am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

die tägliche westerwelle in den nachrichten (81)

so zitiert der tagesspiegel aktuell den vize und außenminister des landes: Mein Fell ist sehr dick. Parteipolitische Diffamierungskampagnen beflügeln mich zum Kampf.

vielleicht ist das ja das problem des herrn westerwelle. daß er meint, in einem kampf zu stehen, statt einfach nur bei der arbeit zu sein.

inhaltlich ist allerdings nicht viel los, aber sicher hilft das ausgiebige bad in der eigenen mitgliedermenge ungemein. (rund 72.000, mehr nicht, wie ich gestern zufällig mal nachgesehen habe.)

mal sehen

in der wohnung gegenüber vom wohnbüro wurde heute ein leuchter angebracht, der das kalte, nackte licht von zuvor durch ein warmes, gelbliches schimmern ersetzt. der einzug schreitet zügig voran. zum beispiel wurden vorhänge angebracht, vor ein paar tagen schon. sie werden allerdings selten benutzt. drinnen sitzen menschen und trinken bier. eben standen zwei auf dem balkon und küßten sich. dann wurde geraucht.

in der wohnung gegenüber vom schlafzimmer dagegen leuchtet plötzlich gleißendes licht. die vorhänge sind verschwunden, drinnen hantieren männer mit schirmmützen auf dem kopf mit akkuschraubern, außerdem werden kartons aufeinandergestapelt. da steht wohl ein auszug an.

drinnen bei mir wird gebaut. diesmal im schlafzimmer und morgen steht lauter kleinkram an: unütz gewordene bohrlöcher verputzen, anschließend die flecken wegstreichen und krumme silikonkanten gerade schneiden. noch ein bißchen weiß im bad und vielleicht die neuen bretter im flur. dann wären die auch im laufe des sonntags fertig. mal sehen.

winnenden reloaded

eigentlich mag ich ja talkshows im fernsehen, manchmal sogar politische. vor allem aber solche, wo richtige menschen vorkommen. menschen, die etwas zu sagen haben. soll ja vorkommen. aber was da in der letzten woche los war, du liebe zeit.

neben den dauerbrennern hartz iv und katholische kinderschänder gab es offensichtlich nur eines. und das kann ich mir gut vorstellen, was da zuvor in den redaktionen los gewesen sein muß: sender A wünscht sich die angehörigen von opfer 1, muß aber feststellen, daß die schon bei sender B zu gast sind. und das auch noch drei tage vor dem eigenen sendeplatz. das geht natürlich nicht. daher muß auf die angehörigen von opfer 2 zurückgegriffen werden. auch wenn opfer 2 quasi quasi nur versehentlich ums leben kam, dem täter also nicht direkt in die arme lief, und die angehörigen auch keine stiftung oder ähnliches gegründet haben. sie leiden einfach nur, stehen auf dem friedhof im schnee und frieren sichtlich. und weinen. aber das geht ja zur not auch, ehe noch sender C zuschlägt und sender A womöglich ohne jeglichen opferbezug dasteht. denn die angehörigen von opfer 3, 4, 5 usw. mögen ja nicht ins fernsehen, da kann man nichts machen. das muß man respektieren. und dann könnte man am ende nur noch ganz ohne arbeiten, irgendwas über waffenrecht oder ballerspiele bringen. das übliche. was aber sicherlich irgendwie armselig rüberkäme.

sprachgeschuster

da der begriff entscheidungsträger zugunsten des fürcherlichen wortes entscheider im verschwinden begriffen ist, gehe ich davon aus, daß die derzeit gehäufte verwendung von leistungsträger (= besserverdiener) sich alsbald in richtung leister bewegen wird. analog zum bereits existenten minderleister, bzw. überleister.

also. schuster, bleibt bei deinem leister. jawohl!

gestern beim kiesern ein klein wenig übertrieben und per se überall zwei pfund draufgelegt. einfach so, mir war eben danach. einmal sogar vier pfund, aber nur aus versehen. seitdem höllisch erschöpft. mal wieder. so gehen die tage, der winter im märz.

piratenINNENirrtum

in einem der vielen artikel, blogbeiträgen oder sonstigen stellungnahmen, die ich dieser tage zum thema piratinnen gelesen oder überflogen habe, war ein kommentar eines aktiven weiblichen piraten – so muß man wohl sagen – der sich sinngemäß so äußerte: sie sei froh gewesen, endlich einmal nicht diese genderdisskussion führen zu müssen, überhaupt sei doch alles gleichberechtigt, besonders in der netzaffinen welt sei das doch längst kein thema mehr.

nun ja, es liegt auf der hand, daß das ein unsinn ist. ich mag ja auch eigentlich gar nichts dazu sagen. das sagte ich schon.

trotzdem, ich denke in dem moment immer an eine bekannte, die in einem mädchentreff arbeitet. dort bringt man den jungen besucherinnen unter anderem das netz bei. oder besser den umgang mit dem netz. oder noch besser, den umgang mit foren und communities, mit sozialen netzwerken. die menschliche seite eben, das verführerische an 2.0.

schlimmstenfalls treffen die sich mit irgendeinem kerl, den sie überhaupt nicht kennen, und das wars dann, sagt die bekannte. wie das wars dann, frage ich. macht doch nichts, wenn man sich nicht wiedersieht, denke ich. na, sie werden einmal gef***t und fertig, sagt die bekannte.

so sieht es eben auch aus in der netzaffinen welt.

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