seit gestern arbeite ich an neun zeilen, die mittlerweile allerdings auf fast fünf seiten angewachsen sind. es geht also, und alles bleibt absehbar, nach wie vor. aber ich suche immer noch nach konzentration und gelassenheit. beides scheint mir unendlich entfernt, obwohl es mir nicht wirklich wesensfremd ist. außerdem vertrödel ich meine vormittage, entweder gleich im bett oder sonst irgendwie. dafür war ich aber bis gerade eben noch mitten im text. auf sechs bis zehn stunden arbeit komme ich allemal, tag für tag. und so soll es sein.
wip – heute nix
kein einziges wort!
es hilft ja nichts, wenn ich tagelang immerzu meine unkonzentration und hirnmüdigkeit beklage, nur weil ich endlich die letzten paar seiten packen will. fertig machen und ausdrucken – ist eben noch nicht möglich. hilft alles nix.
pause also. vor allem, weil gerade die letzte szene noch substanz braucht, die ich derzeit einfach nicht finde.
1977
seltsam, die nadel anzusetzen, nach all der zeit. mit augenmaß in die rille, auf die spur. es knackt und knirscht, die ganze zeit. und es schafft und weitet raum. heute vor allem erinnerungen und ähnliche zwischenklänge.
[keith carradine (brother of kung-fu david), david soul (yes, it’s hutch!) + rita coolidge/we’re all alone, alle 1977, so ein zufall.]
warten
außerdem mir ist dieses zusammentreffen wieder gegenwärtig, seit gestern nacht auf einmal. mit derselben ratlosigkeit, derselben hilflosen leere, die mich das ganze letzte jahr schon beherrscht hat. ich warte weiter, was soll ich tun.
so ist die liebe, für mich, seit jeher. ich betrachte die menschen von weitem. aber ich liebe deshalb nicht weniger. mittlerweile zumindest, nach all der zeit.
mach das nie wieder, sage ich zu ihr. ich liege noch im bett, ganz dicht hinter ihr. sie dreht mir den rücken zu, ich weiß nicht einmal, wer es überhaupt ist. es könnte U sein, aber genauso auch ich selbst. wie das so ist im traum. auf jeden fall kehrt große ruhe ein und, für einen augenblick, soetwas wie zuversicht. weil das aber wieder verschwindet, muß ich weiterträumen. und ich suche und suche, noch stundenlang. so kommt es mir vor.
wip – nochmals slowhand
zwei szenen angegangen, aber ruhig, ganz gelassen. eine davon ist so gut wie frisch geschrieben, da guck ich morgen nochmal rein. das kann dauern, das muß von grund auf gebaut werden. ansonsten bin ich gut vorangekommen. seitenzahlen guck ich mir aber besser nicht an. das kommt nicht gut, wenn es gestern noch 12 seiten waren und heute dann bestimmt fast 15. aber textvolumen wächst eben, wenn man was einfügen muß. und so wird es schließlich noch weitergehen, in nächster zeit.
wip – vertrödelt
nicht allzuviel los heute. ein verbummelter tag, an dem ich kaum etwas geschafft habe. ohnehin ist mir in letzter zeit immer wieder danach, auch mal pause zu machen. vermutlich weil der weg nicht mehr weit ist, und ich es mir sozusagen ruhig mal erlauben kann. auch ohne daß ich gleich die vorstellung habe, daß alles in sich zusammenbricht.
noch 12 seiten. morgen schreibe ich darüber, wie die toten weiterleben, wie man sie vermißt, wenn man selber noch lebt. oder so ähnlich. ich denke noch darüber nach. auf welche art ich vermisse, was sich nicht mehr regt, allerhöchstens noch in mir, in meiner erinnerung. mal sehen, wie das wird. da steht noch so gut wie nichts, das muß noch eingefügt werden. diese und noch eine weitere szene, die eingefügt werden muß. aber das ist alles nicht mehr die welt. nur konzentration, wie immer.
außerdem habe ich heute chrissie umbenannt, zu guter letzt. die ganze zeit schon war mir der klang zu hart, besonders am anfang, dieses kehlige ‚kkrrr‘ immerzu. darüber hinaus habe ich mich andauernd vertippt. da mußte dringend was passieren, die ganze zeit schon.