am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

sieben migräneengel umschwirren mich heute, wenigstens. schon seit gestern nacht geht das so. diese geflügelten mistbiester. (eben hab ich formigran bestellt, das sag ich euch. gleich sechs stück. also abwarten, wir werden ja sehen, wer am ende noch steht.)

ich tue, was ich kann. trotzdem. auf den rixdorfer weihnachtsmarkt musste ich allerdings verzichten, sonst hätte ich den dringenden artikel nicht geschafft. und die vorbereitungen für morgen auch nicht, da ist schließlich wieder ein richtiger arbeitstag. mit terminen und so. und ohne diese engel, hoffe ich.

sonst weiß ich auch nicht.

koma

vermutlich braucht es nicht die buddhistische grundannahme von ursache und wirkung als kreislauf des leidens, um zu wissen, daß und wie der geist es ist, der das gemüt beherrscht, das wohlbefinden und die kreativität eines menschen. ein einziger nichtiger gedanke, der sich festsetzt, eine falsche annahme, eine dumme illusion, über tage, wochen oder jahre gar gepflegt, vermag eine eigenartige art von angst in gang zu setzen, die nicht nur das gegebene potential gegen null fahren, sondern ebenso körperliche übelkeit verursachen kann. und, als wäre das nicht genug, bleibt der geist dennoch wach dabei, rege und aktiv.

nur völlig machtlos, gefangen. ein schatten der vergangenheit. so war der tag, der gestrige auch und der davor. so lebe ich. manchmal. nicht, daß das wichtig wäre. es ist nur einfach so. und sollte auch mal gesagt sein.

primär

ich bin eine von diesen zahlen, die immer gleich bleiben. egal, durch was man sie teilt, durch sich selbst oder durch das eine andere ganze. ich bleibe immer nur eines, eine, ich selbst. so oder so. das ist nicht meine schuld.

karma

das mit den ämtern ist so eine sache. den einen tag flutscht es, am donnerstag zum beispiel. da ließ sich alles an einer einzigen stelle klären und das ohne wartemarke. ich hatte mit drei stellen an zwei verschiedenen orten gerechnet und das ganze schon einmal vorsorglich auf zwei tage verteilt. und dann funktionierte es, einfach so, ganz von allein. keine stunde hat es gedauert. außerdem war auch noch mein neuer führerschein endlich da, nach fast sechs monaten. viermal hatte ich schon vergeblich da gestanden.

beinah unglaublich für eines der überlaufensten berliner bürgerämter.

nur zwei tage später nervt es dann wieder, das listen schreiben und aufrechnen. alles zur sicherheit dreimal durchrechnen, jedes wort mit goldstaub abwägen. vor lauter angst, irgendetwas falsch zu machen. sehr geehrte damen und herren, leider kann ich ihnen dieses und jenes nicht  beantworten, weil ich die frage nicht verstanden habe. oder wie sagt man das?

stunden gehen dahin und rauben mir den letzten nerv. die seele. so kann ich nicht arbeiten. nicht schreiben. nicht leben. gute nacht.

höllisches durcheinander heute. gefühlt zumindest. finanzielles chaos und ämterstress, arbeitsanforderungen unterschiedlichster art. so eine art spagat, von morgens bis abends. und da ist die steuererklärung noch noch nicht einmal dabei.

dafür all das andere zeug, die bleibende verzweiflung eher privater natur. herbstabstieg ins dunkel. noch bin ich nicht am ende. darauf zu achten, dafür blieb zum glück heute auch nicht viel zeit.

und morgen sieht es nicht viel anders aus. genauso wie übermorgen, denke ich.

ein abschied nach dem anderen. kein anderes ende möglich. kein anderes leben.

obacht

polizeiwagen ohne blaulicht schleicht die weserstraße hinunter. zweiter polizeiwagen, ebenfalls ohne blaulicht, kommt ihm entgegen. nebeneinander bleiben die beiden stehen. konferenz von fahrzeug zu fahrzeug, exakt achtundvierzig sekunden. anschließend: schleichfahrt durch die weserstraße wird fortgesetzt. in entgegengesetzter richtung.

herbst, zeitlos

ich tue meine pflicht. ich bestelle meinen garten. das kleine stück, das mir geblieben ist. ich pflücke die zarten pflänzchen, die in den letzten zwei, drei jahren – tatsächlich – hier und da gewachsen sind. mitten im staub, im leben. jetzt ziehe ich sie einzeln mit der hand aus dem boden. samt wurzeln, wenn es nur irgend geht. ich lasse nichts zurück. sorgsam lege ich das schlaffe, dünne grün beiseite. dahin, wo ich es nicht mehr sehen muß. wo ich es vergessen kann, bis es nicht mehr ist.

bald schon fange ich an zu graben, anfang dezember vielleicht. ein großes loch, das scheint mir angemessen. für die letzten reste.

morgen noch, dann ist tatsächlich so etwas wie wochenende. was soll ich dann tun, schlafen etwa? und träumen? auf gar keinen fall. nein!

es gibt so viel. am besten, ich mache eine liste. vielleicht hilft es ja.

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