am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

>!

der pilzromam (susanne riedel, die endlichkeit des lichts) ist zur hälfte bewältigt, ein sprachgewaltiges und dabei doch urkomisches romantikgebilde, noch dazu im gewinnspielbusiness angesiedelt. tv pur, könnte man sagen. ein seltener genuß, überraschend auch. mit der komik hatte ich nicht gerechnet. (obwohl ich ja auch mal den klappentext hätte lesen können, da stehts drauf.)
eines aber ist ein problem. jedes einzelne >!< im schriftbild weist am oberen ende einen haken, einen kleinen strich sozusagen, nach links auf. so sieht das >!< immer ein bißchen aus wie eine >1<. und jedesmal will das geübte rechte auge sich auf den weg machen, ab nach unten, zu den fußnoten. romane haben zwar in den allermeisten fällen keine solchen, dieser zumindest ganz bestimmt nicht. aber was hilft es, wenn das hirn das durchaus weiß, das auge aber unbedingt schneller sein will? (als hätte es etwas zu sagen…)

bloggereien (4)

viel wird geschrieben und geredet über blogs als kontaktbörse. über das internet überhaupt, auf diesem gebiet ja nun eindeutig und immer noch im vormarsch. man mag nun dafür, dagegen oder desinteressiert sein. es passiert dennoch, daß man dem einen oder andere blogger plötzlich unvermittelt ins gesicht schaut.
wirklich schlimm ist das ja nicht, es sei denn man hat sich wirklich überhaupt nichts zu sagen außer: ’sorry, dich lese ich nicht.‘ (was für ein unsinn, allein von der satzkonstruktion her. wie soll man darauf dann antworten?)
besonders eigenartig ist jedoch, sieht man zuerst das gesicht, hört die stimme, weiß sich etwas zu sagen. und fängt dann an mitzulesen. nie werde ich die nette frau modeste mit ihrem blog deckungsgleich bekommen. das wäre ungerecht. und auch der greise 40something ist natürlich gangganz anders. eigentlich. vom ersten eindruck her, sowieso, aber auch vom zweiten und dritten. unvorstellbar, die lücken, die da klaffen. nahezu welten jedoch trennen das geschnatter von seiner verursacherin, wenn ich einmal so sagen darf. ich vermag es nicht anders auszudrücken und bitte vorsorglich um verzeihung. wenn ich dann noch bedenke, daß die dazugehörige person auch die erste begegnung quasi gänzlich in den sand gesetzt hat, nahezu endgültig. rettungslos. dann muß ich sagen, daß das fragmentarische des bloggens ist und bleibt. und kein ersatz ist, nur eine erleichterung. vielleicht. für die, die der sprache mächtig und auch sonst anheimgefallen sind. wahrnehmung jedoch bleibt ein wagnis, in welcher form auch immer.

bergschäden

manche tage beginnen wie zucker und enden doch im sumpf. andere fangen schon übel an. und gerade weiß ich nicht so genau, was ich eigentlich besser finde.
die wohnung unter meiner wird renoviert, seit wochen, wenn nicht seit monaten schon. in nicht nachzuvollziehender weise wird dort unmotiviert losgelärmt. heute ist offensichtlich die decke dran. und zwar die, die aus meiner sicht der fußboden meines arbeitszimmers ist. es rumpelt und röhrt dort unten, bohrer beißen sich im material fest. (wer denkt da nicht unvermittelt an zahnärtzte?) das ganze ist nah, zentimeter nur trennen mich von den gewaltigen vorgängen da unten. unter mir. es wird geschabt und gegraben, so hört es sich zumindest an. wie erdarbeiten, ausschachtungen, tagebau. und ich sitze hilflos obenauf, harre der dinge. ahnungs- und rettungslos. ich spüre es mit jeder faser meines körpers. jeden augenblick rechne ich damit, daß eine meiner fußsohlen von einem großen bohrer durchlöchert wird. oder der boden nachgibt, absackt, einsinkt. bergschäden. ich kenne das, ich bin in essen geboren.
seltsam auch, auf dem balkon zu stehen, durch das unten weit geöffnete fenster das motorengeräusch der bohrmaschine hören, das helle drehen des metalls, wie es von den umstehenden häuserwanden reflektiert wird. ebenso das röhren und vibrieren des bodens, der steine, des holzes von innen, das aus gleicher quelle stammt, und dennoch nicht dazuzugehören scheint. trittschall und luftschall, zwei grundverschiedene dinge, finden sich offensichtlich nur zusammen, wenn man das gerät selbst in der hand hält.
gerade schwingt sogar der flatscreen im rhythmus. wie wäre es jetzt mit ein wenig fleißarbeit? konzentriert und zielgerichtet? na?

ich weiß grad auch nichts…

genug!

putzen, saugen, wischen, die fenster auch noch, natürlich, bei dem wetter. und dann spülen nicht vergessen. und haare waschen. haare? brille putzen wäre auch mal wieder fällig. die eine und die andere, die sonnenbrillen gleich dazu. und wenn ich schonmal dabei bin, der bildschirm könnte es auch wieder mal vertragen. der spiegel im flur sowieso.
jetzt hab ich aber die schnauze voll.

zu tun

was sind das für tage, in denen ich mich vom kleinsten ins allerkleinste arbeite? wollte ich ursprünglich nur einen alten, uralten, text einscannen – so alt, daß er nicht einmal mehr auf der festplatte ruht – sah ich mich plötzlich unvermittelt damit beschäftigt, ihn via einleseprogramm ins word zu transferieren, um ihn – ja was eigentlich? nach über zehn jahren auf den neuesten stand bringen zu können? stilistisch zu korrigieren, wie auch das etwas ausufernde ende zu straffen?
verdammt, als ob ich aktuell nichts zu tun hätte! mal angefangen von einer schleunigst zu bewerkstelligenden gründlichen ganzwohnungsreinigung wegen dem zu erwartenden kleineren besuchsaufkommen am samstag. mannomann!

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