
mit papier, graphit und lesebrille.
zwei seiten, zwei stunden. das material nimmt mir den atem und läßt mein herz rasen. es ist nicht das schlechteste zeichen, wenn der eigene text den schreiber berührt. aber damit will umgegangen sein, nicht nur persönlich. vor allem in bezug auf die textarbeit. insgesamt wird der text derzeit aber nicht länger durch die überarbeitung. was in dem zusammenhang ein gutes zeichen ist.
trotzdem stehe ich vom rechner auf, um die nötige pause zu machen, um tee zu kochen. und zweifle schon drei schritte später gleich wieder. an allem.
(das ist normal, ich weiß.)
seit mittwoch jeden morgen mit diesem hinterkopfschmerz aufgewacht und mich anschließend so durch den tag geschleppt. dabei wäre eigentlich migränezeit gewesen. ist das jetzt so, ist das der neue feind in mir. oder muß ich einfach nur warten bis mich der große vogel doch wieder einmal von hinten überfällt.
halb durch den text, hat auch nur ein paar stunden gedauert. morgen die andere hälfte, würde ich gern sagen. aber die zweite hälfte ist dichter, und sie soll dichter sein. dafür mit größeren löchern und gröberen sprüngen. (mal sehen, ob das geht.) deshalb klappt es wohl kaum, das alles morgen hinzukriegen. aber wer weiß.
urlaub mit der familie. das heißt mit dem auto durch ganz deutschland bis irgendwo in den alpen. ich bin bald am ende meiner kräfte, aber wir stehen immer wieder im stau. zum glück. in österreich dann kann ich nicht mehr weiter. wir stehen gerade wieder, und plötzlich habe ich vergessen, wie das geht. wie ich eigentlich mit dem auto mithalte, denn es gibt kein trittbrett, keine griffe, keinen halt. nirgends. ich weiß es einfach nicht mehr. laufe ich etwa? eine langsame kurve nach links schaffe ich noch, dann gebe ich auf. es tut mir leid, sage ich immer wieder, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. dann lasse ich los und sitze im straßengraben. das ist eine erleichterung. alles ist ruhig, die kolonne rollt langsam an mir vorbei. ich sehe nicht, ob das familienauto anhält. ich kann es nicht ändern. es tut mir leid, sage ich, immerzu im kreis. es tut mir leid, es tut mir leid, es tut mir leid. dann höre ich, daß da keine worte kommen, nur ein keuchen. ich schließe den mund und lecke die lippen. und wache auf.
heute den ersten fast ein bißchen entspannten tag seit weihnachten. keine fixtermine und nur kleine arbeitsstapel auf dem tisch. stapel, die ich derzeit ignoriere. dafür habe ich endlich einen passenden titel gefunden für den aktuellen text. vielleicht wird das also doch noch was. und draußen lächelt eine kühle sonne.
schön.
morgens gegen sechs eingeschlafen, gegen zehn dann schon wieder hoch. das darf ja nicht einreißen, bei aller frei verfügbaren arbeitszeit nicht. denn dann gibt es keine sonne mehr für mich. obwohl es in den letzten wochen eigentlich immer so war. vielleicht ein hinweis, daß die nachtzeit am besten geeignet ist für das freie schreiben. für das ich so wenig zeit finde derzeit.
trotzdem heute die letzten vier textseiten übergeputzt. mehr sicher nicht, also nicht wirklich gearbeitet. oder doch? nein, ich bin unzufrieden. sehr. ob das gefühlt stimmt? oder ob ich nur müde bin? das wird der ausdruck zeigen, die nächste runde. die bleistiftspur.