am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

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buddha am schreibtisch

ich muss anfangen.

irgendwo muss ich einfach anfangen, nur so findet sich eine stimme. die stimme, die ich suche, die neue. eine haltung, eine poesie, eine andere welt.

über ein jahr ist es her, dass ich aus diesem textansatz gestiegen bin, nicht gefallen, weil ich noch einmal tief in das andere, das vorherige projekt einsteigen musste. das ist aber nun fertig, seit ende februar in etwa. es ist durch, bonding ist wirklich durch! und verschwindet im nichts, womöglich.

das muss mir gleich sein, das muss mir sein, als wäre es längst auf dem weg. und es ist auf dem weg, es hängt nicht am erfolg. es geht nicht um mich.

alles ist text, es ist immer der text, den ich gerade suche.

ich muss also anfangen fürs erste, alles neu machen.

ganz von vorn, das ist alles.

alles lüge

läuft irgendwie, ganz ordentlich. die woche war nervig, viel zusätzliche arbeit. durchgedreht bin ich dennoch nicht, nur so inwendig etwas aufgedreht. was ich dann schnell wieder abdrehen konnte, keine ahnung wie. ist ja sonst nicht so meine sache, die nervigen dinge gelassen zu sehen.

heute als erstes zum tangounterricht, das war außerordentlich klasse. für mich zumindest, ich weiß nicht, wie die anderen das sehen. doch die gruppe ist klein, sehr klein und heute noch kleiner. das ist beinah wie einzelunterricht. das geht ins detail, und das tut weh. das muss.

weh tut es immer, der rest ist zweifel. das sage ich in aller klarheit.

zu hause dann ein bisschen arbeiten, ein bisschen glotzen und den müll. nein, gar nicht, das ist nur text, der sich von allein schreibt. das ist lüge. noch ein bisschen an die steuern bin ich, immer noch rechnungen zusammenzusuchen und sortieren. das ist wahr, und das dauert ewig. ich hab dann auch schnell wieder aufgehört, aus angst vermutlich.

oder müdigkeit, es ist recht kühl geworden. heute morgen habe ich im bett eine ganze weile ein wenig gefröstelt, bis ich dann richtig wach georden bin. und gestern war es nass, sehr nass am dyke march. so nass, das wir zu mehreren in meine wohnung geflüchtet sind, allesamt die nassen schuhe und hosen ausgezogen, sekt und saft getrunken und auch sonst viel herumgealbert haben. sowas ist ja eher selten bei mir.

zwischen all dem schaue ich in eine seltsame leere in letzter zeit. das ist mir fremd. da tauchen geschichten auf, die ich nicht kenne, obwohl ich durchaus von ihnen weiß. mein hirn ist ein elefant, da geht nichts verloren, was auch nur ein wenig zusammenhängt. mit mir. jetzt brechen da dinge auf, wie schon lange nicht.

ich sollte mich mit lyrik beschäftigen, das könnte helfen. das blog dazu steht ja bereit. gedichte waren zuerst, und die besten zwei, die sind meiner mutter. fällt mir gerade ein, alles gut.

heute ist gut

langsam bin ich wieder zu hause. ich fühle es, wenn ich aufstehe am morgen. das ist mein ort, derzeit. hier bin ich gut.

nach dem vielen waschen, aber noch vor dem bügeln, schaffe ich es langsam wieder, die dinge zu schieben, die an diesem ort hier geschoben werden wollen. ich arbeite also nicht nur das zeug weg, ich arbeite halt, verdiene mir mein leben. während ich danach und davor oder dazwischen, die dinge im leben verändere.

das neue (alte, geschenkte) sofa ist jetzt seit einer woche hier, und langsam findet es sich ein. und ich mich mit ihm. es nimmt mehr raum als das vorherige, seine farbe verändert dem raum, macht ihn weicher. während ich anfangs dachte, sie würde ihn sprengen. in der nächsten woche kommt jemand, um es zu reinigen. nicht, dass das nötig wäre. aber es gefällt mir, diese freshness vielleicht, die dadurch hoffentlich entsteht.

die steuern habe ich angefangen, heute, einfach so. die rechnungen aus vier oder fünf quellen zusammenzusuchen, das ist in jedem jahr die eigentliche herausforderung. die akribische prüfung, ob da nichts doppelt auftaucht, was es in jedem jahr tut, natürlich, und ich weiß nicht, warum ich das nicht besser mache. irgendwann.

das gesicht fühlt sich heute zum ersten mal nach dem zahnverlust wieder an, wie mein gesicht sich üblicherweise so anfühlt. ich kann wieder einigermaßen normal essen, nur das drücken gegen den schädel muckt noch. wenn ich die stelle treffe, doch die wird immer kleiner. mein hirn beschäftigt sich bereits mit den anstehenden bauarbeiten, um den nun nötigen ersatz zu schaffen.

und alles andere auch.

was ich nicht erreiche, das liegt innen, da, wo das schreiben wohnt und wartet. mit erinnerung verbunden, das lässt sich nicht zwingen, ich weiß. und ich weiß auch die wege, dahin zu finden. ich habe die mittel, schon immer. in berlin ist eine löwin unterwegs.

das macht mir keine angst.

mehr nicht

jetzt bin ich drei- oder viermal an dem vorbeigelaufen, was ich für den beginn des weiteren umbaus der weserstraße zur fahrradstraße gehalten habe. kann sein, dass da nur ein wenig in der unterwelt gegraben wird, vielleicht an den rohren geschaubt. das ist alles. ich bin enttäuscht.

aber immerhin sehe ich wieder einmal die unerwartete gesamtgröße von kopfsteinpflastersteinen.

geplant war, mit dem rad zur arbeit zu fahren, wie eigentlich jeden dienstag. die satteltasche war fertig gepackt, sogar der helm bereitgelegt, da fing das linke knie von der linken seite her an zu jammern. dann an zu schmerzen, sodass das zu bett gehen kurz darauf schon mit schwierigkeiten verbunden war. ganz zu schweigen von der nacht. man braucht so ein knie, ein bein, um sich zu bewegen, auch im bett.

am morgen saß der schmerz dann rechts, das hatte ich erwartet. das ist mein rheuma, plötzlich aber weitgehend harmlos. gehofft hatte ich, dass es am morgen schon durch sein würde. so ist das nämlich, es kommt von der einen seite, geht durch mich durch und verschwindet dann auf der anderen seite.* doch die zeit bis zum morgen hat dafür nicht gerecht. ich hätte schlau sein sollen, in der nacht schon, und eine kleine portion ibu einwerfen können. ob ich das jemals lerne?

die ibu also dann am morgen genommen, zwei stunden später war der spuk vorbei. nur aus der fahrt nach charlottenburg wurde nichts, stattdessen saß ich am heimischen herd. nein, am pc natürlich, so ein gut eingerichtetes home office ist nicht nur pandemie- sondern auch arbeitgeberfreudlich.

aber es war ja viel zu tun, da steht eine deadline zum ende der woche. und ich muss, vermutlich, meine offiziellen arbeitszeiten ein wenig schieben, damit dass klappt. was gar nicht so einfach ist, weil ich feststellen musste, dass so gut wie alle, mit denen ich üblicherweise arbeite, derzeit im urlaub sind. holla! ich hoffe, es ergibt sich nicht irgendein technischer blödsinn, den ich allein nicht überblicke. ich bin die doku-tante, ich mach das mit der sprache, das buch, you know. der rest ist, achnaja, egal. wird schon werden.

gestern zur nachkontrolle beim zahnarzt gewesen. alles okay, heilt und wird besser. nur die kommunikation mit dem behandelnden herrn ist ein wenig gehüpft. ich hatte auch nicht mit ihm gerechnet, ich dachte, er hätte gesagt, er sei diese woche nicht da. außerdem ist der mann, glaube ich, nichts für mich, auch wenn er den zahn zügig gezogen hat. gute arbeit! zum glück bin ich in der praxis sonst bei jemand anderem.

als er mir zum schluss erklärte, dass man den mund ausspülen sollte, um speisereste zu entfernen, und dabei mit den backen bläht, wie man das so macht, wenn man den mund auspült. da war ich ein wenig baff und sprachlos. vermutlich hält er mich jetzt für latend schwer von begriff, dabei hat er einfach nur an mir vorbeiagiert. beinah hätte ich mich umgedreht. allerdings ist mir die absurdität des augenblicks tatsächlich erst stunden später aufgegangen.

so, feierabend jetzt. morgen ist extraarbeitszeit angesagt.

* gespannt bin ich, ob in den nächsten tagen dann das rechte knie drankommt. wär nicht das erste mal, dass das rheuma springt.

auch schön

noch so ein tag. wie gestern sitze ich nur da und mache zeug, so wie es kommt.

ich stehe spät auf und schaue im live-tv erstmal die wohl letzte sendung im nachklapp von klagenfurt. heinz sichrovsky sitzt mit drei der preisträger*innen in der orf-studiodeko, der ist ja vor ort schon überall als randerscheinung aufgetreten. deshalb also. eine der preisträgerinnen fehlt, ich wundere mich nicht. aber martin piekar zeigt das originalautogramm von reich-ranicki im pass seiner mutter. das ist cool.

angezogen habe ich mich nicht so richtig. immer noch nicht, wozu auch. ausgehen wollte ich eh nicht. schlafzeug ist eigentlich ganz schön bei diesem wetter.

nach der allzuhäufigen abwesenheit in den letzten zwei monaten bin ich heute endlich mit dem wäschewaschen hinterhergekommen. dem wetter sei dank, auch wenn es heute zum glück nicht mehr ganz so heiß ist. zum zügigen wäschetrocknen reicht es allemal. ich freu mich schon aufs bügeln, hab ich auch lange nicht.

mein facebook, wo es kaum noch echte menschen gibt, nur gruppen und erinnerungen, spült mir immer häufiger bilder aus wien ein. das ist kein zufall, das habe ich so angelegt. heute sehe ich, was ich alles schon weiß und kenne und erkenne. von da aus könnte ich glatt schon anfangen, pläne zu machen für meinen nächsten besuch. also mir dinge merken, die ich mal sehen will. und mehr fotos machen.

ich bin eine seltsame reisende, wenn ich das so mache. so planlos, ich weiß. aber ich will es einfach wirklich wissen.

ein bisschen bin ich auch weitergekommen mit den texten für die neue webseite, sogar die übertragungen von der alten business-seite sind so gut wie erledigt. die formatierungen und so, die menüstruktur. das verstehe ich schon ganz gut, wie das alles jetzt funktioniert. das macht spaß, nach all der zeit. als nächstes muss ich mich dann um meine moodle-plattform kümmern, aber nicht jetzt gleich. da hab ich auch gar nicht das geld.

anschließend an die aktuelle übersetzung. schnell eine sache soweit fertig machen, dass ich sie morgen abend oder am dienstag abgeben kann. naja, schnell. da war es dann auf einmal schon spät am nachmittag, und so klar draußen und schön eigentlich, dass ich balkon und alle fenster aufmachen wollte.

eben dann ist mir eingefallen, dass ich gestern mit der steuer anfangen wollte. eigentlich.

glücklich und wund

draußen geht ein gewitter, ganz vorsichtig, kaum zu hören. richtig nass wird es auch nicht oder etwa kühl. heute nicht mehr.

schön ist das nicht, so eine hochsommerzeit mit einer tiefen wunde im mund. nein, ich will nicht jammern, eigentlich ist es nicht so schlimm. es blutet schon längst nicht mehr, und es tut auch nicht weiter weh. damit hat es gar nicht erst angefangen, von solchen schmerzen bin ich irgendwie befreit. da hat jemand mit großer kraft, um nicht zu sagen gewalt, einen teil meines körpers aus mir herausgerissen. aus meinem gesicht, aber naja. sowas kommt vor, und ich hatte ja zugestimmt.

aber natürlich ist da ein prozess im gange, viel zu langsam, wie ich finde. manchmal sitze ich einfach so, schaue der zeit zu. weil ich müde bin. ich drücke an die stelle in meinem gesicht, unter dem linken auge, und denke: ach ja. autsch.

heute habe ich den ganzen tag am schreibtisch gesessen, nicht weil ich musste. vor allem, weil es mir draußen zu heiß war. aberauch, weil ich das so wollte. mal nichts machen, keinen termin haben, nur sitzen. ein bisschen für geld gearbeitet habe ich auch, aber nicht viel. im grunde konnte ich nicht von meiner autor*innenseite lassen, die seit heute mittag auf einmal online ist.

es mag schon aufgefallen sein, dass alle meine blogs und seiten sich langsam aber sicher wandeln. nach jahren der suche und des versuchens, begleitet von beständigem scheitern und großen menschlichen enttäuschungen, sowie der erkenntniss, dass ich das alles zwar hochinteressant finde und richtig gern gerne tun würde, aber wohl doch nicht mehr lernen kann. vor allem aus zeitmangel, man kann ja nicht alles. in diesem jahr also hat es endlich geklappt, nahezu reibungslos, mit gutem austausch und sich ergänzender kreativität. mein dank dafür geht an christian und an annette, die mir den schönen neuen engl gestaltet hat.

das macht mich richtig ein bisschen glücklich gerade.

aber es heißt jetzt eben, die letzte instanz dieser umbauarbeiten, die businessseite nämlich, auch textlich aufzuarbeiten. das kann ja nur ich, bzw. das will ich dann doch selbst machen. und obwohl ich mir zeit lassen könnte, zeit lassen wollte, bin ich das dann doch sofort angegangen.

wie von selbst. so wie der regen draußen, der auch wie nebenbei fällt. der donner, der kaum donnert, und blitzen habe ich es noch gar nicht gesehen.

tango is over

und dann bin ich nicht mehr hinterher gekommen, ab samstag in etwa. da war nur noch tango und ein bisschen arbeit dazwischen. und müdigkeit, die einfach mal keinen platz hat, die auf später verschoben wird. werden muss, es ist tango.

worte gehen da manchmal unter. nicht in mir, aber sie finden weg weg nicht in die tastatur.

vermutlich gäbe es viel zu sagen, nein. ganz sicher gibt es das, viel zu sagen. sehr deutlich hatte ich diesmal gedacht, dass mir das alles wenig und immer weniger bedeutet. dass es vorbeigehen wird, für. ich, das mit dem tango verqueer. aber nun ist es irgendwie ganz anders gekommen, geworden, und ich weiß nicht einmal wie.

das lässt sich jetzt hier und so spät nicht schnell mal abhandeln. das ist einen essay wert, der wuchert auch schon in meinem kopf. man möge mich erinnern.

vom tango ging es dann heute direkt zu einem zahnarzt. am samstag schon hatte die hitze einer schnell gelöffelte ramen nachhaltig auf eine zahnreihe gewirkt. gestern dann drückte es im linken ohr, oder im kiefer, doch ich wusste nicht so recht wo. das pochen heute morgen war dann gut zu orten, und eben dieser ort bedeutete auch mir sofort nur eines: heute ist der tag, an dem ich wieder einmal einen zahn verloren werde.

genau so war es, am nachmittag, etwas über zwei stunden mag es insgesamt gedauert haben. dieses sägen und knirschen in mir, das brechen und diese kraft, die in meinem gesicht wirkt. alles gut gegangen, mein gesicht lebt noch, lebt wieder. es tut kaum weh, ich spucke nur noch ein bisschen blut.

abwarten.

auf dem weg zurück stelle ich fest, dass offenbar die bauarbeiten in der weserstraße wieder aufgenommen worden sein könnten. sicher bin ich nicht, weil jetzt direkt an der wildenbruch gebaggert wird. bislang wurde ja von der anderen seite her gebaut.

aber gut, ich werde das beobachten.

anders tango

tage kommen und gehen, wie im tango. ein schritt nach dem anderen, heute nur ein worshop. das ist besser, das kann ich verkraften. und meine wahl war gut, es gab genau, was ich mir erhofft hatte. keine neuen figuren, kein gebastel, das ich am ende doch nicht erinnern kann. stattdessen feinarbeit, haltung und balance. alles in zeitlupe, also unendlich anstrengend. für mich oft nicht zu bewältigen, vor allem die balance.

aber wunderbar. etwas, das ich sicher nicht vergessen werde. oder an das ich mich erinnern kann, auf jeden fall.

anschließend eine kassenschicht als helfer*in und dann ab nach hause. schlafen. das scheint ein neues hobby zu werden, mittags- oder nachmittagschläfchen. doch das passt gut zu dem anstehenden sofawechsel. das jetzige wird am montag abgeholt. hoffentlich, es ist makellos und verschenkt. das ist sinnvoll und gut, finde ich. ich bekomme eines geschenkt, das für meine zwecke besser passt. also verschenke ich meines. das ist gerechtigkeit.

oder kreislaufwirtschaft oder so.

zuvor, als ich das haus verlassen habe, war da dieser brief im kasten. die betriebskostenabrechnung für die wohnung, darauf hab ich grad gewartet. ich ließ ihn dort, für später. und eben, als ich ihn dann aufgemacht habe, gefasst auf gestiegene heizkosten und was weiß ich was. da steht da eine dreistellige summe im mittleren untereren bereich, und es ist ein guthaben. sogar die monatliche zahlung vermindert sich um über zwanzig euro. ich frage nicht wie, ich bin einverstanden.

langsam wird mir heiß. es scheint so richtig sommer zu werden, ausgerechnet jetzt. bei tangounterricht, immer eins nach dem anderen, und allabendliche milongas in mehr oder weniger geschlossenen räumen. das wird dann alles ein bisschen wie eine dauersauna. gut, das mache ich sowieso nicht mehr. mein tango ist irgendwie anders geworden. gestern abend habe ich mich schon gedrückt, bin einfach zu hause geblieben. heute fahre ich vielleicht mal kurz vorbei, sehen ob ich da wirklich reinwill.

aber dafür sind heute draußen auf dem balkon die ersten roten tomaten aufgetaucht.

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