am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

canyon

dicht hinter mir mein vater, wie zum schutz. er erzählt geschichten, redet und redet. er schaut über mich hinweg, erklärt mir die landschaft, die wirklich grandios ist. daß ich unmittelbar am abgrund hocke, merkt er dabei nicht. ich bitte ihn, still zu sein, was er auch tut. damit ist er verschwunden.

ich aber bleibe, nicht nur im traum, nahe der schlucht.

erledigt

so müde, so müde. da liegt aber noch zeug, das von gestern, das ich nicht geschafft habe. also jetzt, los. nochmal eine runde denken. arbeiten. und das zeug erledigen.

blei

sehr, sehr müde heute. dabei habe ich schon am nachmittag kurzfristig flach gelegen. ob das das frühjahr ist? immer wieder dieses blei. könnten natürlich auch die hormone oder die altvertraute migräne sein. letztere umschleicht mich ja nur noch, haucht mir an die schläfe und mir wird übel. ohne daß ich etwas davon merke.

wie auch immer. es ist gerade elf. und ich gehe jetzt ins bett. ausnahmsweise. (kein scherz!)

aprilapril

fun fact der rheumaübergoogleung: eben eine seite gefunden, die rheuma-ckeck heißt und einen ebensolchen fragebogen anbietet. diesen sehr ernsthaft und ehrlich ausgefüllt, alles lieber ein bißchen übertrieben als vorsichtig verharmlost. aber ehrlich eben, so ehrlich ich kann. und? behauptet das ding doch glatt, daß bei mir kein erhöhtes rheumarisiko erkennbar sei.

aber was denn dann?

heute morgen war ein kleiner, blauer vogel mit einer feder im schnabel bei mir auf dem balkon zu gast.

als bestünde die aktuelle lebensaufgabe in der erkenntnis, irgendwie zu begreifen zu müssen, wie es sich anfühlt, wenn eine finale diagnose sich langsam verhärtet. auch das kommt also mit dem alter.

null auf hundert in sechzig

so geht rheuma, offensichtlich. gestern gegen acht an dieser stelle völlige symptomlosigkeit vermeldet. eine stunde später, nach einem heißen bad, sind beide hände partiell unbrauchbar. links verweigert der mittelfinger das greifen, der handrücken ist geschwollen, rechts beuge ich das handgelenk besser nicht nach unten.

eigentlich wollte ich heute ein bißchen mit dem motorrad raus. raus. raus!

übergoogelt

sowas gibt es also, das weiß ich jetzt. ich zumindest kann das. nach jeweils stundenlanger rheumarecherche vorgestern, gestern und heute weiß ich nun einiges mehr. was wichtig ist und gut, um  entscheiden zu können. das offenbar steht ja nun an. entscheidungen treffen in gegenwart einer ärztin, die ein tempo hat, das mich rasen läßt, ohne mir dessen bewußt zu werden. nicht einmal das. zweimal war ich dort, das ist womöglich nicht sehr aussagekräftig. aber jedesmal stand ich danach neben mir und wußte nicht, was ich gesagt hatte. was geantwortet auf fragen, deren zielrichtung ich im grunde auch nicht begriffen hatte.

andererseits weiß ich auch weniger, denn übergooglen macht offensichtlich ebenfalls rasend und wirr. all die horrormedikamente, körperfremde zerstörer, die das immunsystem niedermachen sollen. lebenslänglich vermutlich. dazu das gerede von schmerzen, invalidität, schwindender lebensqualität und depression. mir so fremd wie nur was, wo ich doch nach über 35 jahren mirgäne eines wirklich genau weiß: wie das ist, schmerzbestimmt zu sein, ausgeliefert, zunichte gemacht. wieder und wieder, und nichts und niemand hilft.

dennoch. das alles, während ich in den letzten wochen, schränke gerückt, sofas und betten umgebaut, motorrad gefahren, bohrmaschinen, schraubendreher und hämmer benutzt, einen ikeaschrank zusammengebaut und tango getanzt habe. das ist absurd.

während ich also aktuell hier sitze und absolut keinerlei symptome vermelden kann. null.

übergooglen läßt mich alte frau ein kleines bißchen lächerlich dastehen.

wortzen

lyrik -> # nur 

prosa -> arbeiten am skelett, in drei abschnitte geteilt. ob das wird?

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner