am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

8 stunden

heute wie gestern. stundenlang auf der suche nach einer soliden und vernünftigen ordnung in meinen backslashes, geschweiften klammern und tilden. dazu der seit monaten gährende kleinkrieg zwischen meinen bürogenossINNen, der (mir) gerade wieder einmal mächtig stinkt. beide reden kaum noch miteinander, gehen sich aus dem weg und sind froh, die/den andereN nicht sehen zu müssen. dabei sind sie ein team, arbeiten am selben projekt.

wenn sie doch mal versuchen, ein paar fachlich worte zu wechseln, oder auch nur wichtige verabredungenzu treffen, dann endet das zielgenau ohne irgendein nennenswertes ergebnis. außer dem, dass mitten im thema schleunigst abgebrochen wird, um nicht noch mehr in streit zu geraten. und dass in dem gesamten raum, in dem schließlich ich ebenfalls sitzen muss und ein klein wenig ja auch mal arbeiten, stundenlang die luft vor lauter angestrengtem schweigen zum schneiden steht.

wie eine wand.

darüber hinaus reden beide auch noch mit mir darüber, immer wieder, wenn wir mal zu zweit sind. also über sich und die schwierigkeiten, zunächst einmal. in letzter zeit aber vermehrt auch einfach nur über die/denjeweils andereN. schuldfragen und latente verzweiflung bzw. verhärtung auf beiden seiten. so ist das seit monaten, mal mehr und mal weniger schlimm.

das hängt mit derart zum hals raus.

vom wert der arbeit

nichts wert heute, nur acht stunden montägliche arbeitsschicht plus zwei stunden an- und abfahrt gelebt. danach war die luft raus, und ich zu nichts mehr zu gebrauchen. kein schreiben, nicht einmal dringend anstehende emails. einfach nichts.

code aufräumen, die ganze zeit. backslashes und geschweifte klammern sortieren, unnütze leeräume suchen und überhaupt: eine lesbare grundstruktur schaffen. endlich, nach über zwei jahren, meine eigene code-handschrift manifestieren.

das ist wichtig, das ist schließlich auch sprache. letztendlich.

in einem gewissen rahmen macht das also spaß. weil einerseits aufmerksamkeit angesagt ist, damit die stingenz nicht verloren geht. dann wieder kann man dabei denken, was man will. denn vieles ist wiederholung.

spaß also, aber heute irgendwie nicht. mein hirn rattert immer noch durch chaos und schwebt in mustern. beides ist bis jetzt, bis kurz vor mitternacht kaum zu bewältigen oder auch nur beruhigen.

und ich bin nicht einmal halbwegs fertig. wortwörtlich, nicht einmal die hälfte, seit letzter woche.

was soll ich sagen? das ist eine so andere arbeit als das schreiben. doch es zahlt mir die miete und noch vieles mehr. mein ganzes leben im grunde. seltsam. wo es doch das schreiben ist, das mein leben trägt.

es gäbe mich nicht. schon lange nicht. mehr.

der körper ist ein arschloch

so oder so ähnlich drückt ANderS sich aus, wen sie selbst mit dem ihren hadert. ich bin dann immer ein wenig erschrocken, bislang zumindest. nie käme ich auf die idee, mich derart massiv zu beschweren, weil er mal ein wenig husten und schniefen mag, der blöde körper. das geht vorbei, immerhin.

in diesem jahr, spätestens seit der gürtelrose, sehe ich das selbst ein wenig anders. bis dahin war alles so einigermaßen im lot, altersentsprechend ein wenig brüchig, mehr nicht. mit dem einem einzigen ausreißer autoimmunverwirrter natur, der sich aber über jahre am riemen zu reißen wusste. und weitgehend stillschwieg.

seit zirka vier wochen weiß ich nun nicht mehr, wo mir der kopf steht. ist das nun das rheuma? oder eine erstverschlimmerung aufgrund der massiven physioterapie? also sowas wie muskelkater, in kombination sehnendehnung und nervenreizung? geistert ein wildgewordens herpesvirus da immer noch in mir herum und lässt mich nacht für nacht nicht schlafen vor schmerzen? oder habe ich am ende nur einen fehler gemacht, als ich das bett mithilfe eines federnden lattenrostes umgebaut habe?

glaubt man an eine verbindung zwischen körper und geist, kommen noch andere faktoren ins spiel. der häßliche streit am neujahrstag, mit zunächst nicht absehbaren folgen. (ein vorgehen, das sich nur langsam wieder löst.) der plötzlich sich abzeichnende berufliche erfolg kurz darauf, den ich noch immer nicht so recht begriffen habe. (ist auch ein solches glück womöglich körperverwerfend?) und der roman nicht zuletzt. der text, der sich in den letzten wochen meiner biografie zugeneigt hat. durchaus beabsichtigt, aber deshalb nicht weniger gewagt. (die körperlichkeit des schreibens immerhin sind mir zutiefst vertraut und steht gänzlich außer zweifel.) auch das noch, auch das.

und was wohl sonst, das sich mir aktuell noch gar nicht erschließt. am donnestag, unmittelbar nach dem schreibtreffen, bin ich augenblicklich in eine derartig bleierne müdigkeit verfallen, wie ich sie lange nicht erlebt habe. eigentlich seit migränetagen nicht.

doch rechtfertigt all das eine derartige schmerzentgleisung? eine solche körperverwirrung? ist es das wert?

seit gestern denke ich daran, das motorrad aus dem winterschlaf zu wecken. oder wenigstens die batterie zu checken, im zweifel auszubauen und schon mal vorsorglich zu laden. damit es im ernstfall schnell geht.

denn es ist jetzt schon fast schon frühling. ende februar, ernsthaft? war das im letzten jahr auch so? und dann im märz, zur messe in leipzig wieder tiefschnee?

bitte nicht!

besser

langsam wird es besser, alles. kopf, nacken und schultern schmerzen aktuell nur noch in etwa so wie ein muskelkater, der darüber hinaus an den sehnen und nerven zerrt. das klingt blöd, ist aber okay. das gefällt mir. ohnehin ist dieser körper ja nur ein teilbereich meiner selbst, dem eine derart überdimensionierte aufmerksamkeit wie in den letzten tagen und wochen gar nicht gut steht.

die physio schlägt an, obwohl ich bislang kaum voll aktiv einsteigen konnte. weil sie zunächst einmal alles verschlimmert hat. soll vorkommen, hab ich mir sagen lassen. aber an sich gaukle und hopse ich herum mit dieser eigenartigen frau, die ich diesmal erwischt habe. vor fünf jahren war sie noch nicht da, da war dort alles noch ganz brav und still und bieder. aber genauso häßlich und grob eingerichtet in diesem physioladen bei mir um die ecke.

ich zeige also meine eigenartigsten tangoverdrehungen und werde dafür bestaunt. ich erkläre, wie steif und starr man auf einem motorrad zu sitzen kommt, wenn man es nicht besser weiß, sich nicht konzentriert lockert. was gar nicht so einfach ist, mit 250kg unterm arsch. da ist noch viel mehr, und alles das tue ich ohne scham und schande, wie es mir sonst zueigen ist. vor allem, wenn es um meine physis geht.

ja, ich habe einen körper, und der ist besser als man meinen mag. als ich selbst behaupte sogar, deutlich besser.

schmerz & angst & schreiben

leben besteht nicht aus schmerz, auch meines nicht. obwohl es ein wenig so aussieht, derzeit. weil ich hier darüber schreibe. es ist aber durchaus nicht so.

schmerz ist ein begleiter, mal mehr und mal weniger präsent. wie auch angst. früher war es migräne, heute eben etwas anderes. namenlos, weil der name nichts ändert. die nerven, die gelenke, das waten auf eine antwort. alles ist schmerzhaft und beängstigend.

ansonsten tue ich alles, was sich sonst auch tue. ich gehe zur arbeit, erledige mein zeug, regelmäßig baue ich an meiner wohnung weiter. das ist wunderbar, wenn der schmerz es zulässt. ich schreibe auch an dem roman, natürlich tue ich das. das ist überhaupt das wichtigste. und ich bemühe mich, meine einnahmen durch übersetzungszeug größtmöglich auszuweiten. erfolgreich, gerade heute erst. das ist auch nicht unwichtig.

wenn ich also vom schmerz schreibe, hat das einen doppelten boden. wenn nicht noch mehr böden, die mir auch nicht alle bekannt sind. vieles daran ist erinnerung. und wiederholung natürlich, das ist der langweilige part. die wiederholung durchspielen zu müssen, bis zum erkenntnisgewinn. der sich womöglich gar nicht mehr einstellt, denn irgendwann ist alles durchgespielt. dann steht da gar nichts mehr am ende. kein gedanke, kein wort, kein weg. nicht einmal eine richtung.

ich weiß nicht viel.

doch schmerz und angst sind nicht die quelle, das steht fest, wohl aber die grundlage meines schreibens. früher waren sie auch das thema, soweit ich mich erinnere. heute hat sich das gewandelt, was eine überraschung ist. ich schreibe an einer zum ende hin ausgesprochen offenen geschichte, nahezu positiv, für meine verhältnisse.

was bleibt ist der kern.

ich schreibe, weil ich sehen will. nicht, weil ich etwas zu sagen hätte. weil ich sehen kann, wo andere die augen schließen. vor angst und vor schmerz, in dem moment sehe ich hin.

dann erst beginnt die geschichte.

schmerz,

meine grausame mutter. reißt mir die flügel aus und drückst mein gesicht in den dreck. mit deinem arsch.

nachts, wenn ich nicht schlafe

dann bin ich eben wach. nicht immer ist das so, weil ich schmerzen habe. eigentlich sogar eher selten. jetzt zum beispiel.

nachts bin ich wach, weil es ruhig ist. weil alle anderen schlafen. ihre körper kommen mir nicht in den weg, ebenso ihre gedanken. endlich sind sie still. ihre absichten, gefühle und verzweiflung. ich spüre ihren atem nicht, der die luft bewegt, und ihre träume. die träumen sie ganz für sich, in der nacht. und tragen sie nicht wahllos in eine welt, die mit freuden illusionen schafft.

nachts bin ich gerne wach, ganz allein ist es gut. nicht zu träumen und nicht zu verzweifeln, aber zu leben. bis in den tag,

ende und anfang

das waren seltsame tage und schlimme nächte, völlig outstanding. so richtig klar hab ich immer noch nicht, was das denn wohl gewesen sein könnte. so bis ins letzte, das weiß ich wirklich nicht. nur dass es wieder besser geht, jetzt, das schlafen und das leben, das handeln mit diesen schmerzenden händen. alles ist fast wieder normal, so gut es eben geht. ich bin zufrieden.

das ist ein anfang. immerhin.

überhaupt scheint mir vieles derzeit ein anfang zu sein. oder auch alles. alles neu und alles zum ersten mal, mir daher völlig unvertraut. sogar jobangebote trudeln bei mir ein, über facebook und anderswo. in schönster regelmäßigkeit. jetzt, wo ich so gut wie keine zeit für so etwas habe. menschen wollen mich abwerben von da, wo ich bin. auch unter der hand, das war die krönung heute. kaum zu glauben.

es ist ganz und gar unüberschaubar, was da auf mich zukommen mag. alles offen und alles gut. egal was, daran besteht überhaupt kein zweifel. und das ist ungeheuerlich, es ist vollkommen verrückt. ich bin in höchstem maße fassungslos.

das ist es wohl, zumindest ein teil davon. das hat mich ordentlich aus der bahn geschleudert, in den letzten tagen sowieso und auch davor schon.

wobei im kern doch alles klar ist, sauber und entschieden.

ich werfe mein leben ins spiel. endlich.

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