am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

night on fire

nachts, so gegen halb drei, werde ich langsam wach, weil draußen ein mann wütend schreit. einmal, dann nochmal, irgendwas mit ficken. ich greife nach meiner brille und rappel mich hoch, gehe ins wohnbüro, um nachzusehen. für den fall, dass ich dringend die polizei rufen sollte. es ist aber die polizei, die da so brüllt. man solle den balkon verlassen, die tür schließen und überhaupt. keine ahnung, wie mein halbschlafhirn auf „irgendwas mit ficken“ gekommen ist.

draußen steht ein geparkter transporter in hellen flammen. die feuerwehr ist noch nicht da, die polizei bemüht sich, die unmittelbaren anwohner zu schützen. mich lassen sie in ruhe, ich bin weit genug weg. ich schließe auch gleich die fenster, ich mag keine plastik-gummi-feinstaub in meiner wohnung. aber direkt bei dem brennenden fahrzeug scheint das interesse groß zu sein, obwohl die flammen fast bis ans baumlaub reichen und die reifen platzen, einer nach dem anderen.

warum der polizist so wütend klingt, immer noch, das erschließt sich mir nicht.

am ende ist alles schnell gelöscht, die motorhaube aufgebrochen und sicherheitshalber die batterie entfernt. alles gut. nur, dass sich in der kurzen zeit ein haufen von menschen mit smartphones versammelt haben, um das ereignis für die nachwelt festzuhalten. die stehen in gebührenden abstand, wie die polizei es verlangt. also genau unter meinem schlafzimmerfenster.

ich schlafe erstmal nicht. dann schlafe ich doch und träume, dass ich vergessen habe, mit meinen hund gassi zu gehen. und dass ich auch nicht weiß, wie ich das machen soll. ich habe keinen hund, nie im leben hätte ich einen.

am morgen ist schon der abschleppwagen da, an einem sonntag. es ist so ein miettransporter, die firma kümmert sich offensichtlich schnell. zurück bleibt ein haufen dreck und schmodder auf straße und radweg. plastik, gummi, öl und wer weiß was noch.

das war das.

ich schaue fußball, 1:2 verloren, fahre eine kleine runde, das motorrad umparken, ärgere mich ein bisschen, dass die eigentlich fixe verabredung zum essen am frühen abend nicht funktionieren mag, dann mache ich halt weiter mit den steuern, nicht viel, aber muss ja, anschließend koche ich selber.

geht doch.

punk

das rote sofa ist durchgetrocknet und kann nun in gänze belegen werden. das habe ich heute gleich mal getan, mit großem erfolg und genuss. das ding tut genau das, wofür ich persönlich es benötige. tagsüber mal zehn oder auch zwanzig minuten schlafen, das ist wunderbar. einfach nur liegen tut auch gut, und das ist ab sofort immer in reichweite. nebenbei ist es dann auch noch ein sofa, wenn mal wer vorbeikommt. als nächstes muss ich nur noch eine passende glühlampe für das schon montierte leselicht besorgen, anschließend versuche ich es mal mit dieser alten, lang vergessenen technik, für die meine mutter mich so gehasst hat: liegen und lesen, mitten am tag.

als erstes heute morgen the lion and the cobra nachgehört. überrascht festgestellt, dass ich davon nur sehr wenig kenne. ich weiß nicht, wie das an mir vorbeigehen konnte. das heißt, ich weiß es doch. ich war etwa mitte zwanzig, hatte endlich zu studieren begonnen und war nach wuppertal gezogen. musikalisch hatte ich, grob gesagt, von punk und wave (bis pop) in die weltmusik gewechselt. so war das damals. wäre die platte nur ein jahr früher herausgekommen, ich wäre vermutlich mit ihr explodiert. da ist punk drin, das ist die grundlage, eindeutig. doch darüber ist wissen und können* genagelt, eingeschossen, wie eine zweite ebene. feinheit und finesse, kraft, bis in den letztmöglichen raum. wahre wirkmacht, beständig bis heute.

das würde ich haben wollen und sofort kaufen. geht aber gar nicht, logisch. da muss ich wohl warten, bis jemand eine box auflegt, wo alles drin ist. ob das wer macht?

jetzt bin ich schon wieder müde. meine energie hängt nicht sehr hoch derzeit, mehr so in der mitte durch, das muss ich zugeben. dabei habe ich nicht viel gearbeitet, viel weniger als möglich gewesen wäre und wie ich es auch vorgehabt hatte. egal, es ist wochenende.

und eigentlich drücke ich mich nur darum, mit dem schreiben zu beginnen, wenigstens mal in das material hineinzusehen. mehr gibt es nicht zu sagen.

* das wissen wir alle, dass punk selten ausgesprochen fein ausdefiniert war. richtig!?

watch it!

ziemlich früh, kurz nach acht, scheppert und rumpelt es vor meinem schlafzimmer. ich denke, es ist samstag und ärgere mich. ich stehe auf und verstehe, dass ja erstmal freitag ist. es ist viel zu viel los draußen. ein auto mit der aufschrift „einsatzkommando“ steht weit in die kreuzung hinein. männer in warnwesten schieben die halteverbotsschilder herum, einer zeigt ihnen wie und wo, der hat auch eine warnweste. dann fahren sie mit ihrem einsatzauto davon. richtig ruhig wird es aber nicht, die glascontainer werden geleert und gerade gegenüber läuft ein umzug. gerade noch recht, eine woche später wäre das eventuell eng geworden.

nach dem frühstück sollte ich eigentlich etwas arbeiten, stattdessen hocke ich auf dem boden, vor meinem frisch gewaschenen sofa, das in der sonne glänzt, beinah leuchtet. mit einer nagelschere schneide ich akribisch die kleinen fäden weg, die die katze der vorbesitzerin über jahre sorgfältig aus dem stoff herausgearbeitet hat. dazu setze ich die lesebrille auf, soweit ist es jetzt mit mir. es geht vorwiegend um zwei stellen, aber da ist es richtig viel. das dauert also, und auch der rest ist überall ein klein wenig lädiert. zum glück ist nichts richtig zerfetzt, sonst wäre das ja kein guter deal gewesen.

vorsichtig arbeite ich mit der schere, über eine stunde lang. so ist das eben mit eine so kleine schere. doch ich bin froh, dass die schnittflächen sich nach oben biegen. ich habe angst, dass ich versehentlich irgendwo zu tief hineinschneide, schlimmer als die katze das zuvor jemals gemacht hat. es gibt bestimmt auch menschen, die vorbeikommen und roten sofastoff flicken. aber muss ja nicht.

in der apotheke bekomme ich statt meiner üblichen drogensorte eine andere ausgehändigt, dieselbe substanz, angeblich, aber eine andere firma. vermutlich, weil die krankenkasse es so will. ich kann es nicht leiden, wenn das passiert und niemand es sich erklären kann. ich weiß auch nicht, ob ich auf dem gebiet experimentieren möchte. im supermarkt dagegen bekomme ich endlich wieder manchego, im ofen hockt also jetzt gerade ein frischer käsekuchen. und in der physiopraxis kann ich fast genau wie ich es gern hätte neuer termine machen.

dann arbeiten, unterbrochen immer noch von musik und videos, nachrufen auch, offizieller und eher privater natur. ich ärgere mich, weniger über die offiziellen stimmen, die danebenliegen. das ist es nicht wert. wohl aber über die privaten öffentlichen notizen, auch wenn ich im detail nicht dazu äußere.

doch ich frage mich, ob nicht genau die, die sich sonst immens aufregen, wenn jemand den tod eines recht alten menschen mit dem gedanken kommentiert: hat sein*ihr leben gelebt. (walser zum beispiel.) weil es ja nicht am alter liegt, ob jemandem der tod willkommen ist. stimmt. aber achtung!

sind es nicht genau diese menschen, die sich jetzt ihrerseits versteigen und mitfühlend meinen: gequälte seele, endlich zur ruh.

nein!

reminiszenzen

früh hoch und los zur blutentnahme, die übliche rheumatherapiebegleitung. nichts besonders, nervt nur, weil ich es immer wieder vergesse. mit ein bisschen glück konnte ich dann gleich auch zur ärztin rein, obwohl der termin mit ihr erst in ein paar wochen gewesen wäre. so hab ich das rezept für die neuen drogen jetzt schon in der tasche. von da aus, quer durch die stadt, zur hausärztin für die neue physioverordnung. done, noch vor zwölf.

nur die neue parkplatzsuche für die maschine hat auf anhieb nicht geklappt. die sperrungen sind auch in meiner straße raumgreifender als erwartet. probeweise hab ich die kiste schräg gegenüber abgestellt, aber da steht sie nicht gut. es ist auch zu eng, um sie da rein- und wieder rauszubekommen, wenn die sperrung erstmal steht. ich bin dann später mit dem rad los, musste ohnehin noch einkaufen, habe nebenbei ein bisschen geschaut. und gefunden. fünf oder sechs abstellmöglichkeiten in einer reihe, die stellt mir so schnell keiner zu. guter grund, zwischen großen blumenkübeln, ich will ja den gehsteig nicht verstellen, zu- und abfahrmöglichkeiten, die nicht von bordsteinkanten erschwert werden kann. da erwarte ich keine probleme, ich bin zufrieden. nur außer sichtweite ist die kiste dann, vielleicht dreihundert meter weg. das ist seltsam.

ich höre sinéad o’connor-songs , immer wieder, sehe mir videos an, von denen mir viele vertraut sind. die frühen, die alten. ich denke, ich hätte doch mal hingehen sollen zu einem ihrer konzerte, vor jahren schon. schön blöd, aber vermutlich hatte ich einfach kein geld. da denkt man so etwas gar nicht erst.

irgendwann rasiere ich mir den schädel nach, waren schon ganz weich geworden, die stoppeln. (wie gut, dass ich auf die idee schon vor wochen gekommen bin. sonst wäre es jetzt irgendwie blöd.)

zum arbeiten komme ich so nicht wirklich, aber ein bisschen dann doch. genug, dass ich im rennen bleibe, da mache ich mir keinen kopf. morgen ist auch noch ein tag.

am nachmittag kommt der mann mit dem kärcher und reinigt das neue, alte, geschenkte sofa. das ist nicht wirklich dreckig oder gar fleckig, aber eben ein paar jahre in gebrauch, noch dazu aus einem katzenhaushalt. da kann eine reinigung ja nicht schaden. da kam also ein sehr freundlicher servicemann mit einer großen maschine und angenehm riechender reinigungslösung im gepäck. bei der tür zog er ungefragt die schuhe aus, schlüpfte in seine mitgebrachten gummihausschlappen und machte seine arbeit. perfekt! den bestelle ich mir unbedingt wieder.

und habe jetzt ein wohlriechendes, noch leicht feuchtes, superfluffiges, frischrotes sofa hinter mir zu stehen. morgen abend werde ich einziehen können. hoffentlich.

draußen ist regen.

sinéad

es kommt nicht oft vor, dass ich durchatmen muss, mehr als einmal, wenn ein mensch stirbt, den ich nicht kenne. nur die stimme, die lieder, durch die zeit, und die kraft.

ich bin kein fan von Sinéad O’Connor, ich war nie auf einem konzert. ich wäre nicht einmal auf die idee gekommen. ich kenne jede menge ihrer songs und platten, die letzten vielleicht nicht mehr so. das könnte ein fehler sein, doch ich tauge wenig zum fantum. ich strebe nach begegnung, nicht nach bewunderung.

was mich immer erschreckt hat, war die art, wie ihr leben öffentlich vereinnahmt wurde. wie nicht diese stimme, deren klarheit und kraft sie getragen haben mag, durch alle qual und peinlichkeit hindurch, gepriesen wurde. immer und immer wieder, wie es ihr zugestanden hätte. wie nicht die klarheit und wut ihrer themen und aktionen hochgehalten wurden, sondern ihr hadern, suchen und scheitern. warum?

um ihre stimme zu drücken? zu hindern? zu negieren? oder was!?

es muss zugegeben werden: sie hatte recht, ob sie es sang, sagte oder schrie. jahrzehnte später torkelt z. b. die katholische kirche, rettungslos ins aus. (wo sie hingehört.) weil keiner ihrer heiligen vertreter auch nur einen hauch klarheit finden kann, keine geste, kein wort. nichts. es gibt keine antwort.

auf kristallklar gelebte gewalt.

viele menschen leben damit als sei es ein haustier, ein böser dauergast, über jahre und jahrzehnte. sie sind überall, die menschen, die wissen, was gewalt ist, und dass es niemals vergeht. das wissen darüber. die meisten haben das glück, damit nicht in einer großen öffentlichkeit stehen zu müssen. ich habe das noch größere glück, keinen substanzen verfallen zu können. warum auch immer. das hat mir meine klarheit erhalten, den boden und den blick.

niemand weiß, wie genau sie nun gestorben ist. man kann es sich denken, auch ich denke mir etwas. aus. mache es passend für mich. das mag stimmen, vermutlich aber nicht. wie auch? doch es kommt nicht darauf an, sterben ist nichts besonderes. das tun wir alle gleich.

ich will dieses leben preisen, die klarheit dieser stimme, die wucht und die wut. die angst dahinter, die kein wunder ist und keine schwäche. auch keine verwirrung, nur unausweichlich da. himmel, ich preise diese unfassbare standhaftigkeit, all die jahre; dass sie nicht mit 27* schon gegangen ist.

stattdessen am leben geblieben und präsent. und wie!

* wer weiß schon, wie sich janis joplin, kurt cobain oder amy winehouse bis 56 durchgeschlagen hätten. das frühe versinken ist keine große kunst.

noch anders, jetzt

nachdem ich neulich schon vermutet hatte, dass der weitere weserstraßenumbau (zur längsten fahrradstraße berlins) endlich weitergehen würde, und das dann kurz darauf enttäuscht wieder verworfen hatte, habe ich seit heute gewissheit.

über das hausverwaltungsportal erreicht mich ein schreiben mit wichtigen anliegerinfos für die kommenden monate: ab montag wird die straße vor meinem schlafzimmer vollgesperrt, anschließend die fahrbahn für das zu erwartende radleraufkommen sauber asphaltiert, die gehwege und baumscheiben überarbeitet und zuletzt die neue funktion als fahrradstraße entsprechend ausgeschildert. vermutlich verbunden mit hübschen neuen einbahnstraßen- und abbiegeregelungen für den autoverkehr, das wird so manche hier nicht freuen.

mich dagegen freut es, schon bei meinem einzug vor fast zwanzig jahren hatte ich von einer asphaltiertung geträumt. wenn große fahrzeuge vorbeifahren vibriert der holzboden unter mir und das nicht schlecht.

das lustige daran ist, dass ich hier nicht direkt im anschluss an den bereits fertiggestellten teil der straße wohne. da wird ein ziemlicher sprung gemacht, damit der außengastro weiter oben in der straße das sommergeschäft nicht durch bauarbeiten vermiest ist. das ist doch nett gedacht, obwohl die hiesigen gäste sicher auch gern in baustellenabgünden party machen. ich kenne doch das urbanglobale gästespektrum, das sich regelmäßig hier einfindet. die würden das lieben, so cool.

bis ende des jahres soll der bauzauber dauern, da bin ich mal gespannt. das könnte richtig schön laut werden, jeden morgen aufs neue womöglich. ich weiß. und ich muss mir zügig einen neuen stellplatz für das motorrad ausdenken, das ist auch nicht schön. hier gibt es im grunde nur platz, der mit diesen kleinen gehwegsteinen steinen gepflastert ist. die hebelt die 230-kilo-kiste* leider ziemlich schnell aus.

* ich glaube, ich hätte da ein schickes oldtimer-motorrad zu verkaufen, kawa gt 550, bj. 86, äußerlich ein bisschen verramscht, aber technisch immer gut gepflegt.

absurder sonntag

bügeln hilft, wenn gar nichts mehr geht. das ist eine erfahrung. zum glück standen da drei körbe mit all dem, was sich aufgrund der für mich nicht unerheblichen abwesenheit angesammelt hat. da konnte ich gut bügeln heute, aber es hat nicht geholfen.

viel mehr gibt es nicht zu sagen, es war kein anfang möglich. das hatte ich auch gar nicht vor, heute morgen, als ich davon geschreiben habe. das war eine absichtserklärung, ein versprechen, das zur gewissheit werden soll. ein manifest vielleicht, mein manifest der vergeblichkeit. das wissen darum, dass es immer wieder von vorn losgeht. das wissen, dass es sinnlos bleibt.

das hätte ich nicht gedacht, vor jahren an der uni. damals habe ich mit camus noch gehandert, geflucht sogar. das ist lange her, und heute ich weiß es besser.

das war ein dunkler sonntag, einer ohne bewegung, in relativer starre verbracht. das muss nichts heißen und ist nicht schlimm. ich merke, wie ich schaue und suche, wie auch hier mein ansatz, mein stil sich umtut in letzter zeit. es ist schon ganz nah, womöglich. ich greife nur deshalb nicht zu, um es nicht zu verschrecken. das scheint mir wichtig.

doch vielleicht ist das alles auch nur müdes geschwätz. es ist spät, und ich bin nicht zufrieden mit dem tag. ich bin allein, wenn ich nicht schreibe. ich bin allein, weil ich schreibe. ich schreibe nicht. so dreht meine welt.

als nächstes schlafen. dann arbeiten, den ganzen tag bis in den abend. dann schlafen, dann arbeiten, dann schlafen. dazwischen kein platz für das schauen und die suche, keine weiteren worte. eigentlich will ich das nicht, so leben. schon lange nicht mehr.

dieses leben frisst mir die zeit. es raubt mir die möglichkeiten, die ich vor mir herschiebe, seit jahren schon. die sich aufstapeln und zum ende hin türmen. gegen die wand.

das ist eine angst, heute, dass ich mich sinn- und spurlos aus dem leben schiebe.

alles lüge

läuft irgendwie, ganz ordentlich. die woche war nervig, viel zusätzliche arbeit. durchgedreht bin ich dennoch nicht, nur so inwendig etwas aufgedreht. was ich dann schnell wieder abdrehen konnte, keine ahnung wie. ist ja sonst nicht so meine sache, die nervigen dinge gelassen zu sehen.

heute als erstes zum tangounterricht, das war außerordentlich klasse. für mich zumindest, ich weiß nicht, wie die anderen das sehen. doch die gruppe ist klein, sehr klein und heute noch kleiner. das ist beinah wie einzelunterricht. das geht ins detail, und das tut weh. das muss.

weh tut es immer, der rest ist zweifel. das sage ich in aller klarheit.

zu hause dann ein bisschen arbeiten, ein bisschen glotzen und den müll. nein, gar nicht, das ist nur text, der sich von allein schreibt. das ist lüge. noch ein bisschen an die steuern bin ich, immer noch rechnungen zusammenzusuchen und sortieren. das ist wahr, und das dauert ewig. ich hab dann auch schnell wieder aufgehört, aus angst vermutlich.

oder müdigkeit, es ist recht kühl geworden. heute morgen habe ich im bett eine ganze weile ein wenig gefröstelt, bis ich dann richtig wach georden bin. und gestern war es nass, sehr nass am dyke march. so nass, das wir zu mehreren in meine wohnung geflüchtet sind, allesamt die nassen schuhe und hosen ausgezogen, sekt und saft getrunken und auch sonst viel herumgealbert haben. sowas ist ja eher selten bei mir.

zwischen all dem schaue ich in eine seltsame leere in letzter zeit. das ist mir fremd. da tauchen geschichten auf, die ich nicht kenne, obwohl ich durchaus von ihnen weiß. mein hirn ist ein elefant, da geht nichts verloren, was auch nur ein wenig zusammenhängt. mit mir. jetzt brechen da dinge auf, wie schon lange nicht.

ich sollte mich mit lyrik beschäftigen, das könnte helfen. das blog dazu steht ja bereit. gedichte waren zuerst, und die besten zwei, die sind meiner mutter. fällt mir gerade ein, alles gut.

heute ist gut

langsam bin ich wieder zu hause. ich fühle es, wenn ich aufstehe am morgen. das ist mein ort, derzeit. hier bin ich gut.

nach dem vielen waschen, aber noch vor dem bügeln, schaffe ich es langsam wieder, die dinge zu schieben, die an diesem ort hier geschoben werden wollen. ich arbeite also nicht nur das zeug weg, ich arbeite halt, verdiene mir mein leben. während ich danach und davor oder dazwischen, die dinge im leben verändere.

das neue (alte, geschenkte) sofa ist jetzt seit einer woche hier, und langsam findet es sich ein. und ich mich mit ihm. es nimmt mehr raum als das vorherige, seine farbe verändert dem raum, macht ihn weicher. während ich anfangs dachte, sie würde ihn sprengen. in der nächsten woche kommt jemand, um es zu reinigen. nicht, dass das nötig wäre. aber es gefällt mir, diese freshness vielleicht, die dadurch hoffentlich entsteht.

die steuern habe ich angefangen, heute, einfach so. die rechnungen aus vier oder fünf quellen zusammenzusuchen, das ist in jedem jahr die eigentliche herausforderung. die akribische prüfung, ob da nichts doppelt auftaucht, was es in jedem jahr tut, natürlich, und ich weiß nicht, warum ich das nicht besser mache. irgendwann.

das gesicht fühlt sich heute zum ersten mal nach dem zahnverlust wieder an, wie mein gesicht sich üblicherweise so anfühlt. ich kann wieder einigermaßen normal essen, nur das drücken gegen den schädel muckt noch. wenn ich die stelle treffe, doch die wird immer kleiner. mein hirn beschäftigt sich bereits mit den anstehenden bauarbeiten, um den nun nötigen ersatz zu schaffen.

und alles andere auch.

was ich nicht erreiche, das liegt innen, da, wo das schreiben wohnt und wartet. mit erinnerung verbunden, das lässt sich nicht zwingen, ich weiß. und ich weiß auch die wege, dahin zu finden. ich habe die mittel, schon immer. in berlin ist eine löwin unterwegs.

das macht mir keine angst.

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