lange und gut geschlafen, traumlos. seit dem aufwachen einem seltenen körperlichen wohlbefinden verhaftet.
alle tage
brennen in den augenwinkeln
fast zehn kilo, die mir wie aus dem körper gefallen sind. mehr als die hälfte davon in einer woche, die scheinbar endlose migränezeit anfang des monats. ein tag auf den anderen, ohne unterlaß. brennen, verbrennen, vergehen. dabei arbeiten, irgendwie, weil die deadline schiebt.
jetzt sehe ich nicht nur anders aus, alles fühlt sich auch anders. nicht nur von außen, wenn ich das gesicht in die hand stütze zum beispiel. mein gesicht selbst ist anders, mit jeder bewegung spürbar. wie die hände, ebenfalls viel kleiner, die ringe fallen mir fast von den fingern, greifen anders. was mich trifft, trifft mich direkt. was ich berühre, spüre ich. ich werde wirklich. und ich weiß nicht, habe tatsächlich ich mich verändert. oder ist es nicht doch diese welt, die verdreht worden ist.
dieses gesicht, das neue, mir doch so vertraute. es wird mich verraten. das dachte ich eher beiläufig, vor ein paar tagen. ein wortspiel, mehr nicht. heute, ausnahmsweise mit kontaktlinsen und ohne brille, sehe ich, daß ich noch nie so sehr mein vater war. diese augen, ein wenig zu blau zwar, um wirklich seine sein zu können. und dennoch. da ist das in seinem augenwinkeln, und schon bin ich verraten.
tenderness
jazz am morgen, schön laut. (kip hanrahan, tenderness) ich sortiere manuskripte aus, altes, stinkendes papier. der schredder läuft heiß. auch der originalausdruck von lucas kommt weg. endlich. ich finde vier geschichten, noch undigitalisiert, aus der schreibmaschinenzeit. und handgeschriebenes darunter. lyrik aus den 80ern. tagebuchseiten, die noch älter sind. was nun?
social diet
anfangs ging es bei der ernährungsumstellung nur um besseres lesen und schreiben, um die schlankheit im hirn. wenn ich mich recht erinnere. dann hat sich klammheimlich eine echte ernährungsumstellung hinzugesellt. auch nichts neues. da mich essen generell nicht sonderlich interessiert, fällt einmal im jahr – ungefähr – auf, daß ich schleichend mehr und mehr nur noch lebensmittel in mich hineintue, die weder ernährungs- noch produktionstechnisch annähernd vertretbar sind. dem entziehe ich dann die grundlage durch entzug, in dem meisten fällen handelt es sich um radikalen zuckerentzug. auch das macht den kopf frei und darüber hinaus ein paar ältere hosen wieder passend.
wie es darüber hinaus zum verzicht auf allzu exzessive tv-berieselung kam, weiß ich gar nicht mehr. es ist aber so, statt dessen gibt es immer häufiger musik. einfach nur musik. ich hatte ja keine ahnung, wie begrenzt meine cd-ausstattung im grunde ist. heute dachte ich tatsächlich schon daran, auf die alten schallplatten zurückzugreifen. (lange kann es nicht mehr dauern, das wird ein fest!)
gestern morgen verspürte ich plötzlich eine unbändige lust, auf das andauernde gezwitscher und geplärre zu verzichten. die kommunikationsillusionen, die mir täglich über den bildschirm flattern. so sind jetzt also facebook und twitter aus, einstweilen. ich will ein ebook zusammenstellen und überhaupt: auch mal wieder schreiben. und das braucht raum. netzfrei und ohne doppelten boden.
but i’ll be back.
