ärger mit word!
engl
tomaten 2013
die tomaten waren heute morgen schwer malade, sie leiden wirklich sehr. und zwar unter der hitze. mit einem kräftigen schluck wasser an den füßen geht das aber gleich wieder, innerhalb von ein paar minuten.

bald wird es übrigens die erste ernte geben, so zirka 30, schätze ich. das ist allerdings knapp geschätzt. 50 ist vermutlich realistischer.
never
juni ist die schönste balkonzeit. die tomatenbäume sind noch ganz fett und grün, bevor sie, bald schon, das gammeln und gilben anfangen, vor lauter trächtigkeit. die kräuter sind kurz und kräftig, der lavendel ebenso. die kleinen blüten tanzen bunt im wind, um sie herum das gesumse. so mag ich das. jetzt. später ist vielleicht nie.

dekadenz
nach zirka vierzehn tagen fangen schnittblumen an zu faulen und zu stinken. höchste zeit also, die sagenhafte 50er-blumenriege zu entsorgen, bevor die erste sommerliche hitzewelle den vorgang zusätzlich erschwert.

diese satte sonne ist nun also verschwunden. und mit ihr ihre deutliche dekadenz, mit deren hilfe sie sich womöglich noch die eine oder andere fette stunde gegönnt hätte. leise lächelnd und latent verschlagen.
ein neuer tag. ich verabschiede die liebe, das eigentümliche tier, dieses verrückte wesen, das kurz zu gast war. schnell kann es gehen.
aber so schön, zu wissen, daß es mich noch kennt. daß es stark ist, wie eh und je. von grund auf großzügig, wenn man es läßt. so weich wie auch beständig. daß es möglichkeiten eröffnet, eine tür nach der anderen, ein stetig wachsendes potential.
leb wohl. auf ein neues. leben.
nach einem migränegebückten tag gehe ich eine große runde um den görli. die nacht ist wunderbar, in treptow vermute ich eine nachtigall, vermutlich in einer harmlosen amsel. rastlos, wie ich. die füße brennen nach einer weile. das ist gut so, irgendetwas sollte heute noch wehtun. etwas harmloses, vergängliches, wie ich.
ich gehe weiter, immer weiter. auf einmal ist schluß, ich bleibe allein. adieu.
