zwei stunden am fahrrad herumgeschraubt, versucht, die gerissene bremse zu richten. ohne erfolg. beziehungsweise mit dem erfolg, daß es jetzt zunächst einmal noch schlimmer aussieht und das besorgte ersatzteil vermutlich hin ist.
verdammt, ich war echt schon mal besser.
engl
creative writing?
die amis sind mir ja ein bißchen suspekt, auch in ihren kreativtechniken, wie ich bereits hier und auch hier deutlich zu machen versuchte. daß aber die berühmt berüchtigten schreibblockaden, die wahrlich ein horror sein können, da drüben mittlerweile tatsächlich unter anderen auch medikamentös angegangen werden, zumindest aber offensichtlich als krankheit etabliert (gebrandmarkt?) werden sollen, das hätte ich dann doch nicht gedacht.
zugzwang
es ist nicht unbedingt empfehlenswert, in berlin, auf regennassen straßen, derart eilig auf dem rad unterwegs zu sein, daß jederzeit schnellstes bremsen erforderlich ist. zumindest dann nicht, wenn der bowdenzug einer der beiden bremsen offensichtlich höchst geneigt ist, jeden moment zu reißen. (was durchaus als erlaubt zu betrachten ist, nach fast 30jähriger zweigeteilter zuständigkeit.) etwa in dem moment, da es, quer zur vielbefahrenen sonnenallee, über einen fußgängerüberweg, in den gegenverkehr.
nun gut, es gibt, wie bereits erwähnt, zwei bremsen. darüber hinaus sind berliner autofahrer, meistens sogar in neukölln, auf dumme radfahrgewohnheiten jederzeit eingestellt.
wip – lust?
es ist seltsam, wenn der text ausbricht, seitlich entweicht, ohne jedoch wegzurutschen oder gar in sich zusammenzufallen. nein, es ist anders, er macht sich partiell selbständig. als letzte zeile steht da zum beispiel:
Das Leben. Reine Lust.
das ist befremdlich, das kann doch nicht von mir sein, denke ich.
aber es ist so. und es ist richig. mein gefühl zumindest, das derzeit hochaktive textverständnis, sagt, daß die szene fertig ist. daß ich weitermachen soll.
nächste szene!
wip – geblätter
müde und orientierungslos blättere ich im manuskript. das fühlt sich nicht an wie arbeit, sondern einfach nur müde und orientierungslos. doch das täuscht, auch das muß sein. zwar habe ich die namen und figuren klar vor augen, auch deren funktion und der weitere verlauf ist mir völlig bewußt. ich weiß, wo es langgeht, der text steht ja schon, und das nicht nur grob. der weg ist vorgezeichnet, viel abweichung davon wird es kaum noch geben. doch die feinheiten, die kleineren schwünge, die privatesten einzelheiten finden sich zum teil erst noch ein.
das augenzwinkern und herzrasen, die geringen blutdruckabweichungen wie die naturgebenen einschränkungen des textkörpers, die gilt es zu ermessen und auszuwerten.
zum beispiel gibt es da zwei figuren, die sich irgendwie ähnlich sind. das ist in ordnung, das muß so sein. aber es birgt auch probleme, vor allem solcher art, daß die spannung einbrechen könnte. also muß die vorgeschichte der beiden sich deutlicher unterscheiden, so schwer mir das auch fallen wird. es tut mir fast leid für die eine figur, die es vorwiegend betreffen und die damit eine zusätzliche nuance erhalten wird. eine trübung, wie ich zugeben muß. so zumindest habe ich es mir gerade notiert.
aber wer weiß, wie sich das entwickeln wird. es handelt sich ja nicht um schachfiguren, die ein deutlich begenztes potential haben. mitunter tun ja selbst noch so gut gebriefte und bis ins letzte ausformulierte figuren einfach trotzdem was sie wollen.
wip – notiz
ein paar seiten immerhin. wenn möglich arbeite ich gleich noch ein bißchen in papier. morgen dann weiter. ich gehe auf die 100.
randnotiz: dieses zählen von seiten kommt mir selbst eigenartig vor. schließlich ist es unsinnig, daran irgendeinen erfolg festmachen zu wollen. das ist mir schon klar. dennoch mache ich das wohl seit jeher, keine ahnung warum. es fällt mir nur jetzt erst auf, weil ich es hier notiere. um stolz geht es nicht, da kommt der stapel papier wesentlich besser. vielleicht ist es so leichter, irgendein gefühl für fortschritt zu entwickeln. wo es doch nur um ideen geht, um strömungen und trübungen, nichts weiter.
richtungslos?
da möchte ich manchmal aufschreien vor schmerz und vor ekel, wenn politiker (wie) auf stichwort reagieren. wo hat er das nur her, der gute mißfelder? (das ist der mit der künstlichen hüfte, wußt ichs doch… ;-) klingt irgendwie gemerkelt.
Was fällt Ihnen spontan zu folgenden Begriffen ein:
…
Führerschaft?
MISSFELDER: Notwendig, denn die Menschen warten darauf, dass ihnen eine Richtung gezeigt wird.
(nur um mißverständnisse vorzubeugen: mich erregt weniger das wort ‚führerschaft‘, obwohl auch das durchaus gewöhnungsbedürftig ist. im besten fall halt wirtschaftsgequase. viel mehr ekelt mich der derzeitige sozialarbeiterimpetus, womöglich wahlkampfstrategie, insbesondere der merkelschen fraktion. na, das ist doch das, was ich mir mein leben lang zutiefst erhofft und ersehnt habe. daß sich endlich einmal jemand von da oben zu mir herabläßt und mir sagt, wo die richtung ist. wenn es auch leider nur ein ahnungsloser kleiner 25jähriger ist.)
quelle: tagesspiegel/heute