feige bin ich nicht, das soll niemand behaupten. eben einen neuen arzttermin gemacht, der mit noch größerer angst behaftet ist als die jährliche zahnarztpflicht. blutdruck am telefon bereits schwindelerregend, mit schweißausbrüchen und organisatorischer desorientierung. egal, merkt ja keiner. aber verdammt, das wird was werden. wenn es dann soweit ist, in vier bis fünf wochen oder so.
alle tage
blut
zwei tage pc-basteleien. es gibt schöneres, aber mehr war nicht drin. mein hirn ist matsch derzeit, blutleer, taugt kaum zum räumen und sortieren. oder zum warten, was auch nicht sehr schön ist. hormone sind botenstoffe, richtig? wie wohl die botschaft lautet.
also erst den zweitrechner pflegen und warten, dann den hauptrechner putzen. all der dreck, den das internet so anspült, trojaner und andere blödfische, die so gerne hängenbleiben, sich verstecken in den ritzen und furchen des systems. lange geb ich dem ding nicht mehr, dann muß es neu aufgesetzt werden. naja, warum nicht!?
gestern schnell zur demo geradelt, etwas herumgesessen und gewartet, dann ein wenig mitgelaufen. ich kam mir sehr verloren vor, dort. ich sah wohl auch so aus. ein teilnehmer wollte mich aufklären darüber, worum es ging und so. weil ich da am rand stand, als gehörte ich nicht dazu, und das ist es wohl. es ist, was es ist, so ist es besser. ich habe sie dann laufen lassen, was soll ich am kanzleramt? ich bin nicht wütend, aufgebracht und kampfbereit. nur müde dieser tage.
bin dann wieder zurück zu mir. weiterbasteln, rechnungen schreiben und den brief ans finanzamt, den auch.
morgen ist viel zu tun, auch häßliches. hilft ja nichts.
wie unmittelbar gewalt zu unmittelbarem erfolgt führt, denke ich. die ganze zeit denke ich das, seit wochen und monaten. die welt ist ein schlachtfeld. und wie armselig der humane ansatz, der diese art von erfolg als etwas wenig nachhaltiges brandmarken möchte.
es hilft ja alles nichts.
sonne satt
und meer und wind, aber auch sonne, mehr als genug. meernasse füße auf dem weg von wustrow nach dierhagen und zurück. (naja fast. oder besser halb. also fast halb bis dierhagen und dann durchs wasser zurück.) kommt einer fußreflexzonenmassage gleich und macht hunger.
gleich wird dann der fisch auf der haut gebraten.
frage mich, ob ich dieses mißglückte zahnarztdings irgendwann mal wieder aus dem kopf kriege. nach tagen noch, und das ist lächerlich, erwische ich mich irritiert und verzeifelt argumentierend. an schreiben ist nicht zu denken, die räume sind dicht. selbst der anstehende artikel will nicht, wie er soll. schnell mal flutschen.
was sagt das über mich? verdammt.
1,2,3 usw.
es ist falsch, grundfalsch, arzttermine auf diesen tagen liegen zu haben, die ohnehin mehr als durchlässig sind, ungeschützt und absturzbereit, vor den aufwachen schon. tage, die mit dem aufstehen bereits zusammenschrecken und in folge ebenso zuverlässig wie nachhaltig leicht vor sich hin zittern. es ist grundfalsch, sich an solchen tagen in die hände von ärzten, insbesondere von zahnärzten zu begeben. und ganz besonders sollte man die art arzt meiden, die erst nach zustimmung fragt und es dann nicht mitbekommt, wenn diese nicht erteilt wird.
naja, immerhin hat meiner, den ich heute zum ersten (und wohl letzten) mal sah, mich mit einem blick auf die uhr, einer wegwerfenden geste gleich, quasi aus der praxis geschmissen, ohne daß ich auch nur in die nähe einer behandlung gekommen wäre. dabei habe ich sogar – mehrfach – danach gefragt, fast wäre ich zum betteln übergegangen. ich hätte gern ein paar reparaturarbeiten erledigt gehabt, konnte aber nicht einmal in die nähe der gewünschten information darüber kommen.
sehr seltsame erfahrung. hatte ich so auch noch nicht.
manche tage sind für solche dinge nicht geeignet, für fremde menschen, mit fremder denke, die man an höchstpersönlichen dingen rühren lassen muß. ich wußte es vorher, definitiv. das ist nicht der tag, heute. überhaupt gar nicht. aber wie soll man das regeln, wenn man die termine wochen, manchmal monate im voraus zu planen hat?
ich bin keine maschine, ich weigere mich, auf die art zu funktionieren. ich sperre weder meine angst, noch meine sensibilität einfach irgendwohin weg. nein. nicht mehr.
und was die reparaturen angeht? was solls, verschoben auf nächstes jahr.
grace
kein mensch liegt ohne schicksal in der sonne. denke ich heute, wo mein eigenes mir auf einmal so nachhaltig leicht erscheint. nach all den jahren, so wunderbar passend und gnädig fast.

