zum thema google: „Die Problematik ist zunächst die, dass Google als größte und mächtigste Detektei, die es jemals gab, über jede wichtige Person und Organisation ein sehr genaues Dossier mit Informationen hat.“
leg doch bücher drunter, sagt die geliebte gestern, weil der neue tisch doch ein bißchen viel wackelt. keine gute idee, finde ich. ich bin keine große freundin von übergangslösungen, die sich am ende schnell irgendwie festwachsen können. auch bei mir. weiß ich doch, kenn ich doch. ganz genau.
heute, beim genaueren ausrichten, muß ich die platte anheben, um einen der flexiblen füße abzuschrauben. ich nehme also ein buch, ein besonders dickes, aus dem regal im flur. und dann noch eins, weil das erste doch nicht reicht. das zweite buch nehme ich aus dem stapel, der immer neben dem sofa wartet. eines über berlin, mit festem einband. das eignet sich gut als stütze. weit besser als das erste, das viel zu weich ist. ein taschenbuch. dennoch klappt alles prima, ich stoße mir nur einmal den kopf, ganz leicht. doch der tisch steht jetzt absolut waagerecht, was ja in berliner holzdielenaltbauwohnungen nicht so ganz einfach ist. (mit dem kühlschrank hat es bis heute nicht geklappt. der steht schief und wackelt auch.)
als ich das erste buch zurückbringen will, öffne ich gedankenverloren die tür zur kammer und will es ins werkzeugregal legen. statt ins bücherregal gleich hinter mir. kein übler gedanke eigentlich, hat es doch einen guten anfang gemacht. das buch. ist doch nicht zu verachten.
aber die bibel? neben dem werkzeugkasten? ausgerechnet?
ergonomie in process
tisch steht, mit einer höhe von satten 75cm. gewöhnungsbedürftig, nach wie vor. aber auch nicht schlecht, der gesamte unterarm läßt sich wesentlich leichter auflegen. veränderungen sind angesagt, verhaltensänderungen in erster linie. näher am tisch sitzen zum beispiel, also auch entsprechend umräumen und umorganisieren. ausgerechnet ich, die bei der arbeit gern blind um sich greift, um die notwendigen dinge dennoch mit einem griff zu finden.
daß die neue platte derzeit noch (zu sehr) wackelt, steht auf eine anderen blatt. dafür gibt es bereits eine elegante lösung im kopf. muß nur noch kurz zum baumarkt, 22er rundholz kaufen.
ergonomie
an diesen tagen zwischen den jahren, also gleich nach dem obligatorischen bügeln, einer lustigen bescherung (zu füßen einer werkbank) und etlichen kulturellen einlagen, schnell noch den neuen arbeitsplatz geplant. das heißt, die leimholzplatte, die seit wochen plastikverpackt im flur herumgestanden hat, flachgelegt, gewachst, geschliffen, gewachst, geschliffen und wieder gewachst. die bald zwanzig jahre alte kiefernplatte, mittlerweile zerschrammt, zerschnitten und von der heizungsluft mächtig gewölbt, hat somit eine würdige nachfolgerin gefunden. buchenholz, rustikal sortiert und fomaldehydfrei verleimt. hart und sauschwer, schön scheckig, rustikal eben, so leicht nicht kaputtzukriegen. steht außerdem auf vier metallbeinen, liegt also nur noch bedingt auf den ollen alten schreibtischunterschränken. jugendzimmerausstattung, also fast dreißig jahre alt inzwischen. deren überarbeitung steht wohl anschließend an. oder besser eine grundlegende überdenkung, vielleicht.
mal sehen. einstweilen stelle ich fest, daß der neue arbeitsplatz zwischen drei und sechs zentimeter höher sein wird. die metallbeine haben füße, die sich rein- oder rausdrehen lassen, ganz wie es mir beliebt. doch selbst das niedrigste maß liegt um drei zentimeter höher als bisher, 74 statt 71. grundsätzlich erschien mir das günstig, bis eben zumindest, schließlich bin ich erfahrungsgemäß im sitzen recht groß. leider nur im sitzen, im stehen eher nicht. stöpselbeine, sodaß ich mir der eine oder andere stuhl schon mal ein wenig zu hoch ist. und jetzt weiß ich nicht mehr so genau, obwohl es doch eine richtig gute idee zu sein schien. der sitzriesin einen höheren tisch zu gönnen, um so rücken und gelenke zu schonen, hoffentlich. jetzt bin ich skeptisch. die oberfläche ist noch nicht ganz trocken, ich habe also nur flüchtig probieren können. aber es fühlte sich komisch an. nicht nur ungewohnt.

ergonomie ist ein schwieriges kapitel, inbesondere arbeitsplatzergonomie. zum beispiel besitze ich keinen bürostuhl, sondern nur einen alten holzstuhl mit abgesägten beinen. wegen der stöpselbeine. ich weiß auch nicht, ob das wirklich so wichtig ist. menschen seien zum sitzen nicht geschaffen, hat mein möbelbaudozent damals im studium immer gesagt. deshalb gäbe es auch keine guten stühle. überhaupt keine. nicht einen einzigen. und man könne auch keine entwerfen, geschweige denn konstruieren. schluß. aus. ende. genau so meinte er das, und das sicher nicht nur, weil er sich so seine dozententätigkeit wesentlich vereinfachte. nein, er hatte einfach recht, davon bin ich überzeugt. bis heute. licht und lärm ist da schon wesentlich wichtiger. in meinem früheren büro beispielsweise konnte ich im sommer zwischen neun und halb elf schlichtweg nicht arbeiten, weil ich auf dem bildschirm im sonnenlicht nichts erkennen konnte. zum glück war das nicht weiter schlimm. und wenn ich doch ran mußte, hab ich eben die sonnenbrille aufgesetzt.
nun also zum schreibtisch.
80 tief, damit liege ich ja goldrichtig. ich kann mir keinen schreibtisch vorstellen, der weniger als 80 cm tief ist. wo soll denn sonst der ganze kram hin? und warm soll er sich anfühlen, also auf keinen fall glas. glas? um himmels willen, das fiele mir nicht einmal im traum ein. nicht mal als küchentisch ist glas zu gebrauchen. allerhöchstens, vielleicht, als couchtisch. aber couchtische, die braucht doch auch im grunde niemand. stehpulte und neigungswinkel. wunderbar, alles beides. kann ich aber derzeit nicht mit dienen. es heißt also, mich auf eine fixe tischhöhe einzuschränken, wie bisher. aber welche?
also: DIN-norm ist 71cm, empfohlene tastaturhöhe irgendwas zwischen 71 und 87. und was fang ich jetzt damit an? sieht nach ausprobieren und umgewöhnen aus. ergonomie eben.
verweis ins hsb
kleine liebeserklärung zum jahresende – Neuköllner Momente
