am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

müde und leicht betrunken. gut gegessen und bestens unterhalten. richtig zufrieden also.

mitternacht, feierabend. ich weiß wirklich nicht, warum sich in letzter zeit immerzu eines ans andere reiht, ohne ein kleines bißchen platz für den eigentlichen teil der arbeit. dem denken, dem suchen, dem schreiben. ich weiß nur eines, das ist nicht gut, überhaupt nicht. das muß sich wieder ändern. bald.

so verdammt lange tage derzeit. aber wirklich jetzt. wo diese doch eigentlich längst angefangen haben, kürzer zu werden.

kleine pause. leichte fingerübungen. ich bin so müde.

ganz ohne arbeiten geht es nicht, das ist klar. wo kommen wir da hin, einfach mal so gezielt nichts zu tun. so geht das einfach nicht. hab also gestern doch noch alles gut durchsortiert. so muß das sein. damit es dann heute und morgen und übermorgen und am montag usw. flott weitergehen kann.

frei und flexibel

36 stunden migränebedingt ausgebucht. arbeitszeitverlust. einkommenseinbuße. lebenszeitverminderung. naja. so ist das eben. zum glück kommt ein solcher totalausfall nicht mehr allzu häufig vor. in festanstellungen war das schlimmer, damals, wenn ich mich recht erinnere. häufiger auf jeden fall, die starre fördert das wohl. jetzt, im freien fall, tag für tag, packt es mich nur noch alle drei monate oder so. vielleicht. aber dann richtig.

heute bemühe ich mich, trotz arbeitsstapel, einfach mal einen tag wochenende zu machen. besser ist besser. also gezieltes nichtstun. frei haben, statt frei sein. und das wetter paßt auch. also ich bemühe mich. zumindest gleich dann, wenn ich mit dem gröbsten durch bin, an dem ich jetzt schon seit einer stunde sitze.

letztendlich

die meisten lehrer sind dumm, schreibt madame und hat mehr als recht damit. die meisten lehrer steckt man in die tasche, und die sache ist erledigt. wichtig ist nur, daß genug lesestoff vorhanden ist. doch das ist ja zum glück kein problem. bücher sind überall, und mittlerweile gibt es für den notfall ja das netz.

nach überstandener schule sieht die sache anders aus. da sucht man sich die lehrer selber. und man ist überrascht. zum ersten mal vielleicht, verehrt man sie, möchte gesehen werden, wirklich wahrgenommen. und nicht einfach in ruhe gelassen werden.

manchmal paßt es einfach, und es geschieht, daß man voneinander lernt. tatsächlich. eher selten leider, aber dennoch. bis man sie wieder verläßt, die selbstgewählten lehrer. das passiert. das muß sogar sein. oder sie gehen von sich aus, irgendwann.

zum zweiten mal in dieser woche erfahre ich also heute vom tod einer meiner früheren lehrer. genauer, eine lehrerin. diesmal nicht weit weg von hier, in wuppertal. diesmal ganz in der nähe, in berlin. gesehen haben wir uns nicht mehr, auch wenn ich wußte, daß sie hergezogen war. vor jahren schon. die neue telefonnummer habe ich brav gespeichert, aber letztendlich nie benutzt.

und ich begreife im moment nicht so recht, warum eigentlich nicht.

alte sachen

überrascht lese ich bei fragmente, daß es ja dinge gibt, die man in der kindheit besessen hat. und die da vermutlich noch irgendwo herumliegen. in kisten oder kartons, verpackt im keller vermutlich. vielleicht sogar im früheren zimmer, in dem haus, in der wohnung von damals. das alles gibt es ja noch. eventuell. die gegend, in der man als kind gewesen ist. wo sich jetzt womöglich immer noch irgendwer aufhält, der oder die davon weiß. das hört ja nicht auf. stimmt, das hatte ich total vergessen.

vor über 25 jahren habe ich meine sachen gepackt. alles, was zu mir gehört. den kleiderschrank nutze ich heute noch. den schreibtisch auch und einiges mehr. was ich zurückließ, gehört nicht mehr mir. so sehe ich das.

meine mutter hat mir zum abschied, damals, die drei fotoalben mit meinen kinderbildern ins bereits leere zimmer gelegt. symbolisch sozusagen. jedes einzelne bild hat sie selbst geknipst und das gar nicht mal schlecht. kein einziges hat sie behalten. vermute ich. ich habe sie nicht gefragt.

ich habe die alben mitgenommen und dafür meine schlüssel zurückgelassen. damals war das bitter. erst jahre später konnte ich mich dazu entschließen, diesen ort auch auf einladung nicht mehr zu betreten. aber so schlimm, wie man annehmen könnte, war es auch wieder nicht. solche dinge entwickeln sich langsam. man hat zeit, sich daran zu gewöhnen.

im nachhinein halte ich diesen vorgang sogar für ausgesprochen gerecht und weise. ich ließ ihr das kind. die puppen, mit denen ich nie gespielt habe, die kinderbücher und all die dinge, an die ich mich nicht mehr erinnere. sie ließ mir mein leben.

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