am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

un

nach der arbeit nach hause und mit druck gleich an die arbeit. endlich. nicht ans schreiben allerdings, nein. an die übersetzung, die mir so unendlich unbequem ist. das noch länger aufzuschieben wäre nur noch eines: unverantwortlich.

also heute, finally, das englische original, dieses ungeheuer, etwas genauer angesehen, es aufgeschlüsselt und ein wenig struktur in die sache gebracht. immerhin. so sieht das ganze jetzt schon deutlich besser aus. die ungewissheit hat sich gelegt, ich habe nun einen plan. damit wird das mächtige unterfangen zu bewältigen sein. es wird funktionieren, definitiv. hoffe ich zumindest, in diesem und dem kommenden monat noch. unausweichlich.

aber spaß macht das irgendwie nicht. so eine festanstellung ist da schon unterhaltsamer. da gibt es ungefraget jedes jahr im juli eine gehaltserhöhung. unglaublich.

glück

immer wieder in den abendstunden, bis in die nächte hinein. diese ewige unruhe. eine tiefe verzagtheit, die alles in mir lähmt. die gewissheit auch, dass ich niemandem tauge, letztendlich.

was hilft es, dass ich etwas kann, das mich selbst fraglos vollkommen erfüllt. und das auch weiß, ohne jeden zweifel. dass das schreiben ins zentrum rücken wird in den kommenden jahren, auch offiziell.

das ist ein glück, ich weiß. das hat nicht jede*r. ein derart erfülltes sein, das sollte ich feiern.

am freitag war party direkt gegenüber von meinem wohnbüro. jedes wort konnte ich verstehen, amerikanisches englisch, als stünden wir auge in auge. mitten in meine arbeit hinein, bis spät in die nacht.

heute ist party gegenüber von meinem schlafzimmer. die musik wummert, immer wieder wird lauthals mitgegrölt. natürlich stehen alle fenster offen, bei mir wie auch dort. es ist sommer, es ist warm.

ich kann das nicht leiden, menschen und lärm. jetzt stehen sie auf dem balkon. um zu rauchen, vermute ich. und zu reden. laut zu reden, dass ich mühelos jedes wort verstehe.

ich weiß einfach nicht, wie man feiert. vermute ich mal. ich weiß nicht einmal, warum. auch dafür tauge ich nicht.

bonding (67)

alles gut.

etwas über drei seiten des neuen kapitels einigermaßen lesbar hingekriegt, dazu steht die weitere konstruktion jetzt ziemlich sicher. das ist alles noch nicht geschrieben, aber der anfang ist ja immer das schwerste. mitten im chaos, in verzweiflung und in der gedankenflut, in der ich zu ertrinken glaube, jedesmal.

mein liebstes, der feinschliff, die zarten töne und die wortzauberei, kommen später. viel später, so ist es ja immer. wenn alles in eins gegossen und das nächste kapitel angefangen werden muss.

aber da bin ich jetzt nicht. noch nicht. weder für dieses kapitel, noch für den gesamten text.

als nächstes sollte ich mich wohl einsetzen und die überbordenden überarbeitungsansätze im hirn irgendwie strukturieren und sowohl verständliche als auch lesbare notizen dazu anfertigen. was noch einmal eine ganz andere arbeit ist. weit zurückzutreten und den blick auf alles auf einmal zu richten. wirklich alles, was da bislang steht. und alles auch, was noch geschrieben werden will.

das zusammen zu sehen, gleichzeitig, als wäre es ein gitter, ein muster, ein netz. darum geht es.

ich bin nicht sicher, aber womöglich ist genau jetzt die zeit dafür. es geht auf das ende zu, das spüre ich mit jedem wort. nicht erst seit gestern. und doch auch noch nicht so, dass ich es wirklich sehen könnte. as ende. aber ich kann es durchzählen, noch dieses und dann vier weitere kapitel. dann ist es gut. alles.

ich muss also das hirn frei kriegen, denke ich. vielleicht mittwoch nachmittag, nach dem büro und vor dem tango. irgendwo außerhalb, mit papier und bleistift. auf keinen fall mit rechner und datei. ich kenne mich doch, dann würde ich gleich loslegen und alles schön machen wollen. und fertig. aber mit füller und feder, edeledel. ; )

jaja, so geht schreiben. es dauert und dauert.

ach, egal. das ist auch nicht gerade mein liebstes, diese arbeit über alles hinweg. aber ich weiß, dass es hilft.

urlauben

so recht weiß ich nicht, was ich im bezug auf meinen jahresurlaub tun soll. das war ja alles ganz anders geplant, und ich habe gegeizt mit den mir zustehenden urlaubstagen, weil die exfrau und ich im august zusammen in den pott wollten. mit dem liebsten menschen mitten durch meine verdammte vergangenheit streifen, mit familienbegebung sogar. das war beängstigend und beglückend zugleich. ich hatte mich unendlich gefreut und ebenso im vorfeld schon am liebsten verkrochen.

was solls, das ist jetzt eh passé. das kann ich an dieser stelle getrost abbrechen, jeden schrecken und jeden gedanken. ich muss alleine planen.

urlaub ist mir fremd. allein mache ich keinen urlaub. da fahre ich nur manchmal irgendwo hin, wo ich etwas zu tun habe. oder vielleicht etwas tun will, aber nicht einfach nur so. urlauben ist wirklich nicht mein ding.

tatsache ist jedoch, dass ich durchaus urlaubsreif bin. urlaubspflichtig sozusagen. darüber hinaus allerdings, nach meinem jahresüblichen und jedesmal kostspieligen literaturausflug nach österreich, auch maximal pleite. viel geht also nicht.

der plan derzeit ist, grundsätzlich in berlin zu bleiben, vielleicht gelegentlich mit dem motorrad rauszufahren, soll ja viel zu sehen geben im umland, und natürlich das boot zu wasser zu lassen. zwei wochen, in denen das bauen und schreiben auch nicht zu kurz kommen soll. eine richtige schreibzeit kann ich mir derzeit aber nicht leisten, die kommt mit ein bisschen glück ende des jahres. wenn ich endlich einmal, wie ich es immer schon wollte, seit ich in berlin bin, die stadt verlassen will. daumen drücken, bitte.

das heißt, nein. eine winzige schreibzeit gönne ich mir doch. knapp drei tage in wuppertal, auf dem weg nach essen, zu einer familienfeier. ob das sinnvoll ist? (beides, die minischreibzeit und die familienfeier.) keine ahnung, es ist einfach so.

PS: eine kurze recherche hat ergeben, dass es in wuppertal gar nicht diese hübschen elektromietroller gibt, die mir hier immer so auf die nerven gehen. hätte ich dort glatt mal ausprobieren mögen. schade.

PPS: leih-e-bikes scheint es auch nicht zu geben, obwohl die sicher toll wären im bergischen, oder diese neuen nichttretroller. diese kippeligen einpersonendraufstehbretter. es ist wohl ein reines großstadtproblem, diese allgegenwärtige mietfahrgerätrumstehplage in berlin, wien und anderswo.

bonding (66)


viel geht nicht aktuell. alles nur stückwerk, wort für wort und satz für satz. eine grausame maloche. am ende fehlt mir dann das gefühl. was steht da? wo bin ich? wie geht es weiter? das ist blöd, denn eine solche einschätzung ist hochvonnöten, jederzeit, um das gesamtpaket eines romans bis zum ende tragen zu können.

so ist es wenig, was heute an text dazugekommen ist. und es ist durchwachsener text, vermutlich nicht besonders belastbar. doch was weiß ich? ich bin enttäuscht und genervt. das allein ist gewiss.

so ist das mitunter, immer wieder im schreiben, im leben. da muss man durch,  es vorbei. und draußen fängt es an zu gewittern. jetzt gerade.

das ist gut.

darüber hinaus gibt es überlegungen, die auch nicht ohne sind. nachdem die letzten 60 bis 80 seiten bis zum guten schluss detailliert durchstrukturiert sind und „nur noch“ geschrieben werden müssen, fange ich jetzt bereits an, für den zweiten durchgang zu sammeln. so vieles, was ich ändern, anpassen, verbessern und vertiefen muss. besonders am anfang, auf den ersten 100 seiten, als ich noch frei schwingend losschreiben konnte. ohne rücksicht auf verluste und im kopf eine struktur, die sich dann hier und da doch noch ein wenig geändert hat. besonders meine hauptfigur, meine erzählerin, hat sich als durchaus anders herausgestellt, als ich zunächst angenommen hatte. viel weniger nah an mir. außerdem hat sie sich um einiges anders entwickelt.

es wäre wohl keine schlechte idee, das mal von grund auf zu durchdenken. und zu notieren auch, die zeit sollte ich mir nehmen. nur so kriege ich es vielleicht stück für stück aus kopf, verliere die angst, womöglich etwas zu vergessen. zumal es ja immer mehr wird.

nicht zuletzt gilt es, der beiläufigen, aber überaus wichtigen kriminalstory im gegenwartsstrang die letzte konkretisierung zu verpassen. etwas, das ich nicht einfach so aus dem ärmel schüttle, denn noch bin ich ein wenig ratlos, wo genau das ganze hin soll. es ist ja auch nicht der kern, sondern nur das objekt, an dem die eine figur, von der auf am ende sicher über 300 seiten so viel erzählt wird, die ab erst ganz am ende auftritt, sich erklärt.

klingt verrückt, ja? ist es! warum mache ich das eigentlich?

chaos

so kann ein tag immer wieder grundlegend anders sein als der darauf folgende. heute also ein riesiges durcheinander gelebt, kein bisschen ordnung und zufriedenheit. alles vollkommen anders als gestern. spät am abend erst wieder ganz langsam zurückgefunden. zu mir. mich wieder wohlgefühlt in meiner wohnung, immerhin das. noch nicht jedoch in meiner haut, auch jetzt noch nicht so richtig.

die anstehenden arbeiten haben sich dementsprechend leichtfertig in das inwendige desaster eingewebt. oder aus ihm heraus erst entwickelt, was weiß denn ich? hier ein bisschen, da ein wenig, kein plan und keine richtung. ich bin ein nichts, ein niemand. sinnlos und verlassen.

naja, nein. so schlimm war es gar nicht. es ging schon alles, irgendwie. in die dringend anstehenden übersetzungen geschaut, ein bisschen was geregelt und viele fehler gefunden. (nicht auf meinem mist, nein.) und rechnungen gemahnt, immer dassebe. das ist lästig, aber soweit alles gut. unzufrieden war ich halt. mit mir und mit allem.

außerdem: die medikamente zeigen wirkung und nebenwirkung. letzteres ganz eindeutig, die verdauung spielt latend verrückt, selbst mein magen meldet sich sporadisch. das tut er sonst nie. das macht auch nicht gerade freude, muss ich sagen. ist aber wohl der preis für die fähigkeit, fünf tage am stück tango zu tanzen. so wie in der letzten woche.

dass ich dann spät in der nacht doch noch an das nächste kapitel bin, war dann genau genommen ein kleines wunder. oder auch wieder nicht, denn es ist das chaos, aus dem sich alles nährt. etwas mehr als eine seite. das ist gut, das ist ein anfang. damit ist die richtung gesetzt, das macht es morgen schon leichter. ich glaube sogar, dass der ansatz insgesamt schon ganz gut geworden ist. ohne große hoffnung und mühe.

das kreative chaos des universums, in mir. das ist zeitlos verschwendet. weil ich es kann.

bonding (65)


früh aufgestanden, aber noch vor dem aufstehen mit dem schreiben begonnen. schreiben im kopf. ran an die szene, im vorletzten kapitel eine, die mir nachhaltig unbehaglich war. und blieb. die ganze zeit ging sie mir nicht aus dem sinn. noch im halbschlaf dann war auf einmal der richtige ansatz da. zwischen traum und tango lag die lösung.

also los, so beginnt ein guter tag. in den dann ohne probleme auch andere arbeit passte, übersetzen und richtig viel zeugs erledigen.

morgen dann den sprung in das nächste kapitel schaffen, einen ersten ansatz bauen. mal sehen, wie das klappt.

ich mag dieses leben, in dem ich das haus nicht verlassen muss, um zu arbeiten. das war schon immer so, aber es lässt sich natürlich nicht einfach so machen. es rechnet sich nicht so leicht. aber ich mag das leben mit dem schreiben.

jetzt sofort geht das natürlich nicht, nur tageweise. oder lange im voraus geplant. aber in vier, fünf jahren vielleicht. und in wien, wer weiß. das könnte mir gefallen.

tango, drogen, arbeit

das war das wohl absolut beste tangofestival bislang, für mich zumindest. ganz anders als ich dachte, vor allem meine kondition. aber nicht nur. auch meine tangofeigheit hat abgenommen, überaus deutlich sogar. also alles gut, noch besser sogar. bestens.

damit hatte ich nicht gerechnet. wo soll das nur enden?

der erste abend danach allerdings ist nun nicht unerheblich in unkonzentration und müdigkeit versunken. beinah ein bisschen wie erschöpfung, obwohl es körperlich besser geht als im gesamten letzten jahr. dank der regelmäßig verabreichten drogen schmerzen weder die füße noch die hände, die außerdem so gut wie auf das normalmaß abgeschwollen sind. selbst früh am morgen merke ich quasi nichts mehr von der qual des gesamten frühjahrs. vielleicht die rechte schulter noch, die gelegentlich ein klein wenig piekt. und die hand mit dem karpaltunnel.

die erschöpfung wohnt also im kopf und nur dort.

das zuviel an arbeit, das ganze durcheinander darin. der trott des haltagsbüros und der gewältige übersetzungsklotz, der danach zu hause auf mich wartet. den ich endlich bewältigen muss, irgendwie, auch wenn ich noch so wenig lust darauf habe. alles überragt von dem endspurt in bezug auf den roman. der hat noch nicht begonnen, ist aber auf einmal in sicht.

das alles will gerade nicht mehr so recht zusammenfinden in mir. wenn es das denn jemals hat. kann ich mir im moment überhaupt gar nicht vorstellen, nicht einmal das.

aber toll, so alles in allem.

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