am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

über 18, erwachsen

irgendeine einrichtungsshow, tine-wittler-imitat.
„ach, du braucht ja noch platz für deine bücher,“ sagt sie zu ihm, mit dem sie in eine wohnung ziehen wird. „die können wir doch in die vitrine stellen.“
bücher hinter glas? er ist nicht recht einverstanden, wehrt sich sogar ein wenig.
„bücher stellt man aber einfach ins regal,“ sagt er noch. kurz danach ist die vitrine beschlossene sache.
im hintergrund ein regalbrett mit etwa 15 bis 20 büchern.

ich konnte nicht anders, ich hab schnell mal nachgemessen. 18,5 meter, nur bücher. also ohne zeitschriften und – natürlich – ohne platten, CDs, videos und DVDs. obwohl mir all diese medien, wenngleich ich mit ziemlicher sicherheit inzwischen irgendwie erwachsenen bin, immer noch als vollkommen zusammengehörig erscheinen. als wäre ich erst 16. (da hat mir mein vater gesagt, daß das aufhören wird, irgendwann. das mit dem lesen und dem träumen, ganz von allein. wenn man erst erwachsen ist.)

drama ist leicht. tempo sowieso. zeit hingegen, langsamkeit und achtung. das ist fast so schwer wie komik. also das, was gemeinhin für so leicht gehalten wird.
draußen scheint die sonne. ich gehe lesen. das hilft, manchmal.

darüber nachgedacht auszuwandern. oder besser: davon geträumt. und davon, vorher zur botschaft zu gehen, um endlich meine alte staatsangehörigkeit zurückzubekommen. also doch nicht auswandern, nur nach hause. (was für ein kitsch.)

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer Maria Rilke, etwa 20. Februar 1924

[Early Spring
Harshness vanished. A sudden softness
has replaced the meadows‘ wintry grey.
Little rivulets of water changed
their singing accents. Tendernesses,

hesitantly, reach toward the earth
from space, and country lanes are showing
these unexpected subtle risings
that find expression in the empty.]

den ganzen tag das gefühl gehabt, es sei samstag. obwohl ich es besser wußte. außerdem den monatswechsel bis gerade eben übersehen. ärgerlich. und dann noch über die miserable zahlungsmoral so mancher auftraggeber gegrübelt, den ganzen tag. über sechs wochen jetzt, der eine. und kaum eine möglichkeit, das zu ändern.

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