am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

den tag heute, ausgerechnet einen mit außentermin, also real life präsenzpflicht, über die bühne gebracht. akzeptabel, aber befremdet, benebelt, bekloppt und so weiter. irgendwie irre. zum schluß dann doch noch mit migränekloppern gearbeitet. es pocht aber weiter, rechts hinten oder vielleicht mehr innen. wie immer, alles findet innen statt, nicht da draußen irgendwo. ich bewege mich besser kaum, vor allem den kopf nicht. ich denke darüber nicht nach. immerhin ist da keine übelkeit, keine lichtempfindlichkeit, keine angst. heute. keine angst. das ist das für mich einzigartig gute an der so unsicheren freiberuflichkeit. das einzige, das hilft. ich muß jetzt schon nicht die möglichen schlafstunden ausloten, sie zählen womöglich, und hoffen, daß sie reichen mögen. bevor ich wieder losmuß. bevor es wieder losgeht, in das rad des funktionierens. denn das kann ich nicht. auch wenn das zählen und hoffen auf die nacht ohnehin unsinn ist, denn am schlaf liegt es nie. es liegt alles immer in der hand des großen, einzigartigen migränegottes. und im rechten auge, oben, hinter dem lid, ein schlag nur entfernt. immer.

der tag beginnt mit schmerz, noch vor dem aufwachen. wie soll das nur enden?

reste von traurigkeit. machen mich traurig. in allen zimmern stehen menschen. schemenhaft, neben ihrer zeit. sie schweigen, noch. und warten. ich bin gerüstet.

scherben

nach der thermosteekanne neulich heute morgen als erstes die glaskanne der kaffeemaschine zerschmissen. sieht so aus als wollte ich mich aller gewalt glücklich werden. leider ohne kaffee.

das war irgendwie ein überraschend seelenwunder tag heute. gedanken und gefühle, die körper werden. körper sind, sowieso. dabei kein hunger und keine angst. es ist ein leben, das ich lebe. eine ganze weile schon dreht sich mein sein. das war eine große, tiefe schleife, die ich gezogen habe. fünfzehn jahre. jetzt bin ich älter. ich bin klarer und klüger. ich bin.

details

die via internet aus der heimatstadt angeforderte kopie meiner geburtsurkunde, die zu meiner großen verschrecktheit bereits nach zwei tagen bei mir eintraf, informiert mich überraschenderweise auch über den zeitpunkt der eheschließung meiner eltern im winter 1961, zwischen weihnachten und neujahr, ausgerechnet. das erklärt einiges.

ebenso tief trifft mich die tatsache, daß ich beim ersten lesen des dokuments spontan der auffassung war, der vorname meines vaters sei definitiv falsch geschrieben. was sich bei näherer überprüfung in seinem alten reisepass jedoch als nicht zutreffend herausstellte. zu meiner entschuldigung kann ich nur vorbringen, daß er selbst die lange form seines namens nie wirklich verwandt und die kurzform tatsächlich immer ohne das vermeintlich überflüssige e geschrieben hat. so wie engl auch.

spät abends, mitten in der nacht im grunde, schnell noch einen großen ärger erwischt. er mich oder ich ihn? egal. jetzt erstmal wieder runterkommen, irgendwie. keine leichte sache.

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