am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

zu dünn

neulich hab ich diese werbung im fernsehen gesehen. die,  wo ein mann sein superdünnes neues internetgerät bewundert. so von der seite, gegen das licht hält er das teil und staunt dabei. währenddessen macht die (dazugehörige?) frau dasselbe mit ihrer superdünnen neuen binde. klar.

wofür war diese werbung jetzt nochmal? das ist mir vor lauter ärger völlig untergegangen.

guten morgen kopfschmerz, kleiner bruder der migräne. wie schön, daß du wieder da bist. fühl dich wie zuhause, du kennst dich ja aus in mir. gehst aus und ein, jederzeit, wie ein gern gesehener gast. der du nicht bist.

was machen wir denn nun mit dem angebrochenen tag?

global ohne meer?

ich bin ja grundsätzlich eigen und kann deshalb nicht so recht verstehen, warum die seuche im meer harmloser sein soll als an land. ist unsere erde nicht eigentlich blau?

In Block 2 befindet sich Wasser, das 100.000-mal so stark verseucht ist wie in einem normalen Reaktor. Vor allem diese Brühe soll in das Staubecken geleitet werden, dessen Inhalt jetzt in den Pazifik verklappt worden ist. (quelle)

niedergeschlagen

das macht es auch nicht leichter, die eigenen, grundfalschen entscheidungen jahre später, endlich, am eigenen leib zu spüren. da mag man sie mittlerweile noch so oft deutlich ausgesprochen haben, mit glasklaren worten scharf umrissen und keinesweg bewußt verkannt. nicht einmal im augenblick der entscheidung, damals, die offenen auges geschah. wissend und dennoch voller hoffnung, von anfang an sinnlos. das alles macht es überhaupt nicht besser. ganz im gegenteil.

und jetzt? nie wieder leben gegen mich selbst. (was mich nicht gerade sympathischer machen wird.)

toller tag

nichts funktioniert. weder hab ich das motorrad gestartet gekriegt, noch den kupplingsgriff ausgetauscht. irgendwer muß die kiste im winter mal umgeschmissen und dann wieder hingestellt haben. dabei ist der kupplungsgriff dermaßen nach unten verbogen, daß ich ihn nicht mehr greifen kann. also auch nicht fahren, selbst wenn die maschine laufen sollte. ohne kupplung kann ich nicht fahren, nicht diese kiste mit ihren 550 kubik. (was für ein dummes textdurcheinander wird denn das hier?) der griff wird ja einfach nur angeschraubt, aber ich krieg den kupplungszug einfach nicht raus, scheiße, der ja an beiden seiten fest ist. logisch. ich weiß den trick nicht, verdammt. es muß doch einen trick geben! bei der bremse ist das einfacher, die funktioniert hydraulisch, nicht mechanisch. das hab ich in meinem jahrzehntelangen motorradfahrerinnenleben schon hundertmal gemacht. dauert keine fünf minuten. aber nein, es mußte ja der kupplungsgriff sein, diesmal. jetzt muß ich dafür wieder so einen schrauberkerl fragen und betteln und bitten, daß er mal vorbeischaut. aber gut, die batterie ist wohl noch okay, sie läd jetzt auf dem balkon. das ist doch immerhin ein anfang. schräg gegenüber wird übrigens gerade eine pizzabude eingeweiht, mit bunten lichtern und straßenmusik. gitarre, flöte und akkordeon. ausgerechnet! ob ich jetzt noch das betriebssystem des mobiltelefons updaten soll? das wäre höchste zeit, es beliebt gerne einmal abzustürzen, und mehr als alles kaputtmachen kann ich doch wohl nicht. zum friseur muß ich auch mal bald.

tomaten anbauen in der stadt (3)

so traurig sieht es aus, wenn die setzlinge gesetzt sind. sie hocken in ihren riesigen kästen und zittern vor angst. so möchte man meinen. auf jeden fall haben sie jetzt gerade nasse füße. definitiv.

ein bißchen früh scheint es mir ja in diesem jahr. das pflanzwetter war hervorragend, warm aber keine direkte sonne. dennoch traue ich dem braten nicht so recht, nächste woche wird es kühl und naß. andererseits etwas wind und regen kann gar nicht schaden, das mach höchstens kräftig und hart. auf jeden fall die ebenfalls heute gesetzten kräuter. viel basilikum, passend zu den tomaten, rosmarin und arabische minze. lecker!

wie dichtung und wahrheit zusammengeht

oder auch nicht.

gestern abend die neuköllner buchkönigin besucht, eine lesung – das heißt wohl eher einen vortrag – von marion tauschwitz über ihre hilde domin biographie gehört. ich mag ja buchläden lieber als bibliotheken, die sind in jedem fall lebendiger. eine lesung dazu, also echte schreibtätige in fleisch und blut an einem tisch mit einem skipt vor sich, das verbindet oft vieles miteinander. gestern war es die gegenwart von leibhaftigen büchern, eine sehr schöne auswahl in dem laden, vielleicht ein klein wenig klein, mit einem hauch von literaturwissenschaft. oder so ähnlich. wenig schreibkunst allerdings, vorwiegend geschichte. lebensgeschichte, aber das ist es eben, was eine biografie zu bieten hat.

die literaturwissenschaftlerin in mir versteht den wunsch, die dichtung im gelebten leben zu verankern. ich habe selbst einen deutlichen hang zum biografischen interpretationsansatz, ja sogar zum psychologischen mitunter. das ist mir peinlich, weiß ich doch, wie schnell das ungenau wird, unverständlich und falsch. es gibt blinden flecke, überall, und wir sehen sie nicht. das ist ihr wesen, auch in der wissenschaft. vielleicht gerade da. an einem gewissen punkt geht es doch immer nur um das eigene. das sollte man nicht nur wissen, man sollte es bedenken. unbesehen.

die dichterin wünscht sich ohnehin leere hinter dem wort. kein armseliges kleines leben, das herhalten muß, um die wucht eines textes stützen. und ihn damit einengen, beschränken auf vergangene zeiten und räume. wozu?

es gibt kein gelebtes leben, das sich belegen ließe. anders als durch dichtung, meine ich.

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