am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

blau

nach der arbeit schnell die kontaktlinsen rein und zum optiker geradelt. ich will sie jetzt zügig haben, diese neue sicht. dort dann alles fix gemacht, helmprobe vor der tür, ohne maske, dann die gläser gewählt, augenabstand gemessen, usw. irgendwann fragt die optikerin, die mir ja die ganze zeit tief in die augen gesehen hat, ob ich farbige linsen tragen würde. das hat mich für einen moment ein wenig verwirrt, dennoch konnte ich recht schnell mit dem kopf schütteln.

es ist ja nicht das erste mal, dass ich das höre, und ich selbst sehe das einfach nicht. auch wenn ich im spiegel danach suche, finde ich immer nur ein banales blau. blaue augen, das haben doch die meisten menschen, denke ich. oder etwa nicht?

dennoch: dieses recht dunkle und scharf konturierte blau ist ganz und gar mein eigen.

auge um auge

das war mal eine gute idee. im netz rumsuchen nach kleinen brillengestellen. es gibt ja irgenwie nur noch große, zum teil sogar riesige. und das geht gar nicht, bei meinem ausgeprägten grad an maulwurfigkeit. neben der maßlosen größe der gestelle fällt auf, dass die kunststofffassungen fast alle glänzen. es scheint keine matten ausführungen mehr zu geben, keine ahnung warum. dass ich die nicht will, hat keine praktischen gründe. das ist reine geschmacksache.

im netz aber gibt es noch alte modelle, sehr kleine metallgestelle auch, zum teil mit klingenden markennamen. rodenstock zum beispiel, von denen habe ich jetzt eine lesebrille. nachdem ich seit jahren schon mit dem lesen kämpfe, immer auf der suche nach der richtigen stelle im gleitsichtbereich, hatte ich die idee, mir eine angemessen unterdimensionierte einstärkenbrille nur zum lesen machen zu lassen. dachte, das wäre eine absurde, womöglich leicht abwegige idee. aber nicht doch, meinte der optiker, genau so wird das wohl gemacht. langes lesen mit gleitsichtbrille wird nicht empfohlen.

die brille eignet sich auch ganz hervorragend für die kleine apple-maschine, die ich gerade auf dem schoß habe. es ist so toll, sehen zu können. um lesen zu können.

außerdem hat sich beim obligatorischen sehtest herausgestellt, dass meine aktuelle alltagsbrille mächtig zu stark ist. meine sehstärke verbessert sich weiter, in den letzten jahren habe ich auf beiden augen über zwei dioptrien gutgemacht. also so in etwa ein fünftel, womit ich immer noch zur glasbausteinfraktion gehöre. aber zu starke gläser soll man nicht tragen, damit kann man nicht sehen. das war mit sogar schon selbst aufgefallen, ohne dass ich die richtigen schlüsse gezogen hätte. weil ich mit sehr alten, und damit sehr starken brillen in letzter zeit so gut wie gar nicht mehr zurechtgekommen bin.

es wird also auch eine neue alltagsbrille geben, gleich morgen. von einem edeloptiker, ein titangestell, gläsern mit hoher brechkraft und kassenverordnung, aber sicher immer noch kostspielig. ich weiß es noch nicht so genau. ist auch egal. augen sind wichtig. es ist toll, sehen zu können.

und ich kann sehen.

latein

sehr müde, sehr traurig, heute, irgendwie am ende mit allem. sonst noch was? ach, ja: winter is coming!

hilflos

was ist das nur, dass ich hier für mich, wie ich bin, mir immer wieder interpretationen meines lebens in form von hilfsangeboten vom leib halten muss. andererseits aber, wenn ich sehr konkret um hilfe bitte, dafür auch zu zahlen gewillt bin, mitunter, ganz selbstverständlich, dann lässt man mich warten. ich bekomme keine antwort, über jahre mitunter, nur freundlichen zuspruch, gelegentliche beschwichtigungen. leere versprechungen; wie sich dann mächtig druck aufbaut, von tief in mir, der mich irgendwann zwangsläufig platzen lässt. literally!

heute zum beispiel, rückblickend auf das blogbaudesaster der letzten vier bis fünf jahre. so gut wie nichts ist getan, im gegenteil, immer wieder fängt es von vorn an. oder eben nicht. wie ich mich schäme dafür, wenn ich dann auseinanderfliege. und überhaupt, dass ich andere fragen muss, und immer die, ausgerechnet, die mich nicht hören, nicht verstehen. was ist das bloß?

das macht mich derart ratlos.

der boden neben meinem bett löst sich auf, das holz splittert und bricht, am ende kann ich hindurchsehen. ich weiß nicht, was ich tun soll. eigentlich will ich es so lassen, soll passieren, was passieren muss. aber jemand ruft um hilfe, die feuerwehr vielleicht oder andere fachleute. die sperren mein schlafzimmer ab, indem sie eine plexiglasplatte in die tür schrauben. dahinter sind meine sachen, mein leben, meine nacht.

das geht nicht. es dauert nicht lang, und ich öffne die tür wieder. gäste kommen und flicken den kaputten boden mit kleinen brettern. das ist nicht schön, aber es funktioniert. ich kann wieder schlafen. dann wache ich auf und sehe, dass die wände weg sind. nicht alle, aber viele, mitsamt der türen. alles ist größer und weiter. es ist verwirrend, aber ist gut.

dann wache ich auf und weiß: ich habe arbeit.

existent

das ding ist ja, dass ich, wenn ich zu arbeiten beginne, was auch immer, muss gar nicht schreiben sein, dann vergesse ich augenblicklich meine elende existenz. normalerweise.

#insight

endlos gerödelt heute, aber kaum gearbeitet. zwischen allem habe ich nichts mehr im sinn, rein gar nichts. die welt, wie sie mir war, ist nicht mehr. auch wenn alles schon fast wieder ist wie immer. es sieht nur so aus. es kommt nicht wieder.

ich muss alles neu oder anders. oder eben nicht. lernen. das ist schmerzhaft, ich bin zu alt.

also ich muss nichts, ich muss nur arbeiten. schreiben! auch das ist schmerzhaft. aber ohne das sehe ich nichts mehr vor mir, wie früher. keine zeit, keine welt. kein sein.

das ist /wieder/ aus mir geworden.

movimiento

so sieht es aus mit mir, wenn es mich quält, bis ins innerste. sinnfrei und absurd, nicht zu vermitteln. selten nur lebe ich das aus, setze es frei, noch dazu ins netz. so also sieht es aus.

es kostet mich, das steht fest. es bringt die dinge in bewegung, menschen und illusionen. das ist gut, denke ich. den preis zahle ich gern.

was für ein eigenartiges wochenende. vieles im wechsel, neues und altes und überraschendes. viel arbeit auch, aber kaum schreiben. dabei geht es jetzt wieder ans schreiben, eigentlich. ich würde hier davon erzählen wollen, wie immer. dafür war dieses blog ja auch ursprünglich gedacht, vor inzwischen fast 20 jahren. als schreibprotokoll. für diesmal bin ich aber nicht dazu gekommen, wieder nicht.

allerdings habe ich tatsächlich gleich heute morgen mein twitter aufgeräumt. viel unhöflichkeit und dummes geschwätz entfernt, leichen auch, seit jahren tote accouts, und all die, die doch nur wackelbilder (gifs) und videos posten, die ich dann immer wieder stillstellen muss. facebook ebenso, aber das ist komplexer. da ist ein anfang gemacht, doch das geht wohl noch ein bisschen.

so gesehen schon irgendwie ein gutes wochenende, passend zumindest. jetzt bin ich erschöpft und traurig, so viel geht verloren in dieser zeit. das wichtige vor allem, in all dem driss. das tut weh, im nacken, in den kiefergelenken und hinter den augen. es sticht im rücken, das linke ohr pfeift. es reicht!

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