am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

luft

um endlich den neuen vinylboden im bad zu verlegen, hab ich mir heute einen urlaubstag genommen. solche arbeiten können dauern, da hab ich lieber ein bisschen luft nach hinten. ich kann und will auch nicht mehr acht bis zehn stunden täglich kloppen. mit dem feiertag am montag kommt auf jeden fall genug strecke zusammen, dachte ich.

dann hab ich heute vormittag den alten boden in knapp einer stunde rausgerissen und entsorgt. am nachmittag schnell die klebespuren beseitigt, die trittschallfolie gesäubert und besser befestigt. und anschließen nicht nur eine vinylreihe gelegt, so zum anschauen, sondern gleich mehr als ein drittel. dabei ausreichend erkennentnisse gewonnen, um zu wissen, wie ich die übergänge bewältigen kann. die türschwelle und die wandkanten. das ist alles mehr als unschön, aber so ist das eben hier. und die lösung ist einfach zu bewältigen und durchaus schön genug in einem auf retroschrott gemotzten bad. gut, dass ich nicht heute schon im baumarkt war, da hätte ich am freitag gleich wieder hingemusst.

überhaupt freitag. weil ich heute frei hatte, um eben all das zu tun, denke ich nun schon seit stunden, morgen sei samstag. (also eigentlich heute, sehe ich gerade.) mein zeitgefühl macht wirklich absurde sachen mit mir.

bonding/163

zur erinnerung: es ist keine gute idee, das schreiben in der planung hintenan zu stellen. das macht mich unzufrieden, so die erkenntnis aus dem letzten wochenende. aus vielen wochenenen eigentlich, wie auch aus anderen zeiten. egal.

ich könnte es auch unglück nennen. ich sollte mein unglück nicht derart verplanen. oder was? ach, keine ahnung.

ich bin müde heute. nach dem bürojob gab es noch einmal über zwei stunden meeting, also noch mehr büroarbeit. auch da hab ich mich verplant, wie mir scheint.

das nur zur erinnerung, …

arbeitsleben

das mit den plänen ist so eine sache, das ist bekannt. man macht sie nicht, um sie zu befolgen oder gar reibungslos umzusetzen. erfolg, erfolg, erfolg! nein, alle pläne sind dem scheitern gewidmet, bevor sie noch geschmiedet sind.

das streichen einer decke ist nicht einfach so, schnell mal eben umgesetzt. zuerst muss die kante abgeklebt, dann alles ein bisschen oder auch etwas mehr abgedeckt werden. nein, es ist kein spaß, eine decke, die dunkler ist als die wand, neu zu machen, während der raum im grunde fertig und längst wieder in gebrauch ist. wirklich nicht! und wie immer habe ich das abschließende kratzen, saugen und putzen vergessen mit einzuplanen. auch das kostet schließlich nicht nur zeit, sondern auch kraft. ich hasse putzen, auch wenn das ergebnis mich meist mit zufriedenheit segnet.

zufrieden bin ich auch mit der decke, endlich. weil alles immer auch etwas gutes haben muss, ist sie nun ein klein wenig heller als zuvor. beim ersten mal ist mir das schwarz leicht entglitten und der ton zu dunkel geraten. (das ist bekannt, dass man so viel weiß gar nicht in den farbeimer kriegt, um auch nur eine winzige nuance aufhellung hinzubekommen, ja?) das endresultat war gar nicht schlecht, auch nicht schlimm, kein bisschen. ich musste mich nicht einmal abfinden. aber jetzt erst passt es wirklich. das freut mich bei jedem blick.

untergegangen ist bei all dem das schreiben und auch der vorsichtige planungsansatz, mit der steuererklärung voranzukommen. irgendwie zwischen die küche geklemmt hat nur das übersetzen noch irgendwie geklappt. muss ja, das ist arbeit. und arbeit ist das leben, richtig?

ganz zuletzt habe ich noch, tatsächlich wie geplant, den fenstersims mit elefantenhaus versiegelt. an der stelle wird es immer so schnell schmutzig, und man kann wandfarbe so schlecht putzen. aber der neuköllner dreck will rein, kommt rein zu mir, wenn das fenster offen steht. da kann man nichts machen.

damit sollte die küche nun also fertig sein, denke ich. der boden ist an einigen stellen ziemlich durch, vor allem da, wo sich mehrfach das wasser von oben gesammelt hat.  außerdem laufe ich offensichtlich nirgends so viel auf der stelle wievor der arbeitsfläche. dabei halte ich mich eigentlich gar nicht so viel in der küche auf, denke ich, doch die spuren sagen etwas anderes. zum küchenboden fällt mir aber gerade nichts ein. ganz neu machen will ich den bestimmt nicht, ob man einzelne bereiche auffrischen kann? keine ahnung.

fertig ist man ja nie.

über fülle

schöner tag, an dem ich eines ins andere habe fließen lassen. das räumen und rumpeln, das übersetzen und das anrühren der neuen farbe für die doofe decke in der küche. der wasserschaden, immer noch, der endlich mal abgeschossen sein will. morgen. dann noch etwas ablage und schnell einen brief zur post gebracht, von dem ich kurz zuvor noch nicht wusste, dass ich ihn dringend würde schreiben müssen. nothing personal, nur behördenquark. eine aufforderung zum tätigwerden, über drei monate nach antragstellung. was für ein glück, dass mir das noch untergekommen ist, zufällig natürlich, an so einem tag.

morgen dann also streichen, zwischendrin weiter mit dem übersetzen und am abend dann unterwegs sein. schlecht daran ist, dass ich wohl nicht zum schreiben kommen werde. aber das ist ja nur morgen, danach kommt das wochenende, auch da will ich, muss ich arbeiten. nicht mehr streichen, hoffe ich, und auch nur wenig übersetzen. allerdings kommt dann noch die steuererklärung dazu, die muss ja auch mal, endlich. die stand in meinem kalender für ende august. autsch!

so sieht es aus, so ist es gut. oder auch nicht, denn ein wenig fehlt das leben in all dem. es fehlt, einfach mal zu sein. alles sein zu lassen.

naja, was soll’s. ist halt nicht, geht halt nicht. jetzt ist die zeit, zeug wegzufressen, seit jahren schon. keine ahnnug, ob das jemals endet. irgendwann, bevor ich sterbe noch, vielleicht.

ich bin mit autor*innen zusammen, irgendwo. da ist ein garten, aber auch ein haus. es wird eine lesung vorbereitet, aber ich bin nicht dabei. also ziehe ich mich zurück und spiele ein bisschen ukulele. die große, tiefe, die klingt wie eine gitarre. fast finde ich ein lied. doch dann steht eine der berühmtesten, anwesenden dichterinnen neben mir und schaut auf mich runter. oder sie schaut einfach nur, was weiß ich. ich muss kichern, da erst wird sie aufmerksam. und wundert sich, über die geräusche, die ich von mir gebe. ich winke ab, schnell, damit es nicht peinlich wird. die berühmte autorin geht weg, mein lied ist auch verschwunden. ich stehe auf und gehe zu den anderen, mit der uku in der einen hand und einem holzschwert am gürtel, das mein opa mir gebaut hat. da sitzt dann wieder diese berühmte autorin und starrt mich irritiert an. ich ziehe mein schwert, recke es in die luft. es ist winzig, an der spitze ist ein klecks sahne. das ist albern, denke ich und wache auf.

bonding/162

ich mühe mich, beständig. ich komme voran, doch ich sage nicht viel dazu. ich weiß nicht, vielleicht weil ich mir nichts mehr denke. oder ich kann es nicht halten, das denken, ich kann ja den text kaum halten.

zu sagen wäre allerdings, dass es dennoch zu funktionieren scheint. nun ja, es ist nur die letzte überarbeitung, da fällt das wagnis weg. das kreative schreiten ins nichts, während gleichzeitig der weg gefunden und geformt sein will. ohne zu wissen, wie. oder warum, dieses ewige warum, besondes ganz zu anfang. als hätte ausgerecht das an so prominenter stelle etwas verloren.

nein, überarbeitungen sind nicht der große wurf, aber sie haben ihre eigenarten und tücken. aktuell habe ich angefangen, es mit den kürzungen zu übertreiben. also musste ich die entstandenen lücken finden, die risse wieder füllen. das ist anstrengend. und das widerum hat dazu geführt, dass ich inzwischen in jedem neuen kapitel schnell die schwachstellen erkenne, das geschwätz und die ungeordnetheit.

fast überall schneide ich also besser gleich aus und um, verschiebe und lösche ich mit großer wucht. erst grob, dann feiner, schließlich alles noch einmal im ganzen. das macht spaß, aber es kostet kraft. und zeit. damit habe ich so nicht gerechnet.

es dauert und dauert, wenn man sich keine abkürzunge mehr erlauben kann. und auch keine umwege. wenn nur noch geradeaus angesagt ist, kurz und direkt in die fresse. im grunde ist es nicht zu schaffen

wirkungstreffer ohne ende.

zeitenwende

neulich habe ich radiergummis gekauft. das macht man ja selten, finde ich. radiergummis sind ja irgendwie immer da, wie von selbst. die nimmt man so mit, trägt sie zur kasse, wenn sie auf dem weg liegen. aber diesmal standen sie mit auf der einkaufsliste, zwischen brot, milch und ahornsirup. radiergummis!

das war lustig, in diesem tollen künstlerbedarfsladen zu sein. ja, so etwas gibt es hier in neukölln, ein richtig großer laden, auf zwei etagen sogar. glaube ich. all das schöne papier, die farben und formen, bücher gibt es da auch. sowieso. und viele radiergummis, so viele sorten. das war wie obst kaufen, winzig kleine beeren, umgeben von hochleistungsfrüchten.

gestern habe ich bis spät auf dem balkon gesessen, musik gehört, whisky getrunken und gequatscht. da war noch sommer, der letzte abend vielleicht, die letzte nacht. das war klar, das haben wir gemerkt und auch gesagt.

heute ist herbst.

schleifen

ein sonntag, der mit einem echten sonntagsfeeling begann, das noch dazu gemächlich anhielt. das mich also erst verließ, als ich mich an das nächste romankapitel setzte, da war es schon fast nachmittag. um dann allerdings vor allem anderen festzustellen, dass das keine einfach sache werden würde.

so ist das manchmal. überhaupt ist der übergang vom bauen zum schreiben gerne mal eine holperige angelegenheit. umgekehrt ist es einfacher, das schreiben hängt sich derzeit nicht so fest in meinem hirn. noch leichter ist der übergang zwischen den beiden brotberufen und dem schreiben. überhaupt kein problem, da bereitet mir ein unmittelbar anschließendes bauen weit mehr probleme.

wobei, all das kann morgen schon ganz anders sein, eine solche einteilung ist auch nicht wirklich wichtig. wichtig ist die zufriedenheit, die sich heute beim schreiben nicht eingestellt hat. obwohl ich viel bearbeitet habe, noch einmal gut gekürzt und gedankenstränge neu und feiner verknüft habe.

gestern beim bauen aber schon, da war ich am ende zufrieden. (und hatte natürlich gleich eine erweiterungsidee, die ich vermutlich auch umsetzen werde. so oder anders, mal sehen.)

ich sitze im bett und plane meine arbeit, die wechsel, sprünge und übergänge für die nächsten tage. und bin müde dabei, kaum dass ich die augen auf das laptop-bildschirm-schriftbild konzentrieren könnte. es ist zuviel, das weiß ich genau. ich trage material ab, seit jahren. und wenn die klinge zu dünn wird, dann bricht sie.

das weiß jeder schmied.

ein mensch ist gestorben, ein künstler. ich kannte ihn nicht, wollte aber bald mit ihm arbeiten. deshalb bin ich in seiner wohnung. die klein ist, so klein, kaum dass ich mich drehen könnte. A drückt mir eine kamera und ein stativ in die hand, damit ich für sie filme. sie sagt mir auch den weg, den ich gehen und was ich rufen soll: hallo a. aiken! (keine ahnung, wer das ist.) weil A (sie ist nicht aiken) es ist, nehme ich die kamera, finde aber keinen ansatz, keinen anfang, keinen weg. obwohl ich es will, danach suche. doch es funktioniert nicht, ich hänge fest. in mir. derweil wird die wohnung immer größer, sieht aus wie hinter einer theaterbühne. da sind auch menschen überall, die dinge transportieren. wie in einer lagerhalle. ich merke, es ist zu spät. und wache auf.

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