am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

the oil

1967 gab es einen der ersten großen ölunfälle, verursacht durch einen öltanker. die torrey canyon zerbrach und sank vor der küste südenglands, teile der englischen und französischen küste wurden verseucht. darüber habe ich wenig später in der schule gelernt. wie man vögel wäscht und wasser. relativ sinnfrei.

etwa 25 jahre später sitze ich einen ganzen tag land an der kornischen küste, land’s end in der nähe von penzance. ahnungslos. ich suche nach steinen, nach dem einen vor allem, den ich – auf dem motorrad – bis nach hause mitnehmen will. es gibt unzählige helle und weit weniger dunkle. ich finde einen passenden, dunkel, beinah grün. nicht zu groß, aber auch nicht zu klein.

es gibt auch seltsam scheckige steine, zum teil eigenartig gestreift. oder auf der unterseite dunkel, ausgerechnet. da, wo das wasser ständig spült. besonders die riesig großen, die felsen, die wie festgewachsen in dem an dem tag ständig dröhnenden wasser liegen. vollmondflut. sie sind stumpf und schwarz. algen sind das nicht, auf keinen fall.

it’s the oil, sagt meine englische freundin. und es wird auch heute noch da sein.

vodafail

vodafone ist der mobilfunkanbieter, der vor einiger zeit bereits einen anderen festnetzanbieter geschluckt und damit mich als kundin nicht gewonnen, sondern in gewisser weise mit eingekauft hat. nun ist mir das relativ wurscht, sowas läßt sich halt nicht so einfach ändern. aber vodafone ist eben ein mobilfunkdealer, und gerade hier in neukölln sind die roten läden bestückt mit smarten handyverkäufern oder schicken promotionmädels, die allesamt nicht viel zu sagen zu haben scheinen. oder keine lust dazu, keine ahnung.

jedenfalls endete mein versuch, nähere informationen über die DSL EasyBox 802 zu erhalten darin, daß ich das ausgedruckte datenblatt (pdf) aus dem internet ausgehändigt bekam. weitere (profilaktische) fragen, etwa zur kompatibilität mit meinem bisherigen anschluß oder zur installationsprozedur, vermochte ich darüber hinaus nicht mehr an den mann bringen. der herr mit dem fein ausrasierten bärtchen hat während des „beratungsgesprächs“ nicht aufgehört in anderer sache zu telefonieren. und ich wollte nicht dazwischenreden.

morgen gehe ich mal zu dem anderen vodafailladen. obwohl der demselben menschen gehört, sehe ich gerade.

sonne und lärm

die dachdecker machen heute wieder einen heidenlärm. obwohl ich gar nicht genau weiß, ob es überhaupt dachdecker sind. etliche große „glasplatten“ wurden heute mit einem nervig lauten aufzug, der natürlich unmittelbar an meinem balkon steht, aufs dach geschafft. mit kabeln hinten dran. was das wohl sein mag? irgendwas mit sonnenenergie etwa? den bewohnern sagt ja hier keiner was. nur, daß es keinen dreck und keinen lärm geben soll. angeblich. sehr witzig.

dazwischen klopft und sägt es von oben und die männer brüllen anweisungen herunter. oder umgekehrt. dazwischen übrigens eine frau, die leider eine recht dünne stimme hat. immer wieder wird der motor des aufzugs abgestellt, damit MANN sie verstehen kann. und dauernd wird sie angeschnauzt, daß sie doch mal die zähne auseinander machen soll. soviel zum thema frauen in männerberufen. sehr witzig.

leben und lesen

bücher haben mir leben bedeutet, früher. sonst gab es das nicht, nirgends. daran erinnere ich mich heute, wenn ich das eine oder andere in die hand nehme. nach jahren, jahrzehnten mitunter. alle noch da. eines habe ich heute umgestellt. hinüber zu der lyrik ist es gewandert, obwohl das nicht so ganz paßt. trotzdem. da hat es früher schon einmal gewohnt. raymond queneau, stilübungen. über dreißig jahre alt. in der ecke steht noch der name der schulrektorin, die es mir damals geschenkt hat.

natürlich hat sich mein verhältnis zum lesen geändert mit der zeit. ich bin erwachsen geworden, längst schon, vieles überfliege ich nur noch. das meiste eigentlich. und das nicht nur, weil es inzwischen das internet gibt. es ist einfach so, der lesestapel ist gleichbleibend groß. frank schirrmachers, payback wartet. muß einfach sein, denke ich, obwohl es mir sicher keinen spaß machen wird. albrecht kiesow mit dem schönen titel weniger arbeiten – mehr verdienen, ist irgendwie ganz weit aus dem blickfeld geraten. dabei ist es ein so schönes buch, güldene schrift auf sattem rot. verursacht mir dennoch übelkeit, seit ich es das erste mal in der hand hatte. da geht es um effektivität und richtiges denken. oha! (nicht gerade mein thema.)

zum glück gibt es ja viele bücher in der welt. gute bücher, witzig und hilfreich zugleich. zum beispiel darüber, wie man es schafft, bücher nicht zu lesen und dennoch darüber zu sprechen: Lesen oder nicht lesen im Common Reader.

nach hause

wow, neukölln scheint echt in zu sein. in der unmittelbaren umgebung lassen sich heute insgesamt vier (!) bahnräder ausmachen, dafür muß ich mich nicht einmal weit vorbeugen auf meinem ausguck. früher war das anders. da war das einzige (!) exemplar, das in der gesamten saison hier auftauchte, beängstigend fremd in der gegend. es stand da, tagelang, bis es dann auf der seite lag, wochenlang. und traurig vor sich hin blinkte, wie ET. beinah wäre es dort verreckt. wäre nicht die saison zuende gewesen, hätte nicht die bahn, die große radmutter, es irgendwann – gerade noch rechtzeitig – heimgeholt.

ekel-tv

ich habe nicht gezählt, wie oft heute bei anne will das wort „respektabel“ benutzt wurde, um diesen oder jenen bundespräsidentennachfolger zu beschreiben. immerhin, es war vielfach gelächter aus dem publikum zu vernehmen. dazu frau wills beinah unverhohlener spott, nur dürftig hinter eher amüsierten fragen verborgen.

trotzdem: ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das derzeitige politsche geschehen anwidert. diese zuschaustellung von kleingeist in verbindung mit verachtung und angst. schlimmer als jedes prekariats-tv, hartz iv-panik ist eine ehrliche sache dagegen.

seltsamer tag am rand von irgendwas. und ich weiß nicht einmal, was.

nicht net

nachteil der verbundenheit via twitter ist natürlich, daß man manchmal ziemlich genau mitkriegt, was die anderen gerade so machen. zum beispiel die frauen in hattingen, beim FrauenImNet-treffen. wäre ja schön gewesen, hat sich aber leider nicht ergeben. eine zugfahrt war einfach nicht drin, die mitfahrzentrale gab auch nichts her, und eine fahrgemeinschaft hat sich erst recht nicht ergeben.

so sitz ich denn nun hier, in berlin, und heule ein wenig in den mond. während es dort garten, bier und gute gespräche zu geben scheint.

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