am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

keine klagen (30)

nach dem streß die entspannung. mir vor dem radeln zum lendhafen für dort einen liegestuhl gewünscht, obwohl ich liegestühle eigentlich immer unbequem finde. am lendhafen dann einen liegestuhl entdeckt und sofort besessen. ausgesprochen bequem gefunden und dann nicht mehr davon gelassen, bis gegen fünf. kaum text mitgelesen, recht wenig internet nebenbeikonsumiert. das kleine tablet für ideal befunden, um ein wenig mitzutwittern, vorwiegend aber mitzulesen. mehr nicht.

so darf das gerne weitergehen. (sollte ich im vierten jahr mein ideales bachmannpreisdasein gefunden haben?) gleich dann los mal zum empfang.

keine klagen (28)

doch, diesmal schon. die anreise nach klagenfurt war heuer (sic!) beklagenswert. eigentlich nicht viel anders als sonst, als im letzten jahr insbesondere, dennoch war ich ungleich erschöpfter von dem ohnehin nicht sonderlich geliebten reisezustand. müdigkeit ist mir zwar grundsätzlich angenehm, sogar in einem ausmaß, das die sinne verwirrt und die körperwahrnehmung in verwirrung stürzt.

gestern zum beispiel, als ich dem nachwuchs lauschte, wie jedes jahr bevor es hier so richtig losgeht. da kam ich spät, hockte als einzige auf dem boden und hörte noch, vielleicht nicht den text bis ins letzte, aber doch die melodie des vortrags. der körper wollte derweil in sich zusammensacken, wie bei der meditation manchmal, einnicken, hinfallen. was ja nicht schlimm gewesen wäre, ich war ja scho am boden.

die wege durch die stadt, die ich zum glück längst alle auswendig kann, ging ich wie in trance, wie ein pferd, eingespannt, das bei der arbeit routiniert schläft. ein literaturpferd.

erst am abend bei der offizielen eröffnung, nach zwei stunden steinschlaf und plötzlich unter vielen menschen, habe ich mich wieder ein wenig zusammensammeln können. essen und trinken im regen, reden und lachen. literatur eben.

ich könnte nicht klagen, kein bißchen, ich will es auch nicht. ich täte es nicht, wenn mit der müdigkeit nicht immer auch die schmerzen kommen würden, die migräneangst. ich will nicht, aber ich muß vorsichtig sein. so tue ich nun also etwas, was mir schier albern vorkommt. ich sitze im hotelzimer und schaue bachmann im tv. bis gegen mittag oder so, dann begebe ich mich zum lendhafen, wo am nachmittag die wohl wichtigste lesung stattfindet.

ein langer tag, bis in die nacht.

auf geht’s! (so in vier stunden zirka.)

auf den toten tag folgt ein wilder, mit wilder musik. und irgendwo in dieser wildheit wohnt eine stille kraft und schönheit.

lazy sunday

oder vielmehr ein erschöpfter sonntag, an dem ich alles liegen lasse, egal wieviel auf der liste stehen mag.

mittags in der schaubühne zuviel über folter erfahren, die mechanismen erkannt, wiedererkannt auch, die versehentliche folter der kindheit, die intimität der gewalt, die ausweglosigkeit. oder doch nicht?

das abgründig menschliche darin. das macht müde.

going (19)

arbeitsbeginn am nachmittag. erst den teil von gestern noch einmal durchgesehen, die feinheiten erledigt. ging gut. dann eine kurze rödelpause, ich muß ja die wohnung bis mittwoch noch einigermaßen gastbereit, also sauber hinkriegen. abschließend in die letzte passage, in der auch noch so einiges zu erledigen war. jetzt steht das fünfte kapitel einigermaßen. gut genug als erste fassung auf jeden fall.

und nun? pause wegen urlaub, denke ich. (oder ist klagenfurt nicht doch eher arbeit?) nebenbei die story weiterdenken, die folgekapitel im kopf sortieren und die nötigen notizen immer möglichst lesbar erledigen. (ich mach das ja mit der hand, ich bin in dem entsprechenden alter, wo das irgendwie selbstverständlich ist. schnell und solide, jenseits der digitalität. nur eben die lesbarkeit. das nervt mitunter.)

ehrwürdige junglesbe

die haare sind ziemlich ab, das hab ich gestern schon verraten. das ist jetzt das zweite mal hintereinander, daß meine wunderbare friseurin, die wenig konversation mit mir versucht, dafür aber vorab immer kostenlose kopfmassagen anbietet, im endergebnis ein klein wenig danebenliegt. beim letzten mal war es gruselig, und gefühlt blieb es auch so, bis es nach unendlichen wochen endlich rausgewachsen war. (dabei muß ich zugeben, daß ich im vorfeld zugestimmt hatte, vermutlich ohne mir vorzustellen, was am ende dabei rauskommen würde.)

diesmal ist es kurz, viel kürzer als erwartet. gestern war ich darüber ein wenig traurig, heute habe ich mich mehr als nur abgefunden. es ist gut geschnitten wie immer, es zaubert, durch meine vielen kopfverwirbelungen, lustige gebilde auf mein ehrwürdiges haupt, besonders gleich nach dem aufstehen. damit kann ich leben, mich sogar daran freuen.

nur sehe ich jetzt noch jünger aus, als ich sowieso schon jung aussehe, fürchte ich. also wie eine vorwiegend weißhaarige junglesbe, quasi.

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