how fucking great! (das traditionsbrautpaar am ende übersehe ich einfach mal.) wie habe ich es gehaßt in dem alter, weil mir dieses instrument umgeschnallt war. und ebenso geliebt, weil es das einzig erreichbare war. wo habe ich das nur verloren.
schultern
gegen sechs aufwachen, aus einem wirklich dämlichen traum, nicht der rede wert. vor allem aber weil die rechte schulter heftig schmerzt. also doch was mit rheuma, schon wieder. also aufstehen, durch die wohnung torkeln, schmerzmittel einwerfen. dann wieder schlafen, es wenigstens versuchen. einschlafen mit schmerzen ist schwer, geht aber dann doch.
gegen neun aufwachen ohne traumhintergrund und mit weit weniger schmerzen. armstrecken geht, armheben sogar, und alles, was ich tun will, geht auch. an manchen stellen beißt es, mehr nicht. ob das durch die betäubung kommt, oder ob sich das reißen bereits wieder auf dem rückzug befindet. keine ahnung. achselzucken mit der anderen schulter. so ist das dann wohl jetzt mit mir. so soll ich leben.
so kann ich leben.
keine klagen (33)
gestern in klagenfurt mußte ich früh los, um gegen elf am flughafen zu sein. zwölf hätte wahrscheinlich auch gereicht, aber wer weiß das schon vorher. außerdem ist das sonntägliche busverbindungsaufkommen dort recht rar. keine chance also, der preisverleihung beizuwohnen, weder der höchstoffiziellen, noch der automatischen und das ausgerechnet in diesem jahr. gerne hätte ich den bargeldstapel beklatscht, der mit viel freude und engagement zusammengesammelt wurde. ebensogern hätte ich tex‚ gewinnperformance von der orf-wiese aus mitverfolgt. damals, bei meiner ersten anwesenheit in klagenfurt hat er mir beim bachmannwettschwimmen, bei dem ich mich selbst nicht ins wasser traute, seine brille anvertraut. und ich habe sie mir mit einem brillenbügel in den t-shirtausschnitt gehängt. so lernt man sich kennen, findet sich vertraut von jahr zu jahr. ohne es wirklich zu sein, und dennoch. ich gratuliere dem klagenfurter master of musik und quiz.
beim schwimmen am samstag vor ich hervorragende letzte der forellen, selbst die allermeisten steine waren durchaus vor mir im ziel. (gut, die müssen auch nicht so weit raus.) wobei ich bei den forellen nur mitschwimmen muß, weil ich sonst ein aufblasbares gummitier mitzuführen hätte. das erscheint mir bei meinen schwimmkünsten zu gefährlich. der rest ist muskelkater, es kam ja noch radlen auf fremden fahrrädern und tretbooten hinzu. (letzteres ist sehr zu empfehlen, besonders bei leichter bewölkung und mit netter tretbegleitung.)
abgesehen vom frühen fluchtpunkt war die rückreise vergleichsweise entspannt, ohne umweg über schwechat direkt nach berlin. lediglich die rechte schulter hatte keine lust auf koffertragen, selbst die kurzen treppenstücke, die der rollkoffer mir dieses abverlangt, schienen zuviel. ein glück, daß ich endlich meinem alter entsprechend von der reisetasche mit schultergurt auf vier kofferrollen umgestiegen bin. am abend dann heftige gelenkschmerzen, die mich sofort, das erste mal seit wochen, rheuma vermuten ließen. ist aber schon fast wieder weg, war also fehlalarm. sag ich mal so.
und sonst? das, was mir so schnell zuviel wird, ist andererseits auch das, was das dortsein ausmacht. das hinterland gegenwärtiger literatur, die menschen, die auf die eine oder andere art damit verwoben sind, die wie selbstverständlich davon ausgehen, daß ich das auch bin. allen selbstzweifeln zum trotz finde ich das wunderbar und bereichernd. tatsächlich schäme ich mich dort manchmal nur sehr wenig für mich und mein armseliges leben und schreiben.
(denke also jetzt schon leicht verzweifelt an die finanzierung für das kommende jahr. aber es muß, irgendwie.)
keine klagen (32)
das für mich schwierigste in klagenfurt, das alleinsein mit mir. es finden, es achten, bis in den sekundenschlaf. diese notwendigkeit nicht als nötigung empfinden, dafür die achse finden, sie auch in bewegung nicht verlieren. nicht allzusehr.
sich bewegende statik ist dynamik, wie beim tango. da kann ich es auch eher nicht. derzeit.
keine klagen (31)
tagsüber im liegestuhl am lendhafen, abends auf dem bett beim fußball. ein ganz und gar nichtssagendes spiel. (vermeldet der fußballwicht, in dem ein ich enthalten ist.) doch ich habe keine ahnung, natürlich.
die texte dagegen fließen zu mir hin, an mich heran, manche durch mich hindurch. ob das gut oder schlecht ist? ich schreibe dazu nichts, mit jedem jahr denke ich etwas mehr, daß mir das nicht zusteht. statt dessen amüsiere ich mich über die juroren, ihre anstrengungen, ihre streitigkeiten, ihre hilflosigkeit mitunter. das sind alles nur versuche, und letztendlich ist die literatur immer mehr als das. mit ihr fängt doch alles erst an.
so what?
anders gesagt: ich habe da eine ahnung. aber ich sage nichts.
keine klagen (30)
nach dem streß die entspannung. mir vor dem radeln zum lendhafen für dort einen liegestuhl gewünscht, obwohl ich liegestühle eigentlich immer unbequem finde. am lendhafen dann einen liegestuhl entdeckt und sofort besessen. ausgesprochen bequem gefunden und dann nicht mehr davon gelassen, bis gegen fünf. kaum text mitgelesen, recht wenig internet nebenbeikonsumiert. das kleine tablet für ideal befunden, um ein wenig mitzutwittern, vorwiegend aber mitzulesen. mehr nicht.
so darf das gerne weitergehen. (sollte ich im vierten jahr mein ideales bachmannpreisdasein gefunden haben?) gleich dann los mal zum empfang.
keine klagen (28)
doch, diesmal schon. die anreise nach klagenfurt war heuer (sic!) beklagenswert. eigentlich nicht viel anders als sonst, als im letzten jahr insbesondere, dennoch war ich ungleich erschöpfter von dem ohnehin nicht sonderlich geliebten reisezustand. müdigkeit ist mir zwar grundsätzlich angenehm, sogar in einem ausmaß, das die sinne verwirrt und die körperwahrnehmung in verwirrung stürzt.
gestern zum beispiel, als ich dem nachwuchs lauschte, wie jedes jahr bevor es hier so richtig losgeht. da kam ich spät, hockte als einzige auf dem boden und hörte noch, vielleicht nicht den text bis ins letzte, aber doch die melodie des vortrags. der körper wollte derweil in sich zusammensacken, wie bei der meditation manchmal, einnicken, hinfallen. was ja nicht schlimm gewesen wäre, ich war ja scho am boden.
die wege durch die stadt, die ich zum glück längst alle auswendig kann, ging ich wie in trance, wie ein pferd, eingespannt, das bei der arbeit routiniert schläft. ein literaturpferd.
erst am abend bei der offizielen eröffnung, nach zwei stunden steinschlaf und plötzlich unter vielen menschen, habe ich mich wieder ein wenig zusammensammeln können. essen und trinken im regen, reden und lachen. literatur eben.
ich könnte nicht klagen, kein bißchen, ich will es auch nicht. ich täte es nicht, wenn mit der müdigkeit nicht immer auch die schmerzen kommen würden, die migräneangst. ich will nicht, aber ich muß vorsichtig sein. so tue ich nun also etwas, was mir schier albern vorkommt. ich sitze im hotelzimer und schaue bachmann im tv. bis gegen mittag oder so, dann begebe ich mich zum lendhafen, wo am nachmittag die wohl wichtigste lesung stattfindet.
ein langer tag, bis in die nacht.
