am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

was für ein morgen

die baustelle vor der haustür ist menschenleer heute, es ist niemand da. es ist alles still, ich fasse es nicht. obwohl an der kreuzung noch deutlich sichtbar asphaltfläche fehlt, aber die große maschine (lotte) und auch die kleineren sind gestern schon abgezogen. auch kleine steine auf dem gehweg müssen noch massenhaft eingepflegt werden.

aber für heute ist der lärm aus, einstweilen.

dann rufe ich bei meinem mobilfunkanbieter an, weil ich gegebenenfalls 5g nutzen wollen würde, da mich das offensichtlich nichts weiter kosten soll. aber ich finde nicht heraus, ob ich dazu eine neue sim-karte benötige. der auftakt ist gruselig, weil die ki-vorabmoderatorin von mir eine pin-nummer möchte, über die ich als uraltkundin in dem verein nicht verfüge, die gab es wohl vor zwanzig jahren noch gar nicht. dass ich dennoch zu einem echten menschen durchgestellt werde, das allein ist schon mehr als bemerkenswert. dass ich dann am ende des gesprächs nicht nur über 5g verfüge, sondern auch über mehr datenvolumen, das noch dazu ein automatisches jährliches wachstum durchführen wird und, wie auch immer, noch weniger für all das zahlen muss.

das grenzt an ein wunder!

ich rufe jetzt bei meinem neuen motorrad an. mal sehen, was da schönes passiert.

bitumen

nur langsam erhole ich mich von dem persönlichen organisationsdesaster gestern. das kommt von der ewigen eigenverantwortung, wenn man für alles immer allein zuständig ist und niemand sonst mit aufpasst. da klappt nicht immer alles, aber so ein vollversagen? das ist (bislang?) dann doch selten, zum glück.

hilft ja nix. da werd ich mich wohl bis märz weiterfreuen müssen, bis dresden. gebucht!

heute, kurz vor sieben, sind die straßenbauarbeiten in eine neue dimension eskaliert. mit nachhaltigem vibrieren der ganzen wohnung, inklusive flaschen- und gläserklirren sowie einem eigenartigem quietschen, dem ich vorsichtshalber nicht weiter nachgegangen bin. sechs stunden am stück wurde die zweite asphaltschicht aufgetragen, bagger flitzten durch die gegend, um die große asphaltmaschine mit dem schönen namen lotte zu befüllen. unter ständigem piepsen und rumpeln, auch von den vielen dampfwalzen (ganz ohne dampf) und anderen rüttelmaschinen. später waren es große kipplaster, die sich direkt in lotte entleerten, während diese ihren verdauungsprozess aktivierte und an ihrem anderen ende wunderschön glatten, dampfend heißen straßenbelag ausschied. dabei bewegte sich das seltsame gespann langsam und gleichmäßig gemeinsam vorwärts. witzig auch die vielen männer, die mit schaufeln, harken und sogar gießkannen nachzuarbeiten hatten. als ginge es um gartenarbeit.

gartenarbeit stinkt allerdings nicht so, dieses bitumenzeug ist schon irgendwie penetrant. die fenster habe ich vorsichtshalber immer noch zu, auch wenn das alles jetzt wohl schon gut runtergekühlt ist. besser ist besser. ich vermute, dass noch eine letzte schicht aufgetragen werden wird, gleich morgen vielleicht. die anschlusskanten sprechen dafür, die hab ich mir auf dem weg zur physio kurz mal angesehen. und die ganzen maschinen stehen ja auch noch unten. na, da freue ich mich aber: auf morgen gegen sieben!

aber nein, ich bin nicht böse. ich bin wirklich froh, dass es inzwischen so aussieht, dass es bald schon gut sein wird mit dem fahrradstraßenbau vor meinem fenster. ich hab mittlerweile nur echt angst vor diesem ständigem lärm mitsamt der grundlegenden erschütterungen jeden morgen. danke!

sollen, wollen, müssen

oh, himmel! wie blöd kann man sein. also: ich, meine ich! wie blöd bin denn ich!

nachdem es bereits 2020 aus wohlbekannten nicht mit den b o d i e s von kat frankie geklappt hat und ich zur entspannung lediglich ein bisschen merchandising bestellen konnte, ging ja anfang des jahres alles so langsam wieder los. auch für die philharmonie konnten wieder karten bestellt werden, was ich anfang april unverzüglich getan habe. einen tollen, fetten platz für richtig gutes geld, weil das einfach mal sein musste. über ein halbles jahr habe ich innerlich gejubelt, mich heftigst vorgefreut, wie selten in meinem leben, besonders als es auf insta die schönen schnipsel von den proben gab. die schon beängstigend, berauschend. irre!

letztendlich, das muss ich an dieser stelle nun leider sagen, wäre es über all das vorfreuen hinaus, ungemein hilfreich gewesen, hätte ich mir den termin in den kalender eingetragen, wie ich es sonst immer, wirklich immer, sorgfältig tue. nur diesmal nicht, warum auch immer.

deshalb also habe ich gestern vergessen, dort auch hinzugehen. weil ich einfach nicht wusste, dass ich das zu diesem zeitpunkt hätte tun sollen, wollen, müssen. verdammt!

dabei hätte ich es so dringend nötig gehabt: pure schönheit und nichts sonst.

jetzt muss ich meinen body anfang 2024 entweder nach münchen oder nach dresden bewegen, denke ich.

nach dieser erkenntnis, diesem elend, tief in meiner person verankert, ging leider die heutige kleine berauschung ziemlich unter. dennoch sei es gesagt: als ich aus dem büro zurückkam, da war über die ganze länge der fahrradstraßenbaustelle eine asphaltschicht aufgebracht. schwarz, glänzend, das riecht ganz schön bäh, auch am frühen abend noch. die maschine dazu hatte ich am morgen noch ankommen sehen, aber nicht damit gerechnet, dass die so viel schaffen kann an einem tag. und ich habe auch davon nichts gesehen. aber morgen geht es sicher noch weiter, direkt bei mir an der kreuzung, wie mir scheint. vielleicht gibt es auch noch eine zweite schicht, keine ahnung.

going deeper

ganz leise ertrinke ich in traurigkeit. über die welt und die menschen, wie sie gezwungen sind darin zu leben. durch sich selbst oder die anderen, ganz egal.

Es ist so einfach, ein Mensch zu sein, sagt margot friedländer am sonntag abend im deutschen debatten-tv des 21. jahrhunderts.

ich weiß, wie leicht es ist. und wie schwer. das geht tief und immer tiefer. bis zum grund, sonst ist es sinnlos.

failure

ich bemühe mich, ordnung zu schaffen, um ins schreiben zu kommen. ich habe eine vorstellung, mehr eine richtung vielleicht, aber es wird klarer. immehrin. doch wollte mir nichts davon gelingen.

früh geweckt worden bin ich, von den baggern draußen und einem mächtigen bohren irgendwo unter mir. genau wie erwartet. draußen wurde eine schnur in der mitte der straße gezogen. ich bin gespannt, was das nun wieder bedeutet. gegen mittag losgeradelt, zum tangounterricht. der ging lange, weit über die gebuchte stunde hinaus. anschließend sind wir noch eingekehrt, für guten kaffee und portugisische törtchen. als ich nach hause zurückkam war es fast schon dunkel.

und still, alle bauarbeiter verschwunden. ich war müde.

ich habe also nicht geschrieben, nicht einmal die datei geöffnet. ich habe ein ganz kleines bisschen gearbeitet, übersetzt. nur eine stunde oder so, obwohl ich mir doch vorgenommen hatte, dieses wochenende auf jeden fall freizulassen. fürs schreiben.

egal ob ich es dann tun würde oder nicht. das war wohl nix.

was ich sagen muss

ich bin ein wenig erschöpft, muss ich sagen. die straßenbauarbeiten dauern an, seit august scheppert und dröhnt es draußen an meiner kreuzung. sechs tage die woche, jeweils ab sieben uhr, da gibt es kein pardon. dazu gesellen sich zwei wohnungbaustellen hier in meinem haus, die eine davon nicht direkt unter mir, aber mit nur einer wohnung dazwischen. außerdem wurden vor ein paar tagen offensichtlich umbauarbeiten in der leerstehenden kneipe am eck aufgenommen. zu hören ist noch nichts davon, das wird vom straßenbau übertönt. aber auch das macht mir sorgen.

ich hoffe sehr, dass es keine bar werden wird, die bis spät in die nacht durch mein schlafzimmer tanzt. stattdessen ein schönes café, mit gutem kaffee und mittagtisch vielleicht, und abends nur bis zehn oder so. meinetwegen auch elf, aber wozu? da würde ich gerne mein geld lassen. (hätte vermutlich sogar mein wlan parat. ; )

das alles zerrt an mir, das muss ich sagen.

dabei geht es kaum noch um das, was ich gegebenenfalls zu sagen hätte, es geht nur noch um lärm und arbeit und zu wenig schlaf. ich zähle die tage, die wochen. bis mitte dezember, immerhin, soll der fahrradstraßenbau abgeschlossen sein. so steht es zumindest auf dem schild, mal sehen, ob das klappt. wirklich beurteilen kann ich das nicht, ich hoffe einfach.

das schreiben schiebe ich vor mir her. ich denke daran, aber ich greife nicht danach. oder wenn ich es tue, dann arbeite ich mechanisch, rein handwerklich. das ist auch gut, besser als nichts, aber.

es ist nicht alles hoffnungslos, es ist nur anstrengend derzeit. manchmal stecke ich mir die nbeuen stöpsel in die ohren und schlafe eine oder zwei stunden länger. wenn zufällig draußen die bagger nicht den holzboden meiner wohnung nicht gleich früh am morgen erschüttern.

dann träume ich. von einem neuen motorrad mit riemenantrieb und irgendwie sehr komischen reifen.*

* das stimmt natürlich nicht. das neue hat kettenantreib und ganz normale reifen. es ist mattgrün und stammt aus indien.

mercy

ich versuche mir vorzustellen, wie und warum dinge nicht real werden. dass das nichts außergewöhnliches ist, im gegenteil. fast alles, was menschen sich ausdenken, ihre ideen und vorstellungen, werden keine wahrheit. in vielen fällen ist das gut so, fürchte ich. (ich sehe diese welt, wie sie derzeit ist. das jetzt, ohne jedes erbarmen.) es könnte sonst alles noch viel schlimmer sein oder werden.

doch es geht auch viel schönheit verloren, verliert sich in der weite und wirkt in der ausdehnung. vielleicht, offen für alle. verfügbar. das hoffe und das glaube ich zumindest. auch wenn kaum etwas davon je zu sehen sein wird, es ist da. und es bleibt als gnade.

anders wäre das alles nicht zu ertragen.

perspektiven

gestern alles geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. noch vor vierzehn uhr alles geputzt, die dokumente abgeladen, eingekauft und den eintopf gekocht. dann hat der besuch abgesagt, und ich saß ein wenig abgehängt da. einerseits entäuscht ob der vielen vergeblichen vorbereitungen, andererseits überrascht von der plötzlich glatten zeit. die ich dann wohl eher wenig klug genutzt habe.

ein bisschen pc-einrichtung und pc-aufräumung, so weit, so gut. dieses verdammtes sicherungssystem hingegen werde ich wohl nie wirklich begreifen. da ich das aber bald grundlegend zu ändern gedenke, ist es womöglich erstmal nicht so wichtig. ich sichere einfach alles wichtig per hand, einfache oder doppelte usb-taktik, wie gruselig. für den rest hoffe ich auf das beste.

immerhin war ich klug genug, nicht nahtlos weiterzuarbweiten, wie ich es sonst immer tue. wo immer zeit ich, mache ich geld. das war mir so lange nicht möglich, dass ich mitunter wie manisch werde. nicht wegen des geldes vorwiegend, mehr aufgrund der möglichkeit. so gefalle ich mir gar nicht.

auch heute habe ich nur kurz nachgesehen, ob es neue tasks gibt. da waren keine, zum glück, denn die wäre ich wohl nahtlos angegangen. da hätte ich mich nicht zurückhalten können. aber von den alten, die auch nicht wenige sind, habe ich die finger lassen können. gut!

stattdessen hat der tag begonnen mit ein paar bastelarbeiten. das holz für die neuen flurbücherregale, das in letzte woche schon bestellt hatte, ist noch nicht da. jedenfalls hat man mich nicht angerufen, vielleicht habe ich eine falsche nummer notiert. vielleicht ist auch kein holz verfügbar, ist ja alles nicht so ohne derzeit. überhaupt habe ich für ungefähr die halbe planung satte zweihundert euro hingelegt, das ist enorm. selber bauen ist schon lange kein schnäppchen mehr.

weil also das holz noch nicht da ist, habe ich eben den zweitschreibtisch im schlafzimmer mit einer kabel-und einer bildschirmhalterung aufgerüstet. sowas kann dann auch schonmal drei stunden dauern, vor allem, wenn das gestern erst gelieferte simple ikea-ding in zwei verschiedene anwendungshälften zersägt und zurechtgebogen werden wollte. sollte oder musste. naja. jetzt ist fertig.

zwischendrin schaue ich in die straße runter, wo auch heute etliche bauarbeiter wuseln. kipplaster fahren vor und bagger fahren herum, menschen mit schaufeln und sägen, immer wieder gummihämmer. die perspektive ist ein bisschen wie damals im sandkasten. ich stehe da, schaue hinab und schiebe material herum, damit straßen werden und häuser, brücken und tunnel. sehr lustig. eine erinnerung, keine illusion. jedenfalls nicht ausschließlich.

es ist schon fast dunkel, als ich die textdatei öffne. immerhin, ich schreibe ein wenig. das erst macht mich zufrieden.

gummi geben

eine oder zwei stunden länger geschlafen heute, dank wohlgeformter ohrstöpsel. die ersten in meinem leben, die für mich funktionieren. das ist gut. anderseits helfen die besten ohrstöpsel nicht gegen trittschall. unten auf der straße werden steine geräumt und wird erde bewegt. das bewegt den boden unter mir. unten im haus wird eine wohnung renoviert, von da kommt seit tagen ein kratzen und schleifen und heute morgen ein heftiges schlagen. und unter mir der boden, der ist aus holz. mal entspannt ausschlafen funktioniert so natürlich nicht.

immerhin erfahre ich, dass ich durchaus noch traumfähig bin. zwischen all dem lärm springe ich zwischen fremden, surrealen räumen herum. nicht besonders ergiebig, all das, mehr oder weniger erinnerungsschrott. dinge, die ich längst vergessen glaubte. oder hoffte, aber das stimmt wohl nicht.

gleich mit dem frühstück stürze ich mich in arbeit. ich will einiges schaffe, heute und morgen, dass ich vielleicht einmal ein wochenende zum schreiben habe. anders geht es doch nicht. zwischendrin gehe ich einkaufen, für den besuch morgen, aber rosenkohl darf ich nicht machen. das ist schade. auch morgen ist dann alles zugetaktet. küche putzen, bad auch ein bisschen, überall saugen. nochmal einkaufen, zum türken, den salat will ich lieber frisch. und nachtisch, denn zum kuchenbacken kommt ich eher nicht. obwohl ich alles dafür eingekauft habe, aber da ist ja auch noch arbeit. die drei dokumente, die ich heute erstellt habe, müssen endkontrolliert und dann zugestellt werden.

zwischendurch schau ich immer wieder den straßenbauarbeiten zu. bei der kreuzungsgestaltung werden einige korrekturen durchgeführt, die kurven und rundungen werden neu gezogen. dabei kommen stangen und schnüre, aber auch riesige winkel und andere, mir unbekannte geräte zum einsatz. am ende aber hockt da ein mensch mit einem gummihammer.

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