ich weiß nicht, wann ich das endlich lerne. immer wenn ich behaupte, etwas sei zum glück keine migräne, dann ist es dann am ende doch. das kann doch nicht so schwer sein, nach zirka 40 jahren. (immerhin hat das migränemittel mal wieder gewirkt. ist ja auch was.)
arbeit. und zeit.
in einem englischen café sitzen, bei cream tea und ginger beer, eins nach dem anderen. dann noch salat.
aber eigentlich den text aufgeschlagen und seite für seite gelesen. langsam gelesen, beinah schon durchgegangen. also gearbeitet, mit bleistift.
alles ist gut.
ich weiß zwar nicht mehr genau, welche kapitel ich schon mehrfach überarbeitet hatte und welche noch ganz roh sind. aber ich kann es sehen. da sind etliche seiten, die mich beim lesen ziemlich zerfasern. wenig klar, viel gefasel. das ist es, genau da muß überschrieben werden. aber sonst nichts, das braucht nur arbeit. und zeit.
also nichts ist kaputt, kein schwachsinn oder irreführendes. auch die weitere geschichte tut sich schon auf. wo es hinmuß. wo es hinwill. was noch fehlt. wird sich finden.
wie auch der titel, es gibt schon ideen. ein wichtiger neuer name ist auch gefunden und, bislang, ausreichend gut. weitere bloginfos zum romanfortschritt wird es unter dem titel „bonding“ geben.
(blöd, daß mir immer soviel englisches einfällt. bei der titelfindung hilft es nicht, aber für hier passt es gut in die nachfolge von „going“. finde ich. natürlich ist es auch ein wenig zwiespältig, ich weiß. aber das will ich auch so. nur halt nicht für den titel, logisch.)
wer hätte das gedacht.
morgen noch einmal das letzte drittel, gründlich. da habe ich heute geschludert. dann sollte alles bereit für aktive arbeit sein.
also: schreiben.
rumradeln
es spricht durchaus für mich und diesen ort ‒ oder? ‒ daß ich den schleichradweg am wasser entlang ins zentrum, wo ich gestern dn englischen laden mit creamtea entdeckt hatte, gleich am zweiten radtag gefunden habe, ohne überhaupt danach zu suchen. und umgekehrt auch, also den rückweg.
lag einfach so auf dem weg. bin nur so rumgeradelt.
weniger schön: daß ich am diesigen, eher kühlen morgen das paddeln verworfen habe, um wenig später schon festzustellen, daß es wohl keinen besseren tag hätte geben können. sonne satt, aber nicht allzu heiß. immer wieder mal ein paar wolken, wenig wind.
die seele hätte es gebraucht.
aufrecht
der schreibtisch in meiner derzeitigen künstlerklause ist übrigens kein schreibtisch. es ist nur ein tisch mit einem stuhl, das macht sich nicht besonders gut für den alten rücken, nacken und damit für den gesamtschädel, der allzuschnell erschöpft und müde darniederliegt.
dabei ist es gerade mal zehn. aber die angelegenheit verdichtet sich ja, und es gibt pläne für morgen. da darf ich in ruhe schlafen. oder?
verbunden
erst dachte ich, das essen wäre nicht gut und mir würde schlagartig schlecht davon. ein gutes zeichen für die schlechte wahl, die ich getroffen hatte. dann wurde mir klar, daß es der papierberg war, den ich wirkmächtig neben dem essen hingestapelt hatte.
mit den handschriftlichen notizen war ich schnell durch. überraschend viel war durchaus lesbar, dafür aber inhaltlich kaum noch nachzuvollziehen. die digitalen notizen dagegen, extra ausgedruckt: durchdacht und brauchbar. basiszeug, daten und namen, konstruktionsideen. das ist wichtig, sonst komme ich da gar nicht mehr rein.
dann war da noch das grüne buch, das ich fast vergessen hatte. notizen von unterwegs. so etwas braucht man, wenn zwischendrin noch andere arbeiten anstehen, nicht nur die schreibarbeit. ich zumindest brauche das, muß es immer in der nähe wissen. um die kleinen ideen und einsichten zu notieren, textpassagen auch. so etwas behalte ich einfach nicht im hirn. im hirn behalte ich nur, daß mir etwas eingefallen war. nicht aber was. auch das grüne buch ist ebenfalls weitgehend lesbar, aber viel anfangen kann ich erst einmal nicht damit. vielleicht ist es auch nicht mehr wichtig.
insgesamt unbefriedigend. der text ist außerdem der text, auf den kommt es an. also die notizen zusammengefaltet und eingesteckt. und an den text.
ich habe nicht alles gelesen, das war zu aufregend. das mache ich morgen, vielleicht. ich sollte es tun. ich habe also nur in dem ordner herumgeblättert. ich habe vorne angefangen, aber das war ernüchternd. ich habe weiter hinten ein paar zeilen gelesen, das war noch schlimmer. dann habe ich den bleistift herausgeholt, um gleich mal die nötigsten streichungen vorzunehmen. ab da wurde es besser.
dann kamen die zwei seiten, die mich umgehauen haben. ich wußte zwar, daß ich sie geschrieben hatte. aber nach über drei jahren wußte ich es auch irgendwie nicht mehr. und es hat mich gepackt. da paßt fast alles. ein paar worte nur, ein oder zwei stellen, die mehr genauigkeit brauchen.
es ist, was ich will, daß es ist.
überhaupt stimmt der ton, im großen und ganzen zumindest. kürzen muß ich und putzen. kitsch und ramsch muß weg. die dinge müssen klarer werden, die sprache auch. dabei ist sie für meine verhältnisse schon relativ knapp. das alles ist arbeit, aber das war wohl klar. zum teil ist der text noch roh, erstniederschrift, ohne jegliche bearbeitung. das kann also noch gar nicht stimmen. bei mir nicht, niemals.
randnotizen: die namen stimmen nicht alle. besonders der der erzählerin ist falsch, und obwohl der natürlich am wenigstens auftaucht, stört es mich immens. es gibt auch keinen titel, der bisherige war ja auch nur ein arbeitstitel, und der liegt inzwischen vollkommen falsch. die story hat sich verändert, das war mir gar nicht so recht bewußt. obwohl ich es natürlich wußte.
es geht im kern gar nicht (mehr) darum, daß jemand geht. im gegenteil, es geht um verbindung, um familie eben. obwohl auch das wieder nicht stimmt, es geht gar nicht um eine familie. oder doch? heißen mütter und väter und kinder zusammengenommen nicht familie? ach, was weiß denn ich. das umfasst soviel mehr, und am ende ist es hoffentlich nicht nur diese eine geschichte. eines wächst aus dem anderen, das ist derzeit meine hoffnung.
genug der rätsel. keine ahnung, ob mir ein guter titel gelingen wird. ich bin skeptisch, will aber auch nichts konstruieren. auf jeden fall jetzt noch nicht. also muß ich damit leben. und arbeiten, irgendwie.
den weg gehen.
jetzt doch mit rad unterwegs, die vermieterin hat es mit günstig zur verfügung gestellt. rot ist es, mit damenrahmen und rücktrittbremse. was auch sonst. außerdem macht es mitunter seltsame geräusche. die handbremse bringt fast nix, ich muß also rücktreten. das habe ich mit etwa 11 jahren das letzte mal gemacht. das ding macht mir mehr angst als das rennrad zuhause, und das will was heißen. ich schleiche durch die straßen, altersgemäß könnte man sagen, aber ich komme herum.
die suche nach einem café hat sich entsprechend gezogen. vielleicht auch, weil ich nicht anhalten wollte, einfach so, weil ich keinen platz finden konnte. für mich. so bin ich oft, so bin ich meistens, wenn es um etwas geht. dann finde ich mich nicht zurecht. anhalten konnte ich erst, als ich längst die kleinstadtmitte erreicht hatte, und das auch nur, weil da musik war. straßenmusik, die mich gelockt hat. also kein wasser, kein see, wenig gemütlichkeit. stattdessen ein solider routinebetrieb ohne jeden pfiff.
erst auf dem rückweg stoplterte ich über ein englisches café, außen angeschlagen sind scones und clotted cream, also cream tea. verdammt! (ich hoffe, ich finde das morgen wieder.)
papierkram
nachzulesen, was ich vor jahren unter dem titel „going“ als schreibreflexion über dieses projekt zu verkünden hatte, scheint mir zunächst einmal sinnlos. zuerst kommt die papierarbeit, der mehr oder weniger sorgfältig zusammengeheftete ordner mit bereits bestehendem text, ausgedruckt und vollgekritzelt mit blei. das erinnere ich noch. dazu die notizen, zum größten teil wohl auch handgeschrieben. das werde ich kaum noch lesen können.

abgesehen davon, daß „GEHEN“ nicht der titel sein kann, das immerhin ist klar. GEHEN muß gehen. selbst „going“ funktioniert nicht mehr als blogbegleitung, bewegt sich beides in die völlig falsche richtung mittlerweile. das weiß ich. aber weiter weiß ich nicht.
am besten, ich nehme den packen mal mit raus und suche mir irgendwo ein café, in dem ich es zwei, drei stunden aushalten kann. wasser hätte ich gern dazu, klar und ruhig. seen gibt es ja hier genug.
darf ich das? haben, mir wünschen? darf ich mich trauen?
arbeiten will ich
aller anfang ist schwer. noch schwerer aber ist es, verlorene, fast vergessene, womöglich längst verrottete fäden wieder aufzunehmen. doch genau das steht jetzt an, dafür bin ich hier. eigentlich. der griff nach etwas, das vor fast genau drei jahren in sich zusammengefallen ist. dazu sind blogs gut und schrecklich zugleich, um solche fakten glasklar nachschlagen zu können.
vom 17. august 2014 stammt der letzte eintrag, auch das war bereits ein anschlussversuch. ein gescheiterter, wie ich heute weiß. am 2. november 2014 dann eine affirmation, die verzweifelt klingt. und am 15. februar 2015 eine eher schlichte arbeitsnotiz über das erstellen eines exposés. mehr nicht. das ist alles.
bislang traue ich mich nicht, sämtliche einträge nachzulesen. vielleicht sollte ich das auch gar nicht, das ist schnee von gestern. vorvorgestern, wenn man es genau nimmt. womöglich ist es wichtiger, einfach den text aufzuschlagen, der griffbereit neben mir liegt. 59 seiten, plus notizen bezüglich personal, konstruktion und weiterentwicklung und verschränkung der story.
so sieht es aus. das steht an.