es wäre natürlich wesentlich besser, die notwendigen löcher in die wände zu bohren, bevor die möbel direkt davor im weg stehen. es wäre auch besser für die möbel, die dann nicht so staubig würden, jedes mal aufs neue. andererseits: woher soll ich wissen, wo die löcher hinmüssen, wenn ich die möbel noch nicht zurechtgerückt habe? es wäre im grunde auch eine gute idee, nicht jeden tag zum baumarkt zu fahren, sondern vielleicht einmal die woche, mit einer langen, ausgefeilten liste. da ich allerdings bislang jedesmal mit dem fahrrad hingefahren und zu fuß, bepackt bis über beide ohren, wieder zurückgelatscht bin, erübrigt sich jeglicher versuch einer umsetzung. lustig wird das bei der allerneuesten eingebung (videoregal im flur, gegenüber von bücherregal), denn das ist beinah absehbar, daß ich da zweimal laufen muß.
überhaupt ist berlin eine latschstadt, alles ist ganz in der nähe, aber irgendwie auch unheimlich weit weg. zumindest zu fuß. kein wunder, daß es hier soviele fahrräder gibt. kein wunder auch, daß meines, inzwischen ca. 26 jahre alt, sich freudig wiederbelebt.
außerdem scheint mir berlin die reinste sperrmüllwüste zu sein, es gibt kaum eine möglichkeit seinen groben müll loszuwerden. zumindest wenn man kein auto hat und sich nicht für jeden blauen sack an das fachpersonal wenden will. für teures geld, versteht sich. überall steht dafür der ramsch auf der straße. drei kühlschränke, zwei sofas und diverse andere, zu kleinholz zermergelte möbelstücke, allein auf dem weg von der sparkasse zu mir nach hause. ich habe heute dementsprechen den sack übriggebliebenen bauschutt und das sägemehl der küchenbodenrenovierung – illegal – in den hausmüll entsorgt. im dunkeln, versteht sich, und wohlweislich heute, denn heute morgen gegen sieben wurde gelehrt. so liegt das zeug nun ganz unten in der tonne, und meine chance, nicht enttarnt zu werden, ist möglicherweise etwas besser.
geWOHNheit
während ich irgendwie rastlos bin und bleibe, schläft das lisatier heute mal im bücherregal. das könnte mir auch gefallen.
die kartonflut hat sich zwar mächtig reduziert, ich bin aber beim durchzählen – solle man auch nicht machen, ich weiß – darauf gekommen, daß es immer noch über fast ein drittel, also sprich 28 kisten sind. ich fasse es nicht.
dafür sind die pflanzen erst einmal versorgt, um nicht zu sagen gerettet. die sind ja einiges gewohnt von mir, aber über zwei wochen ohne wasser in wäschekörben? dann hab ich eine glühlampe zerschmissen und natürlich die ersatzbirnen nicht finden können. aber das radio ist endlich aufgetaucht. wenn ich schon die anlage noch nicht aufbauen kann, weil … ja, warum eigentlich? was soll – da war dann auf einmal musik. country, aber macht ja nix, nach fast drei wochen. sinnvolleres fällt mir zu sagen nicht ein.
und während ich laufe und renne und eines nach dem anderen abarbeite, denkt es, immerhin, wie von allein. wie ein lied, das man vor sich hin summt, ohne es zunächst zu bemerken.’leben ist körper und gewohnheit‘ zum beispiel, als ich nach dem küchenhandtuch rechts neben der spüle greifen, weil es doch immer da ist. war., 17 jahre lang. nur jetzt eben nicht mehr.
update?
wieder internetprobleme. gestern nacht lahm wie eine schnecke, kein seitenaufruf möglich, daß ich schon wieder dachte: was hab ich nun wieder verbockt, war doch nur ein norton update. heute morgen, ohne jegliche änderung, geht alles wieder. fragt sich nur wie lange, norton arbeitet gerade an updates.
vielleicht war auch arcor nicht die beste wahl?
größe?
daran denkt man nicht, beim einpacken, wie lange das auspacken dauert. auspacken und aufbauen und einräumen. dabei hab ich die bücher noch nicht einmal geordnet, nur schnell ins regal gestellt, ca. 30 kartons. jetzt steht adorno neben rita may brown, pirandello neben elke schmitter und ‚LUCAS‘ neben virginia woolfe, warum eigentlich nicht? (that was name dropping, i know! ;-) außerdem lichtet es sich langsam im arbeitszimmer. ich beginne zu ahnen, wie ‚unverschämt groß‘ die neue wohnung ist, wie es sein wird, darin zu arbeiten, zu leben. aber müde bin ich, richtig müde, immerzu.
und da draußen ist berlin.
deko
ich bin es leid. ich schleppe, bohre und schraube, den ganzen tag, und lebe immer noch aus kisten und kartons. kaum freu ich mich, bin beinahe stolz, daß beinah alle regale inzwischen stehen und hängen, wo sie hinsollen – da fällt mir auf, daß im bad immer noch kein licht, in der küche auch nicht und eben die über 70 kartons… ich mag nicht mehr. der rechte daumen mag auch nicht mehr, greifen, zupacken, jeden abend ist das deutlich zu spüren. gibt es soetwas wie eine sehnenscheidenentzündung im daumen?
eines zumindest verstehe ich jetzt. warum die kolleginnen mich mit 17, mitten in der lehre zur dekorateurin, mehr oder weniger ausgelacht haben, wenn ich behauptet habe, immer in diesem beruf bleiben zu wollen. mit 40 noch im fenster? die schlepperei, der dreck, immerzu mit werkzeug, farbe und kraft? das war die standardantwort.
natürlich mache ich inzwischen längst etwas ganz anderes, in vielerlei hinsicht, bin allerhöchstens noch profiheimwerkerin. (all das werkzeug, das zu schleppen war beim umzug. zwingen z. b., du liebe zeit. aber sowas braucht man eben.) nur für das arbeitsamt bin ich vermutlich eine 41jährige dekorateurin ohne berufserfahrung.
