am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

trotz

darf eine müde sein, so wie ich müde bin? muß eine tragen, was ich zu tragen habe? habe ich weiter zu funktionieren, was immer es kostet? oder darf ich träumen, gegen das alles. anders sein?

weil ab morgen wieder fremdarbeit ansteht, in den letzten drei tagen mit kraft durch den text geackert. nicht schnell, nicht schluderig, aber eben durch. punktgenau. damit ich gedanklich (oder wie auch immer) nicht noch mitten drin hänge, während ich anderes zeug schreiben muß. das ist nicht gut, aber anders geht es nicht. jetzt ist der kopf leer, das herz auch. ich habe keine wahrnehmung, ob das funktioniert oder was das überhaupt sein könnte, was da nun auf vierzehn seiten steht. eine erste, eventuell lesbare fassung, mehr nicht. und romanstoff eigentlich, das habe ich in letzter zeit so manches mal gedacht, den ich da in ein kurzes erzählformat runtergekocht habe. eine art märchen, das denke ich immer noch. vielleicht eine art märchen.

jetzt ist pause, bis ungefähr weihnachten. weg mit dem text. raus aus dem kopf und alles vergessen. mal sehen, ob ich das durchhalte.

wie der whisky augenblicklich den nacken durchdringt. und die seele weich macht, die dort verkrochen hockt. einatmen wäre genug. aber schmecken und schlucken und spüren. was für ein wunder.

den ganzen tag mit der bleischwere des aufwachens herumgegeistert. überhaupt nur aufgestanden, weil da irgendwann die idee von der pfeilspitze in der kehle auftauchte. das paßt in den text und rettet mir die schöne idee von den heften zwischen den fremden büchern. bislang stand die auf der kippe, weil sie trotz aller bemühungen recht sinnfrei blieb. aber so geht es. wer keine stimme hat, schreibt in hefte. ganz einfach.

drei seiten von dreizehn. gekürzt und gestrichen. es wird.

48

zwischen entstehenden und sterbenden gedanken. warten worte, scharf geschliffen wie schwerter. (vater der federn)

vorsichtig gesprochen: die erste lesbare textversion steht. auf wackeligen beinen, aber dennoch. jetzt: recherche über klingen aller art, messer, dolche, speere usw. außerdem über stände, gilden und zünfte.

das ist mein gewerk.

ich wache auf, sehe hinaus und sehe wasser neben mir. ein kleiner fluß oder kanal, vielleicht ein stück see zwischen bootssteg und dem fenster gleich neben meinem bett. das ist es, rufe ich nach hinten. das ist, was ich immer vermißt habe. wenig später sitzt eine frau bei mir, so nackt wie ich. sie lächelt, streicht über meinen oberschenkel, zupft an meinen haaren und küßt mich schließlich. bis ich mich vollkommen wohlbefinde. beim aufwachen, nachdenken über weite und tiefe. und hausboote.

es wird nacht und nächter, wenn ich in den text einsteige, weil ich anders nicht kann. so war es immer, gegen alle zweifel und die ständige unzufriedenheit. ich kann eben nur schreiben, nichts sonst.

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