am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

du sklave

sklavenmoral. was für ein schönes wort. und ernst gemeint ist es auch, sogar todernst, wie süß. es gibt da noch ein so ein wort, das heißt einfach, klipp und klar: opfer! und da ist dann nix mehr mit kotzen. (aber zum glück sind ja echte sklaven und auch opfer im grunde recht selten und in dieser amüsanten geschichte ganz sicher nicht vorhanden.)

leere

hab grad nicht viel zu sagen. oder viel zuviel vielleicht.

regenbogenscheiß

ha! da geht diese dämliche csd-dauerfeierei in diesem jahr fast vollständig an mir vorbei und das fast ohne mein zutun. ich habs einfach vergessen, kaum rechtzeitig überhaupt mitgekriegt, dementsprechend weder die motzmesse noch das gestrige straßengehampel auch nur am rand mitverfolgt. oder gar mitgemacht. all das sinnbefreite lärmen, johlen und saufen in diesen tagen. überhaupt, diese scheißkultur bestehend aus sixpackbäuchen und stolz. aus abhängigkeiten und erwartungsdruck, gerade unter lesben. (nicht, daß mir die platte schwule körperkultigkeit irgendwie näher wäre.) alles nur oberflächliche, als gäbe es kein wirkliches leben, durchwachsen von vielen verschiedenen dingen. also heterogen, zum glück. mir ist dieses homobusiness unerträglich, lange schon. und diesmal hab ich es endlich mal vergessen, wie von selbst. hab einen schrank fertiggebaut, fußball gesehen und ein bißchen was von diesem eigenartigen schwedenevent. (man stelle sich vor, die prinzessin hätte sich nicht in ihren turnlehrer, sondern, sagen wir mal, ihre deutschlehrerin verliebt. wie das dann wohl ausgesehen hätte gestern.)

genial.

und dann auch noch das. judith butler lehnte gestern den zivilcouragepreis ab und zwar auf offener bühne. da muß ich dann doch breit grinsen, dem mißglückten taztitel – von wegen spaßbremse – zum trotz. gut so, das finde ich auch. auch wenn es natürlich mal wieder eine von diesen spaßbefreiten lesben sein mußte.

arbeitstermin im oberholz

web 2.0 hin oder her, es ist selten genug, daß ich mich in diese gaststätte begebe. ist mir einfach zu weit weg, von neukölln aus gesehen. und hier gibt es ja inzwischen auch echt schickeres entspannteres. heute wars dann aber doch mal wieder mal soweit, man muß ja den gästen von außerhalb auch ein bißchen was bieten. die vielen aufgeklappten äpfelchen und das kabelgewirr auf dem boden. ist doch schick.

und dann sowas:

da gucken die lauthals fußball! diese nerds oder geeks oder wie sie gerade heißen, verdammt.

torschüsse

ich mag ja manchmal ganz gern gute fußballspiele anschauen. mit vielen schönen toren natürlich. so wie heute.

die neuköllner schreckschußsalven im anschluß an jeden treffer, besonders der deutschen mannschaft, dagegen sind mir zuwider. wesentlich schlimmer als die vielfache allmacht der vuvuzela.

vuvuzela

auf dem heimweg von der eiligen flüssigkeitsbeschaffung – wichtig bei diesem wetter, drei t-shirts, allein heute – kommt mir ein einsamer vuvuzelaspieler auf dem fahrrad entgegen. gelbrotschwarzes plastik, was ja ohnehin schon ein unding für dieses unding ist. eine seltsame deutsche tröte also. klingt schrecklich verloren.

wer aber einmal kurz in die laufende übertragung des eröffnungsspiels schalten mag, wird den wahren sound dieses wahrhaft afrikanischen „instruments“ begreifen. vuvuzela ist mehrzahl, nicht einzahl. niemals. wie afrikanische musik eben ist, getragen vom zusammenspiel, ja, vom ineinanderfließen und geschehen lassen. (soweit ich das zu beurteilen vermag.) ein schwirren und summen, ein ab- und anschwillender schwarm getragen von menschlichen lungen. (könnte ich nie!)

so klingt es übrigens, wenn höhere wesen von irgendwo weit den menschlichen gedanken lauschen. ein schrecklicher rausch. atemlos. und zugleich unglaublich vital.

fledermauszeit

die balkontür steht offen, den ganzen tag. auch jetzt, auch nachts. ich sitze draußen. am himmel hoch die wolken, es weht ein leichter wind. stimmen. und gläserklacken. die fledermäuse fangen an zu fliegen. fast ist mir, als könnte ich sie hören.

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