am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

vielleicht, am ende

alles wichtige für heute ist getan. alles andere liegt irgendwo herum, ich kann es nicht mehr sehen. könnte ich es noch sehen, nähme ich es mir vor. eventuell. womöglich aber auch nicht, es ist so diese zeit. alles ist dunkel und am ende, wenn alle listen abgearbeitet sind, kommt vielleicht gar kein tag mehr. wer weiß?

keine jogginghose heute

eigentlich wollte ich ja heute so richtig loslegen, erst drei pflichttermine abklappern, dann kiesern gehen, was ich seit wochen, ach, monaten schon total vernachlässige, und anschließend die abschlussveranstaltung der fortbildung absolvieren. sehen, ob ich ein zertifikat gewonnen habe.

und was mache ich nun? sitze über nacht spontan mittelmäßig verrotzt vor dem rechner und kann kaum einen klaren gedanken fassen. das liegt sicher einzig und allein daran, daß ich keine jogginghose (vorsicht facebook!) mehr besitze. die letzte, sehr häßlich grüne, habe ich im herbst bereits entsorgt und seither keine neue mehr angeschafft. wohl aus diesem grund fiel in folge mein ohnehin recht dürftiges sportprogramm in einen mächtigen winterschlaf, ich hätte schließlich in leidlich kurze sommerhosen dort auflaufen müssen. und nun bin ich krank vor lauter schlechtem gewissen. pech!

draußen riecht es nach frühling

das ist selten in berlin. dieser kalte, sehr frühe frühling, den diese stadt meisten außen vorbeiläßt. das ist es, was ich an berlin am meisten bedauere. es gibt diesen frühen frühling nicht. heute aber wartet er draußen auf mich, zieht seine erinnerungsschleife. mein vater in der reha in ronsdorf, irgendwann vor achtzehn jahren, im januar oder februar. karneval war gerade vorbei. ich hatte die maschine gestartet, zum ersten mal in diesem jahr, und war zu ihm gefahren. dort oben lag noch schnee, das erschreckte mich. doch in der luft tanzte bereits der frühling, ganz eindeutig. das glaubt mir ja immer keiner.

nur mein vater, der es an diesem tag von selber sagt. der ganz frühe frühling, das sei seine liebste jahreszeit. es ist sein letzter, wir wissen das. beide. mehr sagen wir nicht, das war nicht nötig. noch war ja frühling.

sitzkultur

alt und neu. da heißt, eigentlich natürlich umgekehrt. der neue schaukelriese auf rollen und daneben das alte sitzbrett mit schrauben. immerhin nicht in der sitzfläche, bin ja kein fakir.

sitzgesundheit

die letzten jahre und jahrzehnte, die ich schreibend und lesend am schreibtisch verbracht habe, saß ich auf einen alten küchenstuhl, den ich in wuppertal im garten gefunden hatte. ein bein war etwas lose, was sich verschlimmerte, als ich alle beine ein stück absägen mußte, um sie meiner kurzbeinigkeit anzupassen. das habe ich aber mit ein bißchen leim und ein paar spaxschrauben gut in den griff gekriegt.

das klingt genau so, wie es auch war. im grunde saß ich auf einem brett, zuerst sogar direkt auf dem holz, ohne kissen. martialisch. damals saß ich aber auch noch drei tage die woche in einem anderen büro, außerhalb. und da gab es bessere stühle. vom direkten sitzen auf einem brett habe ich irgendwann abgesehen, in den letzten jahren hatte ich immer irgendeine art von kissen untern arsch. das alter vermutlich. also meines, mein alter.

zu allem überfluß hat sich bei mir schließlich die eigenartige angewohnheit eingestellt, ständig und immerzu ausgerechnet am schreibtisch die beine übereinanderschlagen zu wollen. und es auch zu tun, ohne es zu wollen. ohne es zu merken. was interessiert es mich, was unter dem tisch los ist, auf dem tisch passiert die musik. so wurden die ständig verdrehten beine langsam aber sich zu einem problem.

heute habe ich also einen quantensprung gemacht und sitze nun auf einem schicken bürodrehstuhl mit bandscheibensitz und synchronmechanik. wahnsinn. fühlt sich an, als wollte die lendenwirbelunterstützung mich flugs vorwärts aus den stuhl befördern. außerdem muß ich wohl oder übel den schreibtisch umgestalten, der stuhl ist so breit, daß ich wenigsten zehn zentimeter weiter links sitzen muß.  das ist ärgerlich. schön ist das monstrum auch nicht, eher riesig und viel zu hoch irgendwie. bis an die schultern.

nur ein gutes hat das gute stück, und genau das sollte es ja auch: die beine übereinanderschlagen und nach vorne lehnen geht nicht mehr. dann rolle ich rückwärts weg.

zeitlos

ausgerechnet der funkwecker zeigt mir, schon wieder, eine eigenartige zeit. eben noch 23 uhr 37, jetzt 12 uhr 9. zeit kann so brutal, wenn sie einmal losgelassen ist. feierabend mache ich jetzt trotzdem. es ist tatsächlich (fast) alles erledigt.

zeitvernichtung

kurz vor zwölf. ich glaub, ich mach mal feierabend. (sorry, ich komm derzeit einfach zu nix. wobei da irgendetwas nicht stimmen kann, denn so viel zu tun hab ich eigentlich auch wieder nicht. ach, ich weiß. mir fehlt die eine woche migräne.)

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