every moment will be done for within the next.
transformierter alltag
nicht viel geschafft heute, so dachte ich. statt dessen habe ich erstmal auf dem balkon herumgehangen und sommersprossen auf der nase gezüchtet, dabei viel altpapier erzeugt, stapel weggelesen oder zumindest geblättert, literweise tee getrunken und darüber das essen vergessen. die liste im hintergrund war zwar ausreichend lang, und den dicksten batzen hab ich mir extra noch für abends aufgespart. so dachte ich. was mir zuvor auf zwei stunden geschätzt wurde, hat dann aber nur eine halbe gedauert. jetzt wäre ich frei fürs erste.
zwischendrin hat die technik mir einen üblen scherz gespielt und alle, das heißt sämtliche, zum teil jahre alten mails der geliebten noch einmal ins system geladen. keine ahnung, wo das herkam. wie das sein konnte. und warum. nicht die geringste.
für das bißchen leben heute bin ich jetzt schon wieder unverhältnismäßig müde. um nicht zu sagen völlig erschöpft. drei kilo, das hat die waage mir am nachmittag verraten, hat der migränegott mir in einer woche aus dem körper gesaugt. so wenig war ich schon lange nicht mehr, so substanzlos. außerdem, wie mir gestern erst erklärt wurde, kann es ein, daß man in zeiten wirklicher veränderung entweder immer oder aber nie schlafen möchte. und ich tue womöglich wieder einmal beides, ich dummer zwillingsmensch. jetzt gleich umfallen wollen. und später dann, gegen mitternacht, wieder hellwach sein.
doch wer weiß, vielleicht knöpfe ich jetzt auch mein hemd zu, ziehe mir schuhe an und laufe ein wenig durch die dämmerung. hinunter zum wasser. (die nachtigallen besuchen.) oder besser nicht.
tomaten anbauen in der stadt (6)

es ist soweit, gerade eben hab ich es gesehen. die ersten tomaten sind am start und das mitte mai. so früh waren die biester schon lange nicht mehr dran. ein kleines wunder überhaupt, daß das bei mir nun schon seit jahren regelmäßig so grandios funktioniert. viel tue ich sicher nicht dazu, ich laß sie einfach machen. das heißt wachsen.
wenn ich daran denke, mit welch erschrockenem eifer ich meine ersten zimmerpflanzen, damals, in der ersten wohnung in essen, mithilfe von sehr viel wasser vom leben zum tode gebracht habe. kaum zu glauben eigentlich.

die tomatenpflanzen sind also fett und riesig und ausgezeichnet beisammen. die schwarzäugige dagegen muß sich noch ziemlich strecken, um den rettenden strick zu erreichen.
merke
ich weiß es doch, und nicht erst seit gestern: niemals leichtfertig irgendetwas aufschreiben, so wie hier zum beispiel. so schlicht das sein mag, es könnte versehentlich wahr werden. ist mir ja durchaus schon mehrfach passiert. zum beispiel in england damals.
einblick
dieses verdammte loch in mir scheint größer zu werden mit jeden tag. seit vier wochen frißt es sich stetig in mir fort. immer mehr ist mir plötzlich deutlich erkennbar, dinge, die vorher schlicht und einfach nicht existiert haben. nicht für mich zumindest, und ich habe nicht die geringste ahnung, wie das für andere menschen aussehen mag. wieviele gekränkt und verletzt von mir zurückgeblieben sind. igendwo. ich habe nicht einmal die möglichkeit, es in erfahrung zu bringen. da ist soviel unsinn, den ich verzapft habe. so viele jahre, so viele fehler, unglaublich, die mich im nachhinein fassungslos machen. ob der blindheit vor allem, mit der ich sie begangen haben muß. ahnungslos. ob es möglich sein wird, auch nur etwas davon wieder gut zu machen. es auch für mich selbst irgendwie wieder gut zu machen. oder ein kleines bißchen besser zumindest. ich weiß es nicht. ich weiß nicht, wie. ich bin sprachlos, ratlos. ich nenne es verzweiflung, ganz einfach.
freitagszen
engl auf zendura, 15. woche:
# loser
# geschrei
# shooter
# nichtsnutz (daß sich die englischen titel in letzter zeit ein wenig häufen, ist mir selbst nicht ganz geheuer. auch wenn ich es natürlich mit einer ganz persönlichen affinität zur englischen sprache begründen muß. dennoch habe ich diesmal nichtsnutz geschrieben, statt burn out. was sich zunächst tun wollte. rastlos wäre auch gegangen, aber das wäre wirklich schlecht gewesen.)
# gewaltig
tomatenspinne
ich vermisse meinen balkongast aus dem letzten jahr. ich hoffe sehr, er (oder besser sie) hört (oder liest) mich hier. you’re welcome.
