heute aus scheu vor der elster zunächst einmal drei stunden lang papierberge gewälzt, das heißt mein kompletten aktenablagesystem auf uraltleichen durchwühlt und sogar ein klein wenig umstrukturiert. eine nicht unerhebliche weile davon in leichter panik den steuerbescheid 2010 gesucht, bis er sich schließlich dort fand, wo ich bereits zirka 100 mal – grob geschätzt – nachgesehen hatte. anschließend gab es kein entkommen mehr, also wurde die elster aufgerufen, um sie sich durch 2011 rechnen zu lassen. was eine katastrophe ist, denn immer rechnet der blöde fiskusvogel anders als ich. bei mir tanzen sich ja brutto und netto mitunter einen unharmonischen tango zurecht, was mir jedesmal ein und denselben schrecken beschert. bis ich es dann immer wieder aufs neue kapiere. mal ganz abgesehen von den vielen unbeherrschbaren zahlendrehern, die ich so liebe. kostet alles zusätzliche zeit und nerven. jetzt bin ich trotzdem fast durch, morgen wird nur noch einmal seite für seite gelesen, was ich da heute verzapft habe. und immerhin: 2011 war dann doch nicht so schlecht, wie ich gestern noch gedacht hatte. umsatz- und gewinnsteigerungen sind zu verzeichnen.
festtagspflicht i
den steuerscheiß vor lauter panik schon heute begonnen, abends gegen acht. zur belohnung jetzt schon mit dem sichten und sortieren fertig. (was nicht gerade für meine umsatzstärke spricht, ich weiß. 2011 war nicht so doll.) so weiß ich jetzt also, daß ich die fällige umsatzsteuer vermutlich so gerade eben werde zusammenkratzen können. tja. morgen dann der kampf mit der elster. himmel hilf!
festtagspläne
der dezember hat ja im grunde nur so zirka 20 tage, wenn es um die erledigung der monatlichen arbeit geht. zumindest im freiberuflichen bereich schiebt sich der berg einfach nur zusammen, türmt sich so weit wie möglich auf. bis zum fest, das dann auch noch ein frohes sein soll. ganz so schlimm ist es bei mir zum glück nicht, erschwerend hinzu kommt bei mir nur meine siebenschläferbärenzeit, denkbar ungünstig angesiedel mitte november bis anfang januar. danach geht es dann wieder. meistens.
für morgen liegt noch ein wenig arbeit da, sonntag sind die steuern dran, und montag ist natürlich heilige bügelzeit. anschließend sollte ich dann irgendwie in den text zurückfinden. das wärs. zu lesen hab ich aber auch recht viel.
paper love
was ich zwischen den jahren unbedingt kultivieren muß, ist das lesen von büchern tagsüber, irgendwo gemütlich herumliegend. auf dem bett oder dem sofa oder so. etwas, das ich seit jahrzehnten nicht gemacht habe. möglicherweise, weil ich lange gar kein sofa hatte. aber früher, als jugendliche, gab es da meine bettcouch, auf der ich stunden so verbracht habe. wie aus der welt verschwunden.
da sich die balkonleseflucht, wie ich die lesezeit in diesem sommer gehandhabt habe, derzeit wetterbedingt verbietet, bleibt wohl nur die sofalösung, um dem permanenten internetlesen zu entfliehen. oder dem etwas hinzuzufügen? nein, es gibt wohl ein lesen, das darüber hinausgeht. ich erinnere mich. und ich gestehe: ich liebe papier.
kalt hier drinnen, in mir. so denke ich die ganze zeit, seit es auch draußen kalt ist. manchmal wird aber auch alles ganz weich. so weich, daß ich nicht mehr weiß, wer ich bin. (als wäre das von bedeutung.) dann suche ich die bilder, zwischen tag und nacht, traum und wahn. wie früher als kind. als ich noch sehen konnte, wissen und rufen. das, was ist.
neumond heute. ein paar tage noch, und die nächte werden rauh. die zeiten verschieben sich, auch meine. auch in mir. alles klar.
paper work
nachts dagegen liege ich wach, träume fast und finde, ohne zu suchen. endlich das richtige wort, der name für die eine, nicht unwichtige figur in dem aktuellen text. (wieviele hatte ich schon versucht und verworfen? fünf? oder sechs? jetzt stimmt es, ich bin sicher. endlich.) und den ansatz, um die eine wichtige szene, die wichtigste eigentlich, bis zum anschlag zu dehnen.
notieren, mitten in der nacht. also nicht einschlafen, immer noch einmal schnell wach werden. licht machen, aufschreiben. lesbar schreiben, das vor allem.
umsetzen muß ich das alles ein anderermal, noch steht mehr mietschreiberei an, morgen, übermorgen und freitag. dann kommt besuch. und dann wieder mietschreiberei am montag und dienstag, wenigstens. danach sollte ich durch sein für dezember, so ungefähr zumindest.
wie es aussieht werde ich in den lücken zwischendrin wann immer es geht mit dem kopf in papier verschwinden. weil ich anders nicht kann. so ungefähr:
