nicht, nicht im moment auf jeden fall. aber was soll das, daß ich nachts um halb elf endlich an die arbeit gehe. mal gibt es dann einen schnellen flug, manchmal sogar eine ganze seite. abe das reicht nicht, vor allem, wenn es ans überarbeiten geht.

trotzdem: weitere strukturelle überlegungen angestellt, ideen notiert, mich dem personal genähert. da braucht es noch mehr, das ist klar. das ist noch ein manko, das war anders bei meinem ersten roman. andererseits ist es anders, diesmal. ich lerne diese menschen im schreiben kennen, nach und nach. ich lege sie nicht schon im vorfeld fest. ich erkenne sie an den dingen, die sie (mit mir) tun. keine ahnung, ob das gut ist so. ob das funktionieren kann.

außerdem ist festzustellen, daß es nicht nur um familie, um familiengeschichten geht, um die verschachtelten geschehnisse, die ebenso selbstverständlich wie zwangsläufig ineinandergreifen. wer kennt das nicht? es geht auch und vor allem um begegnung, um das kommen und gehen und lassen. keine leichte übung. besonders letzteres.

darum geht es also. einstweilen.

regenerierungserscheinungen

älter werden wird anstrengend im alter. das ist nicht neu, war aber dennoch eine überraschung in diesem jahr. gut, womöglich sind nächtliches tangotanzen mit erheblichen schienbeinschmerzen rechts, die sich dort schon den ganzen tag aufgehalten hatten, und burgeressen gegen zwei uhr morgens nicht unbedingt hilfreich. dennoch. den gestrigen tag habe ich wie ausgeschaltet verbracht, wie in wattebäuschen von übermüdigkeit gehüllt. sogar eingeschlafen bin ich, beim lesen auf dem sofa. ich, alte frau.

heute geht es wieder. nach fast neun stunden ununterbrochenem schlaf muß festgehalten werden, daß ich durchaus noch regenerierungsfähig bin. und nun in der lage, ein hoch auf die freunde auszusprechen, die mich großzügig versorgt haben. mit besten wünschen und besuch, von glück und gesundheit war die rede, von wenig schmerzen und sorgen in zukunft, stattdessen soll ich jederzeit mit ausreichend inspiration versorgt sein. daran gedenke ich mich zu halten, grundsätzlich, an alles.

außerdem befinden sich jetzt hier so wunderbaren dingen wie: ein gelber badefrosch, viele tangolieder, alle von frauen gesungen, diverse blümchen in töpfen und blech, blechspielzeug, das im kreis fahren kann, glen deveron, goldfarbene hochlandmilde, und handgearbeitete topflappen in hellblau und braun. darüber hinaus ist die möglichkeit erster tangoprivatstunden finanziell eröffnet, eventuell auch eine minimalteilnahme am bevorstehenden queertango festival. was eigentlich auch so eine kraftzehrende, altersuntaugliche angelegenheit ist, aber was solls.

und dann liegt hier jetzt Vielleicht Esther, davor habe ich ein wenig angst.

fifty-one

eines meiner großen ziele im leben ist es ja, meinen eigenen geburtstag zu vergessen, ein einziges mal nur. ein freund von mir hat das schon im alter von irgendwas in seinen 20ern geschafft, das bewundere ich zutiefst. und ich glaube und vermute, daß es ihm nicht nur einmal so gegangen ist. (genau weiß ich es aber nicht, man trifft sich, kennt sich und das bleibt auch. aber man sieht sich manchmal auf einmal nicht mehr.)

ich selbst bin weit davon entfernt, auf diese wunderbare art unachtsam mit mir sein zu können. da habe ich also wohl noch eine weite strecke vor mir.

going (2)

fleißarbeiten erledigt. das heißt listen schreiben, jahreszahlen verteilen, durchdenken und korrigieren, immer mit dem taschenrechner neben der tastatur. das alles auch notieren, das gehört dazu. dieses puzzeln, vor allem bei der menge an material, bei den vielen zeitebenen, bei der zeitspanne überhaupt. ich werde alt und so auch die menschen, über die ich schreiben möchte. offensichtlich

namen und alter des personals sind nun also sortiert, damit das material grob strukturiert, vor allem in bezug auf die zeitabläufe. so auch mögliches von unmöglichem separiert, das hilft, tragfähig  weiterschreiben zu können. kapitel lassen sich auf die art noch nicht formieren, aber fünf inhaltlich voneinander abgegrenzte teile zeichnen sich ab. oder möglicherweise vier, genau kann ich das dann doch noch nicht sagen. es ist aber genug, zunächst einmal, um die lücken zu erkennen, in die sich das leben schreiben wird.

jetzt wieder träumen. danach greifen, wenn möglich. in die luft, alles ist luft. noch.

wenn der rücken vorzugsweise an der stelle juckt und schmerzt, die ich selbst so gut wie nicht erreichen kann. was soll das wohl bedeuten?

going (1)

es ist soweit, ich fange wieder einmal etwas an. und wieder bin ich mir nicht zu schade, es an dieser stelle öffentlich zu machen. so war das alles hier ganz zu anfang schließlich einmal gedacht. als ich von bloggen noch nichts wußte, womöglich gab es das zu der zeit tatsächlich noch nicht. schreibprotokolle für einen ebenfalls schreibenden freund, auf papier gedruckt und per post verschickt. lange ist das her, fast zwanzig jahre. begleitschreiben an der schnittstelle zwischen arbeit und leben, zwischen fiktion und alltag.

ich bin ein altmodischer mensch, in gewisser weise. ich bin beharrlich und von großer ausdauer und disziplin. ich mache mich also auf und schreibe ein buch. es wird gelingen, diesmal. oder es wird scheitern, wie so manches andere, in den letzten 10 jahren an dieser stelle propagierte projekt. egal.

das ist mein leben.

(und das erste kapitel steht auch schon.)

etwas blut der köchin

in den letzten tage wieder einmal mit bauen beschäftigt. nicht besonderes, eine reparatur im flur und ein zusätzliches kleines bänkchen für den grundrissveränderten balkon, jetzt könnte ich noch einen oder zwei töpfe mit schatten- oder halbschattengewächsten unterbringen. aber nurmehr zwei gäste, allerhöchstens. außerdem ein neues cd-regal hinter der wohnbürotür, bringt dreimal soviel platz wie die bisherige konstruktion. alles in allem wirklich nichts besonderes, wie überhaupt mein bauen nichts besonderes ist. ich tue das gern, ich kann es ganz gut, besser als so mancher. aber ein meister bin ich eher nicht.

der wahre meister war mein vater, da muß ich nur eine der beiden küchenschubladen aufziehen und mir die schwalbenschwanzverbindung ansehen, die er handgesägt hat. das ist meisterschaft. bei mir platzt der umleimer schon nach einem tag ab, zwei mal habe ich mich verbohrt und drei der seitlich eingedrehten schrauben lassen das holz unschön aufspringen. ich habe keine lust mehr, daran noch etwas zu ändern. es hält und tut seinen zweck, das ist gut so. vielleicht pinsel ich irgendwann die abgeplatzte ecke weiß. mal sehen.

inzwischen ist das werkzeug weggeräumt, die späne zusammengefegt und die wohnung wieder ganz eine wohnung. der blaue fleck am daumen juckt, die unvermeidbaren risse, die kleinen schnitte in den händen, in der haut verheilen. etwas blut muß sein, egal was man tut.

ich kehre zurück zu meiner meisterschaft, das schreiben. es gibt einen plan, es gibt material, viel material. und ich bin in stimmung, wie seit langem nicht. also los.

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