heute, gleich nach den wichtigsten brotberuflichen dingen, das schreibchaos von gestern nacht geglättet, gebügelt, gerettet. gutes gefühl, besonders auch, mal bei licht zu schreiben. bringt klarheit, könnte zumindest sein. wird sich zeigen. ist aber auf jeden fall weit weniger paranoid.
engl
rückblickende erkenntnisse aufgrund von naheliegenden internetmagazinen (106)
es ist doch noch irgendwie immer wieder überraschend für mich, obwohl ich es natürlich längst besser weiß: es scheint inzwischen ein privileg zu sein, in neukölln wohnen zu dürfen. wenn ich das alle vor 10 jahren gewußt hätte… (ich wäre ans flugfeld gezogen, definitiv.)
so also geht die hiesige wohnungssuche aktuell, nachzulesen im neukoelln.net:
Besorgte Anwohner fragten sich währenddessen, für oder gegen was sich die Demo wohl ausspricht, die da anscheinend in ihrer Straße stattfand. Oder war das einer dieser Flashmobs, von denen man immer so viel liest?
ich weiß noch, wie hier zu besichtigung zu spät kam, was mir sonst nie passiert. aber meine uhr war stehen geblieben und dann wieder angesprungen, dementsprechend ich war noch ein wenig mit rad umhergekreist. als ich dann endlich vor der tür stand, verließ der einzige andere besichtiger gerade mit der maklerin das haus. glück gehabt. oder auch nicht, denn man hatte ich ja extra auf meine anzeige in der zitty angerufen, um mir diese wohnung zeigen zu dürfen. die sich, damals, in einem haus befand, das zu zirka zwei dritteln leer stand und so auch noch eine ganze weile blieb. unter mir zum beispiel wurde wegen leerstand sicher zwei winter nicht geheizt. das waren zeiten. damals.
zeichen und wunder in den wochenblättern (105)
oder besser gesagt in meinem linkverhalten. heute spon und lobo in einem, und nicht nur für diesen schönen satz:
Nie war Angela Merkels Schweigen fataler als jetzt.
das wird wieder eine wache nacht, das weiß ich doch jetzt schon. so wie gestern, ein ewiges herumwirren bis in die schmerzhaftigkeit, bis gegen sieben, wenn ich mich recht erinnere. von wegen winterschlaf! wenn ich das nur nutzen könnte, irgendwie. andererseits weiß man nie, wie der geist nutzt, was er sich so anrichtet. letztendlich.
andere leben anders, ja. und etwas fehlt immer, überall, das kann ich bestätigen.
risse & licht
disziplinierungsversuche, wenigstens was die vernachlässigte, im besten fall hingeschluderte meditationspraxis angeht. im ansatz zerrissen durch eine ebenso klare, wie freundliche mail am morgen, die türen aufreissen könnte. möglicherweise. kein zweifel, ich bin im thema, wieder dicht am strom, aus dem ich schöpfen könnte. schöpfen kann. alles voller fragen, auf einmal, die ich zu beantworten in der lage bin.
ich krame also eines der restexemplare von lucas aus der zweiten regalreihe hervor, um es zu verpacken, auf die post zu bringen in den nächsten tagen, auf eine wichtige reise zu schicken. und zur errinnerung, so liegt es jetzt da, links neben mir auf dem tisch.
auch das ein riss, durch den ich sehe, für einen augenblick, was das alles bedeutet. was es mir ist und wieviel. was wiederum in sich eine art undisziplierte mediation darstellt.
jetzt ist es fast dunkel. ich verbleibe, einstweilen, ein wenig atemlos.
geschenke
schlaflosigkeit, bzw. die unfähigkeit einzuschlafen, wenn man zu lange damit gewartet hat, fühlt sich an wie fieber. fremd im körper glüht der geist, rastlos vor erschöpfung. bis sich, am anderen ende der verzweiflung, eine form findet, ein satz vielleicht. der sich dann zufällig als beständig erweist, als tauglich sogar, für die eröffnung des anstehenden längeren textes. das fieber wird körperlich in diesem moment, wird zu einen schwingen und strömen tief im vernachlässigten körper, der daraufhin endlich zu schweigen bereit und in der lage ist.
das ist ein geschenk.