am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

the last rainy day

letzter renovierungstag, ich bin das herumkriechen auf allen vieren aber auch langsam satt. alle(s) geschafft, alles glatt gegangen, nur den griff in die klinge des teppichmessers hätte ich mir eigentlich sparen können.
relativ früh zuhause schlage ich die zeitung auf, dazu ist es wiederum relativ spät. ich lese von london und olympia, zwei strahlende bobbys prangen auf dem titel. nebenbei in den aktuellen nachrichten erscheint ein anderes bild. ich wechsle zur bbc. entsetzt. oder wie soll ich sagen?

second rainy day

laminat verlegen bedeutet in erster linie das vehemente und dennoch gezielte einprügeln auf ein buchenklötzchen, um die fugen nahezu perfekt zu schließen. (achtung, auf die finger aufpassen.) darüber hinaus heißt es auf dem boden zu knien dabei, oder aber auf selbigen herumzurutschen auf der suche nach dem gerade benötigten werkzeug, hammer, prügelklotz, zollstock, bleistift. am ende allerdings sieht der raum tatsächlich aus wie ein wohnraum. und schnell geht es, man produziert auch kaum verschnitt. ich beginne sogar, mich grundsätzlich mit laminat, das ich, zugegebenerweise, bislang ein wenig verachtet habe, anzufreunden.
besser und wichtiger aber ist die erfahrung, mit einer zusammenzuarbeiten, mit der es einfach funktioniert. [ja doch, die beiden frauen haben die (schwerst)arbeit gemacht, während der mann nebenan die fußleisten streicht.] die abfolge, die übersicht und die wechsel der jeweiligen arbeitsschritte. kaum fehler sind dabei passiert, wenig falsche entscheidungen, keine, die nicht revidierbar gewesen wäre. so macht es spaß.
außerdem kann ich jetzt sagen: laminat? klar, kann ich. hab ich schon gemacht, ist ganz einfach.
(und jetzt ab ins bett. morgen ist der zweite raum dran, und die zeit drängt.)

rainy day

das motorrad will heute morgen nicht, die batterie schwächelt. kein wunder, die kiste wird nicht regelmäßig gefahren, dazu hat es die ganze nacht geregnet. also muß ich nach fhain trampeln, das paßt mir gar nicht. ich werde patschnaß.
dann acht stunden oder mehr noch durchgefetzt. klingt nicht sonderlich, aber nacheinander decken streichen, farben anrühren, diverse eingeschobene strategische diskussionen sich wiederholender natur, aufräumarbeiten noch und nöcher und nicht zu vergessen die demontage von silikonverklebten viertelstäben in zwei nicht allzu kleinen zimmern. will heißen, daß die mühselig heruntergerissenen bruchstücke mal vielleicht 30cm, meistens aber nur 2 – 3cm lang waren. darüber hinaus vollverklebt und uralt. marodes holz und ddr-mauerwerk atmen ist nicht besonders schön. staubig und reizend eben, röchelattacken inbegriffen.
daneben zählt natürlich die selbsterfahrung. streichen ist nicht mein liebstes, schon gar nicht mit mittelprächtiger farbe. mit guter farbe hingegen… das lasse ich mir gefallen. lieber jedoch reiße ich die dinge auseinander, bewältige das kräftemäßig grenzwertige durch technik, hebelwirkung und die immerhin vorhandene kraft in den händen.
natürlich regnet es wieder auf dem weg zurück nach neukölln. als ich nach hause komme will das motorrad dann doch wieder. ich lasse die maschine ein paar minuten laufen, statt die batterie auszubauen und nachzuladen. ich hoffe, das reicht ihr fürs erste.
morgen will ich aber endlich mal boden verlegen. das neue ist letztendlich doch immer am interessantesten. außerdem verspricht das ein gewisses erfolgserlebnis, im sinne von erster wohnraumerfahrung des bisherigen schlachtfeldes. oder so ähnlich.
(gerade von draußen: kotzgeräusche. auch nicht schön. hoffentlich nicht an mein motorrad. morgen die baumbereiche meiden.)

kains töchter (6)

„<< Die Augen schließen, und die Welt versinkt, >> sage ich, << das ist die Hoffnung der Feigen. >>“
Susanne Riedel, Kains Töchter

lärm

und gleich dann wieder los, renovieren. sollen die unter mir doch leitungen verlegen, fenster einbauen (stehen im hausflur, hab ich längst gesehen), wände einreißen und was sonst noch alles. soviel sie wollen, mir doch egal. hauptsache, sie lassen meine wohnung stehen. ich bin derweil anderswo und lärme da meinerseits hemmungslos herum.

kains töchter (5)

„Er glaubt, daß wir dasselbe meinen, aber was ich meine, ist, daß die Zeiten des kategorischen Imperativs wirklich vorbei sind. Vielleicht hat es ihn ja nie gegeben.“
oder aber so:
„Die Erfahrung schätzt Elijah um ihrer selbst willen. Er schätzt nicht die wichtigste Erfahrung von allen, daß Erfahrung nie jemandem geholfen hat.“
Susanne Riedel, Kains Töchter

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was soll ich sagen? unter mit brüllt der bohrer und wände vibrieren, die elektriker sind da, wie eine kurze recherche ergeben hat. aber heute und morgen und übermorgen bietet sich gelegenheit zur rache. denn freundlicherweise bin ich zu renovierungsarbeiten geladen, darunter das verlegen von laminat, offensichtlich in der ganzen wohnung. also sägen und klopfen und trampeln, auf fremden köpfen herum. das nenne ich gerechtigkeit. da kommt wahre freude auf. :-)

blöde basteleien

zwischendrin bastel ich immer wieder an der möglichkeit tonaufnahmen herzustellen, was mich mittelprächtig überfordert. das mikro in die soundkarte zu stöpseln ist zwar kein problem, aber ich kriege nicht raus, wie ich die aufnahmelautstärke höher regeln kann. das ergebnis ist und bleibt ein jämmerliches stimmchen, weit weg, tief verkrochen im allgemeinen rauschen. fazit: unbefriedigend. der midirecorder bietet da schon mehr möglichkeiten der aussteuerung. zumindest finde ich sie ohne große probleme. aber wie krieg ich das dann auf die festplatte? verdammt!

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