am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

wie

wie der emotionalkörper automatisch reagiert im augenblick des verlusts. mit zittern und heulen zunächst, dann mit wach sein, nicht mehr schlafen können. oder wollen. auf der suche nach klarheit.

viele gedichte und immer derselbe film, nacht für nacht. winter in alaska, sommer im tal. bis zur beerdigung bleiben wochen.

wie wenig das zu bedeuten hat. das weinen und wachen. wie das wetter, im angesicht des todes.

jedes labyrinth hat ein zentrum, das zugleich anfang wie auch ende ist. der schrecken, wie konnte ich vergessen. wie blind, wie verloren. wie einfach im grunde.

das labyrinth ist kein irrgarten. das gehen in schleifen, das labyrinth, das ist der weg.

klagenfurt, geköpft

klagenfurter kopf

weil ich ganz bestimmt keine blütenknipserin sein will. und weil ich heute meinem kleinen klagenfurter quizgewinn den verkümmerten körper abgerissen und in schreibtischnähe hingehängt habe. da glotz er nun. (oder ist es eine sie?) etwas dümmlich, mit diesem groben haken im hirn. paßt doch.

asche in meinem mund

die liebe endet nicht, wenn die illusionen zerplatzen, eine nach der anderen. die liebe endet nicht im augenblick der klarheit. im gegenteil. dann ist endlich alles wieder gut.

vielleicht.

immer um kurz nach 5 ein kleines bißchen wach werden, nicht richtig, aber gerade genug, um ins grübeln zu geraten. ins grübelträumen. dabei versuchen, die beiden enden zu verbinden, das innen und das außen, daß es brizzelt und schmerzt.

ich weiß auch nicht. auch das nicht.

im laufe des tage sehe ich ein paarmal in den spiegel, mehr so im vorbeigehen, und schleudere mir die 50 entgegen.

los, sage ich ihr. wehr dich!

passiert aber nix.

ich weiß nicht

das weißt du doch gar nicht, sagt mir die freundin, die ich nachts vom krankenhaus aus anrufe. stotternd und wirr, auf der suche nach einer ausrede, um mich doch noch irgendwie so schnell wie möglich aus dem staub machen zu können. keine brille mit, nur kontaktlinsen in den augen. kein buch, keine zahnbürste, keine kraft. was weiß ich? doch alles das hilft nichts.

mein vater, sonst ist niemand da. kaum eine stunde noch bis zu seinem tod. nur mein kleiner bruder, ebenso ratlos wie ich. es geht nicht anders, ich muß bleiben. doch das ist ein zufall.

wie  mein vater gelebt hat, das erzähle ich noch am telefon, was für ein elend. und jetzt soll es vorbei sein, ohne jemals besser geworden zu sein.

das weißt du doch gar nicht, sagt die freundin. das ist der satz, das ist der moment. von da an geht es. und es brauchte nur noch wenig bis zu seinem sterben.

und damit lebe ich jetzt, seit 20 jahren. mit diesem satz. mit der gewissheit, über menschen im grunde nichts zu wissen. nicht einmal über mich. das sage ich mir, immer und immer wieder. daß vielleicht alles ganz anders ist, als ich es mir ausdenke.

schlecht ist das nicht.

ebenfalls weiß ich natürlich nicht, ob die große freude, die ich ganz zuletzt im gesicht meines vaters gesehen habe, wirklich eine große freude war. oder nicht etwa doch nur der letzte feuersturm im hirn.

ich weiß es einfach nicht.

(zwischen zwei und drei stunden noch, ab jetzt. wenn ich mich recht erinnere.)

tomaten 2013

die ernte hat begonnen, und sie ist mächtig. vielleicht sind es (noch) nicht so viele, wie ich zunächst erwartet hatte. dafür sind sie aber vergleichsweise riesig, die süßen dinger. auch der rest der balkonbepflanzung wächst wild ineinander. so also ist der sommer im jahr mit der nummer 13. alles geht von allein. im grunde geht es von allein, auch ohne mich. durchaus.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner