am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

mensch und maschine

diese bibel, wie mir mal jemand sehr überzeugend dargelegt hat, liegt schon seit fast einem jahr lesebereit bei mir herum. bislang fehlten mir allerdings zeit und muße, denn eines ist auf den ersten blick klar: das ist keine leicht konsumierbare kost. heute war es dann aber soweit, schließlich weiß ich seit geraumer zeit, daß ich mit der großen maschine häufig mit viel zuviel angst und anspannung unterwegs bin. seit ich mich mit dem ding gleich zweimal innerhalb recht kurzer zeit auf die fresse gelegt habe, nach über zwanzig komplett sturzfreien jahren. da muß eindeutig nachgearbeitet werden.

sofort wartet das buch mit erschreckenden kybernetischen wahrheiten auf, gleich im ersten teil, im dritten kapitel. dort finden sich interessante berechnungen und anschauliche grafiken zum thema aufprallgeschwindigkeit. dasselbe kapitel enthält allerdings auch einen weitaus spannenderen exkurs zu dem begriff Mesokosmos als es die partiell blöde wikipedia in diesem fall hinkriegt. das gefällt mir. sehr.

eines steht also jetzt schon fest, das ding werde ich mit freuden von vorne bis hinten durchlesen. ganz besonders schön wäre es natürlich, wenn in der nächste ausgabe vielleicht noch der untertitel geändert werden könnte. der lautet nämlich: Über die Einheit von Fahrer und Maschine. wo bitte bin da ich?

Bernt Spiegel, Die obere Hälfte des Motorrads

gewitter

ich mag das ja, wenn der baum vorm haus sich in wind und regen so stubbelt wie krause petersilie in meiner hand, wenn ich sie nach dem abwaschen ausschüttle.

nicht nur die tomaten

auch die rechte balkonseite ist mir richtig gut gelungen in diesem jahr. sonst hab ich da immer ein wenig daneben gelegen, den falschen standort gewählt oder überhaupt nicht die richtige wahl getroffen. im bild jetzt also ein potpourrie aus arabischer minze, irgendetwas gelbem, männertreu, einer kleine blaßlila nelkenart und kräftigem lavendel. alles sehr, sehr lecker. mein allabendlicher duftcocktail. und morgens und mittags und überhaupt sowieso immer.

wobei mir auffällt, daß ich meine pflanzen andauernd berühre, ganz selbstverständlich und ohne jede hemmung. vielleicht geht es ihnen deshalb so gut. ;)

transformierter alltag

nicht viel geschafft heute, so dachte ich. statt dessen habe ich erstmal auf dem balkon herumgehangen und sommersprossen auf der nase gezüchtet, dabei viel altpapier erzeugt, stapel weggelesen oder zumindest geblättert, literweise tee getrunken und darüber das essen vergessen. die liste im hintergrund war zwar ausreichend lang, und den dicksten batzen hab ich mir extra noch für abends aufgespart. so dachte ich. was mir zuvor auf zwei stunden geschätzt wurde, hat dann aber nur eine halbe gedauert. jetzt wäre ich frei fürs erste.

zwischendrin hat die technik mir einen üblen scherz gespielt und alle, das heißt sämtliche, zum teil jahre alten mails der geliebten noch einmal ins system geladen. keine ahnung, wo das herkam. wie das sein konnte. und warum. nicht die geringste.

für das bißchen leben heute bin ich jetzt schon wieder unverhältnismäßig müde. um nicht zu sagen völlig erschöpft. drei kilo, das hat die waage mir am nachmittag verraten, hat der migränegott mir in einer woche aus dem körper gesaugt. so wenig war ich schon lange nicht mehr, so substanzlos. außerdem, wie mir gestern erst erklärt wurde, kann es ein, daß man in zeiten wirklicher veränderung entweder immer oder aber nie schlafen möchte. und ich tue womöglich wieder einmal beides, ich dummer zwillingsmensch. jetzt gleich umfallen wollen. und später dann, gegen mitternacht, wieder hellwach sein.

doch wer weiß, vielleicht knöpfe ich jetzt auch mein hemd zu, ziehe mir schuhe an und laufe ein wenig durch die dämmerung. hinunter zum wasser. (die nachtigallen besuchen.) oder besser nicht.

tomaten anbauen in der stadt (6)

es ist soweit, gerade eben hab ich es gesehen. die ersten tomaten sind am start und das mitte mai. so früh waren die biester schon lange nicht mehr dran. ein kleines wunder überhaupt, daß das bei mir nun schon seit jahren regelmäßig so grandios funktioniert. viel tue ich sicher nicht dazu, ich laß sie einfach machen. das heißt wachsen.

wenn ich daran denke, mit welch erschrockenem eifer ich meine ersten zimmerpflanzen, damals, in der ersten wohnung in essen, mithilfe von sehr viel wasser vom leben zum tode gebracht habe. kaum zu glauben eigentlich.

die tomatenpflanzen sind also fett und riesig und ausgezeichnet beisammen. die schwarzäugige dagegen muß sich noch ziemlich strecken, um den rettenden strick zu erreichen.

berlin ist heute morgen ungewöhnlich still und friedlich. wenig menschen, kaum autos. dafür quatschen die vögel wie wild. das mag ich. sehr. (vielleicht gehe ich heute abend die nachtigall suchen.)

merke

ich weiß es doch, und nicht erst seit gestern: niemals leichtfertig irgendetwas aufschreiben, so wie hier zum beispiel. so schlicht das sein mag, es könnte versehentlich wahr werden. ist mir ja durchaus schon mehrfach passiert. zum beispiel in england damals.

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