am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

kalt hier drinnen, in mir. so denke ich die ganze zeit, seit es auch draußen kalt ist. manchmal wird aber auch alles ganz weich. so weich, daß ich nicht mehr weiß, wer ich bin. (als wäre das von bedeutung.) dann suche ich die bilder, zwischen tag und nacht, traum und wahn. wie früher als kind. als ich noch sehen konnte, wissen und rufen. das, was ist.

neumond heute. ein paar tage noch, und die nächte werden rauh. die zeiten verschieben sich, auch meine. auch in mir. alles klar.

this town

früher, da war noch musik. obwohl: wenn man sich die gesichter im diskopublikum anschaut, dann spricht auch dort recht viel unverständnis bände.

paper work

nachts dagegen liege ich wach, träume fast und finde, ohne zu suchen. endlich das richtige wort, der name für die eine, nicht unwichtige figur in dem aktuellen text. (wieviele hatte ich schon versucht und verworfen? fünf? oder sechs? jetzt stimmt es, ich bin sicher. endlich.) und den ansatz, um die eine wichtige szene, die wichtigste eigentlich, bis zum anschlag zu dehnen.

notieren, mitten in der nacht. also nicht einschlafen, immer noch einmal schnell wach werden. licht machen, aufschreiben. lesbar schreiben, das vor allem.

umsetzen muß ich das alles ein anderermal, noch steht mehr mietschreiberei an, morgen, übermorgen und freitag. dann kommt besuch. und dann wieder mietschreiberei am montag und dienstag, wenigstens. danach sollte ich durch sein für dezember, so ungefähr zumindest.

wie es aussieht werde ich in den lücken zwischendrin wann immer es geht mit dem kopf in papier verschwinden. weil ich anders nicht kann. so ungefähr:

diese tage, an denen ich von berufs wegen eine derartige scheiße runterreißen muß. märchenstundenpoesie vom feinsten, aber immerhin: die miete und so. muß halt sein. würgend und speiend, egal.

die beständige anrufung und einforderung von emotionen, insbesondere des sogenannten bauchgefühls, stellt in weiten teilen eine beleidigung meines intellekts dar.

trotz

darf eine müde sein, so wie ich müde bin? muß eine tragen, was ich zu tragen habe? habe ich weiter zu funktionieren, was immer es kostet? oder darf ich träumen, gegen das alles. anders sein?

weil ab morgen wieder fremdarbeit ansteht, in den letzten drei tagen mit kraft durch den text geackert. nicht schnell, nicht schluderig, aber eben durch. punktgenau. damit ich gedanklich (oder wie auch immer) nicht noch mitten drin hänge, während ich anderes zeug schreiben muß. das ist nicht gut, aber anders geht es nicht. jetzt ist der kopf leer, das herz auch. ich habe keine wahrnehmung, ob das funktioniert oder was das überhaupt sein könnte, was da nun auf vierzehn seiten steht. eine erste, eventuell lesbare fassung, mehr nicht. und romanstoff eigentlich, das habe ich in letzter zeit so manches mal gedacht, den ich da in ein kurzes erzählformat runtergekocht habe. eine art märchen, das denke ich immer noch. vielleicht eine art märchen.

jetzt ist pause, bis ungefähr weihnachten. weg mit dem text. raus aus dem kopf und alles vergessen. mal sehen, ob ich das durchhalte.

wie der whisky augenblicklich den nacken durchdringt. und die seele weich macht, die dort verkrochen hockt. einatmen wäre genug. aber schmecken und schlucken und spüren. was für ein wunder.

den ganzen tag mit der bleischwere des aufwachens herumgegeistert. überhaupt nur aufgestanden, weil da irgendwann die idee von der pfeilspitze in der kehle auftauchte. das paßt in den text und rettet mir die schöne idee von den heften zwischen den fremden büchern. bislang stand die auf der kippe, weil sie trotz aller bemühungen recht sinnfrei blieb. aber so geht es. wer keine stimme hat, schreibt in hefte. ganz einfach.

drei seiten von dreizehn. gekürzt und gestrichen. es wird.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner