am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

sklaven-tv

keine ahnung, wie oft ich diese sky-werbung im tv gesehen habe. immer ein wenig irritiert, weil ich ihr nicht folgen konnte, den logischen zusammenhalt einfach nicht verstanden habe. so wenig verstanden, daß ich mit tatsächlich irgendwann die mühe gemacht habe, herauszubekommen, wofür da überhaupt geworben wird. das immerhin war nicht schwer zu verstehen. fußball, ist ja ein thema zur zeit. dennoch vermochte ich den plot der story immer noch nicht zu begreifen. warum kreischen die frauen so derart unjubelig?

eben ging es mir plötzlich auf. es gibt ja männer in der welt, der heterowelt. und männer werden von fußbällen symbolisiert. frauen dagegen hassen fußbälle und deshalb wohl auch männer. so einfach ist das. aber mal ehrlich, es ist wirklich viel verlangt, das zu kapieren. wenn fußbälle ausgerechnet in einem nur mit frauen gespickten spot beworben werden sollen. wer soll denn den klischeschlenker mitmachen können? hey, frauen und schuhe, das gehört zusammen. das verstehen wir. (auch nicht.)

kurz danach kam übrigens colawerbung, die kalorienbefreite lightversion. der spot, wo das junge pärchen morgens dem bett enthüpft, sie duschen geht und er zur kalten cola greift. dann die elterninvasion, attacke, terror, panik vor der wohnungstür. ihre eltern natürlich. doch der kerl bleibt cool, wird schließlich mit einem helikopter aus dem krisengebiet entfernt. alles nochmal gut gegangen. (und natürlich heißt die cola nicht light sondern zero, ist ja die für männer. die lightversion wird natürlich mit püppchen und einer dezent integrierten schwuchtel beworben.)

mannomann, schon mal was von emanzipation gehört? das soll es geben und ist für frauen, männer und auch eltern im angebot. beziehungsweise kinder natürlich, nicht zu vergessen.

oder ambrosia? vielleicht sollte ich mir so einen schönen weißen anzug besorgen. mit mundschutz und handschuhen natürlich. das wetter ist doch ideal dafür.

schönreden

eines morgens, neulich, an einem dieser tage, die schon grundsätzlich scheußlich beginnen, fiel zu allem überfluß auch noch einer meiner ersten kritischen blicke in den spiegel. ausgerechnet.

alt sah ich aus an diesem morgen. diese vielen kleinen falten im gesicht, um die augen vor allem. dann lang und quer auf der stirn und klein und aufrecht an den augenbrauen, über der nasenwurzel. außerdem gräbt sich langsam die linie seitlich von den nasenflügeln zu den mundwinkeln hinter ein. dazu dieser fleck, rechts neben dem rechten auge. ein altersfleck, so sagt man wohl dazu.

ich sehe alt aus, das ist einfach so. wie fast schon vierzig inzwischen, da hilft nicht mehr viel. kein reden oder lügen vielleicht. es ist zu spät. das ist nicht mehr jung.

wie gut eigentlich, daß ich schon fast fünfzig bin.

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