am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

ebook bauen (5)

warum ich spät abends mit der arbeit beginne und dann damit in die nacht hinein treibe, weiß ich nicht. auch mein geist ist im grunde am morgen frischer und später dann eher ein nervöses wrack. nicht gut eigentlich für korrekturen.

heute nur ein text, ein langer aber. den ich noch dazu kurzentschlossen ein klein wenig gründlicher überarbeitet habe. es kommen noch zwei weitere solche, bei denen mir das passieren könnte. passieren wird.

ebook bauen (4)

ich lese die alten, wiedergefundenen schreibmaschinentexte, an die ich mich allesamt so gut wie nicht erinnere. 20, wenn nicht 25 jahre alt. die kopien sind mit büroklammern zusammengeheftet. beim abziehen sehe ich, daß sie mit der zeit nicht nur druckstellen, sondern auch rostspuren auf dem papier hinterlassen haben. zum lesen setze ich die lesebrille auf. wie grotesk. eine sehr eigenartige konfrontation mit einem anderen ich.

der erste text, stilitisch eine katastrophe, hier und da peinlich, aber insgesamt bin ich überrascht. das ist gut. das ist leicht und schwer zugleich, sogar witzig, hier und da. ich bin wirklich überrascht.

irgendjemand hat die texte offensichtlich korrekturgelesen, sie sind voller zeichen und hinweise. ich weiß nicht mehr, wer das gewesen sein könnte. der zweite text ist langweilig, aber versöhnlich. schon wieder eine überraschung. das papier riecht nach altem papier.

nicht ist peinlicher als mißglückte sexszenen. text drei hat zwei davon, zweieinhalb vielleicht. schlimm, aber der rest ist tröstlich lebendig. und da ist ein ich das irgendwie mich selbst beschreibt. wobei mir dieses selbst mir beinah autistisch vorkommt, sehr seltsam. vermutlich bin ich beides nicht, weder das ich noch das selbst. ich bin nur die, die das geschrieben hat.

text vier, ich schreibe alles klein. damals also auch schon. ich bin erleichtert. was ich beim ersten, flüchtigen durchsehen vor ein paar tagen als grobheit identifiziert habe, war offensichtlich nur eine aktuelle panik. das alles ist stilistisch nicht mehr meins, es ist alt und zum teil recht wirr. hier und da stürzt der text ins banale, dann wieder in eine worthülsenreiche dramatik. aber es ist nicht menschenleer, vor allem sind die menschen nicht leer. davor hatte ich am meisten angst.

der letzte text. darin hatte ich neulich schon geblättert. und der war es, der mich zu dieser grobheitsvermutung verleitet hat. viel sex, dementsprechend peinlich. doch wenn ich über die unzulänglichkeit der umsetzung hinaussehe, ist auch dieser text im grunde vertretbar. (steht da doch zum beispiel: Kein Schrei verläßt seinen Traum.) mehr noch, er schlägt einen erkennbaren bogen, tatsächlich, über die vergangenen jahre, jahrzehnte.

ich bin so anders, so alt, wie ich inzwischen bin. so reich und so arm. aber ich bin ein ganzes.

(keiner der texte wird in das ebook kommen. die ersten vier kommen in den koffer, der letzte auf den stapel mit den aktuellen stoffen. zur erinnerung.)

ebook bauen (2)

jeden tag ein text oder aber wenigstens 10 seiten. so geht es vielleicht. (keine ahnung, warum ich den blick nicht bündeln kann, warum ich immer wieder ausfliege.) im ersten text gleich viele, sehr seltsame fehler gefunden. falsche wörter sogar. dennoch arbeite flüchtig, nicht gründlich. schaue wirklich nur nach fehlern, ergänze hier und da ein wort. ändere ein paar unds, oders, abers. mehr nicht.

dann noch die erstveröffentlichungshinweise ergänzt und noch einen text eingefügt. den ich möglicherweise wieder auswerfe, kann gut sein. die vier auf papier gefundenen noch nicht angesehen.

die alten texte zu lesen bekommt mir nicht. ich bin erstaunt über die grobheit darin. meine grobheit wohl, vor 15, 20 jahren. nach zwei tagen ruhe ist die übelkeit jetzt wieder da. keine ahnung, wie und ob das gut ist, was ich da tue.

novella (23)

alles gelöscht, 42 seiten. dann einen neuen ersten satz geschrieben. (geht ein  bißchen durcheinander hier, ich weiß. was soll ich machen?)

ebook bauen (1)

vier wochen ist es her, da habe ich die erste grobe zusammenstellung gemacht. klammheimlich, ohne es groß zu erwähnen. seitdem nichts, außer dem gedanken daran. höchste zeit also.

gestern den ganzen tag vertrödelt, verspielt. heute auch wieder, beinah zumindest. vielleicht das thema. ganz sicher das thema. da geht etwas in mir zuende. endgültig. und ich muß mit, ich muß da durch. einmal noch. dabei erkenne ich, wie könnte es anders sein. das, was recht ist, ebenso wie die vielen fehler. alles, was falsch war und was falsch bleibt. weil es falsch ist.  die schuld und die schande. da läßt sich nichts retten im nachhinein.

aber das ist nur das leben, das sind nicht die texte. die taugen. oder sie lassen sich an entscheidenden drehpunkten ein klein wenig verschieben. bis es stimmt. nun ja, vielleicht. was weiß denn ich?

eben die zwei texte gelesen, die ich zunächst einmal eingebaut habe, obwohl ich mich so gut wie nicht daran erinnere. vermutlich etwa zwanzig jahre alt, womöglch noch älter. der eine macht mich ratlos, der andere berührt. (seltsam, die eigenen texte auf die art beinah wie neu zu lesen.) beide sind ein bißchen wirr, kommen mir heute unfertig vor. aber ich denke, ich werde sie drinlassen. sogar beinah so lassen, wie sie da stehen, vielleicht nur ein paar grobe unklarheiten beseitigen.

einen weiteren text, zirka zehn jahre alt, rausgenommen. bei ein paar anderen noch unschlüssig. hier und da überrascht gewesen. dann die erschreckende erkenntnis, 117 seiten korrekturlesen zu müssen. und das buch vom tischer lesen, damit ich nicht alles falsch mache. (womöglich muß ich das ausgangformat in word noch einmal gründlich überdenken. ich krieg grad das grausen.)

die dinge des lebens

neulich habe ich eine geschichte angefangen, in der jemand die wohnung eines verstorbenen ausräumt. alles kommt weg, die wertung erfolgt in containerkubikmetern. so ist das mitunter, auch bei verwandten. nur ein paar schrauben steckt die person sich ein, einfach so. weil sie schön sind. mattschwarze linsenkopfschrauben.

novella (22)

ich denke, ich sollte die gegenwart vergessen, sie verwerfen und in einer nahen vergangenheit weitermachen. über längere texte trägt die gegenwart nicht, mich zumindest nicht. zehn bis fünfzehn seiten, vielleicht zwanzig. so denke ich, bis ich merke, daß ich das schon vor ein paar wochen gedacht habe.

also: umschreiben. alles. sofort.

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