am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

pisser

beim nächsten typen, der mitten in berlin am hellichten tag in meiner unmittelbaren gegenwart seinen verschrumpelten luller auspackt, um mir grinsend seinen mittelstrahl zu präsentieren, trau ich mich. den schieß ich mit der kamera ab, mal sehen, was dann passiert. vielleicht mache ich auch eine serie daraus, fürs hauptstadtblog.

ob ich die gesichter der herren dann pixeln soll? oder gar muß?

kommunikationsversuche mit dem servicepersonal in telekommunikationscallcentern sind mit das deprimierendste, was das abendland in die welt gesetzt hat. hätte mich allerdings auch nach kairo weiterleiten lassen können. ohne weitere kosten. wer weiß?

gutes migränetiming. pünktlicher einsatz am ersten tag ohne fixe termine, also heute. vorsichtiges rumdümpeln am pc, erledigung der anstehenden arbeiten im schneckentempo. wenn überhaupt. na denn.

über leben

vor einiger zeit schon hat claudia sich über das thema altenpflege gedanken gemacht. ich habe die rege diskussion verfolgt, wie immer ein wenig neidisch über die gepflegte diskussionskultur dort. ich habe mit einer freundin gesprochen, die mit dementen arbeitet, auch nicht zum ersten mal. persönlich stellung beziehen kann ich kaum. ich weiß, daß es für mich letztendlich keine rettung geben wird, ich bin bin bereits verhältnismäßig alt. und ich bin ziemlich arm, so wie immer schon. da geht nicht viel, ich weiß. ich werde arbeiten, bis ich die buchstaben nicht mehr aneinanderzureihen weiß. und dann?

von der freundin weiß ich, daß demenz die menschen oft zurückführt in ihre kindheit. die heutigen alten sind also häufig kriegskinder. jetzt. in diesem augenblick. wie kinder im krieg. und damit weiß ich ungefähr bescheid, wo es mich hinführen wird, irgendwann. ich werde ich dahin zurückgehen, wo ich herkomme: in relative gefangenschaft.

aber gut, was solls. das kenne ich doch. das werde ich auch noch überleben.

den vormittag in friedrichshain verbracht, am boxhagener platz. brunch mit ein paar HSBlern, das 5-jährige blogbestehen begehen.

zum ersten mal seit fast einem jahr in dieser gegend, die mir einst die liebste war. zum abschluß eine runde über den flohmarkt gegangen, allein. verloren in dieser hoffnungslosen traurigkeit. gebunden an die gewissheit, daß dieser weg ins leere führt, sein ziel nicht mehr finden darf. das immerhin ist nun immer bei mir.

nein, ich breche die brücken nicht ab. ich bleibe dort daheim. ich töte die liebe nicht.

kryptisch, ich weiß. mir doch egal.

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