am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

genug

nach dem letzten schluck frühstückskaffee los, um die demo am potsdamer platz abzupassen. was perfekt gelang, auf den punkt sozusagen. regenbogenfahne ans rad gepinnt und gelatscht. das ist ja das, was ich an demos am meisten hasse, dieses langsame laufen. neben den vielen menschen, der enge und dem plötzlichen lärm mitunter. hektik und ärger gab es zum glück nicht, nur ein wenig langeweile. (ein luxusproblemchen.)

auf dem weg immer wieder auch fußballfans, auch unterwegs durch die stadt, mal mehr mal weniger wartefreundig. „wenn fußball dein ding ist, ist das hier nicht sowieso dein thema“, schnauzt eine demonstrantin einen bayernfan beim nachmittagsbier an. ich halte das ja für ein vorurteil. ich kenne so einige fußballfans, sogar zwei von schalke. allen ernstes! keiner von denen ist den vielfältigen themen des lebens gegenüber unaufgeschlossen.

trotzdem: mehr schwarzgelbe, die bereitwillig auch ein bißchen regenbogenfähnchen schwenken mochten. deshalb drücke ich jetzt gerade alle daumen für dortmund. (was auch sonst, bin ja ausm ruhrpott. nur schalke, das geht natürlich gar nicht.)

stimmig

aufwachen, auf den händen liegend, die demzufolge weiterschlafen wollen. ehe sie zu kribbeln beginnen, zügig zum leben erwachen. später fäuste machen, nur kurz und mit einem lachen. aus freude an der kraft, nicht aus wut. letzendlich dastehen, mit offen, leeren händen, die sich leicht anfühlen. als hielten sie etwas, sehr wichtiges, sehr wertvolles. (so nah war es nie, das leben in mir.)

dann leise singen, beschämt und berührt. (überfordert.)

unsagbar

nach der diskurslast der vergangenen woche war mir vorhin plötzlich sehr nach so etwas wie einem gespräch. gleich nach der lesung und der hochspannenderen diskussion über weil es sagbar ist, um die ich trotz der inneren überfülle nicht herumgekommen bin. war ja auch quasi um die ecke, im taz café.

da ist so viel zu sagen, zu dem ich dann doch schweige. als wäre schon alles da, schon viel zu viel. gewalt. da muß ich doch nicht auch noch, da reicht es doch, darüber nachzudenken. ab und zu, mich zu erinnern. an den äußersten punkt zu kriechen, den ich erreichen kann. bodennah, um von dort aus.

wie es gekommen ist, so wie es ist. ich denke also nach über empathie und was mir dort fehlen mag, weil ich es bis heute nicht kenne. nur aus büchern oder filmen. und weil andere es leben. so kann ich es sehen. vielleicht ist es nicht viel, aber es ist entscheidend. ich weiß das.

ein gespräch findet nicht statt.

1,2,3 usw.

schnell nochmal und schon wieder einen frischen arztermin heute, warum auch nicht. nachbesprechung und abklärung des rheumadings neulich, der entwarnung, wie ich das inzwischen nenne. im großen und ganzen die bestätigung dessen erhalten, was ich ohnehin schon verstanden hatte. vergessen das ganze! es sei denn, es meldet sich wieder und wird dabei schlimmer. dann halt drum kümmern, aber vorher kein bißchen. nicht einmal mehr in gedanken.

im gegensatz zur rheumatologin ist die hausärztin übrigens, wie ich, der meinung, daß das dings – ich mag es nicht einmal mehr hinschreiben – gut und gerne auch ganz wegbleiben darf. und kann. selbst wenn die blutwerte eher dagegen sprächen, denn das sei trotz allem eben auch nur papier.

fein. (jetzt darf ich mich also wieder getrost um kopf- und nackenschmerzen, tangomuskelkater und den hartnäckigen pickel im rechten nasenlocheingang kümmern.)

wie ich mich bemühe, die menschen, die sich (wortlos) von mir abwenden, zu verstehen. irgendwie. wie ich dann aber doch immer nur begreife, daß ich mich zurückhalten sollte. etwas ist offensichtlich grundlegend falsch an dem, was ich bin. ich sollte mich mehr noch verbergen, von grund auf, vor allen menschen. ich sollte zurücktreten und schweigen.

um so vielleicht endlich niemanden mehr zu überfordern, zu verletzen, zu berühren. mit dem, was ich nun einmal bin.

ich frage mich also, ernsthaft und beileibe nicht zum ersten mal: ob das nun, endlich, das ende meines schreibens sein soll? das ende der sinnlosen mühe, der einschießenden angst. und die einwilligung in den schlaf.

susanne und die mimosen

heute, endlich, eine susanne ergattert. eine kleine, ohne rankgestänge, ganz so, wie ich es wollte. eine schwarzäugige für die blauäugige. dazu noch eine mimose, eine winzige, die dritte in diesem haus. das ist möglicherweise ein wenig übertrieben.

nein, mimosen kann es gar nicht genug geben. und in diesem jahr schon gar nicht.

(die tomaten machen sich auch gut. ziemlich kräftig sind sie bereits, bald geht es schon ans geizen.)

eine ziemliche woche, diese woche. erst die anspannung des montags, die am abend dann in überraschende entspannung mündete. dienstag und mittwoch auf der re:publica. keine besonderen vorkommnisse, vorwiegend einfach nur menschen getroffen. (viele menschen, 7000 sollen es gewesen sein. alle habe ich nicht geschafft.) und geschlendert, von einer veranstaltung in die nächste, manchmal auch einfach durch sie hindurch.

viel gelacht.

gestern dann beinah verschämt in einen elfenbeinturm gekrochen, zur europäischen schriftstellerkonferenz. (in die deutsche bank, unter den linden, du liebe zeit.) und wo sind da eigentlich die schriftstellerinnen? mitgemeint? nun ja, bis tief in die nacht zwischen politik und literatur, bis zur erschöpfung. bis die letzten u-bahn eilig erreicht werden mußte. höchste zeit.

es gibt noch viel zu sagen.

zurück. zu mir.

1,2,3 usw.

termin 3: läßt mich fassungslos zurück. es gilt, was ich vor wochen schon einmal ins blog geschrieben habe. mein kleines rheuma ist offensichtlich tatsächlich noch gar kein richtiges rheuma. es zieht sich viel zu schnell wieder zurück, gibt auf und läßt mich von der leine. ganz sicher will es mal ein richtiges rheuma werden, aber so gilt das einfach noch nicht. der ärztin zufolge ist das zwar unvermeidbar, es wird zwangsläufig so kommen, irgendwann. es steht in meinem blut geschrieben. allerdings kann niemand derzeit sagen, wann es soweit sein wird. ob in ein paar monaten? oder in einigen jahren erst.

ich denke ja, daß man nicht jedes potential ausschöpfen muß. da ist so viel, das schafft man doch ohnehin nicht in einem leben. ich werde also sorgfältig wählen.

doch geschafft. das, was ich vorgestern nacht noch als quasi nicht zu bewältigen erfahren habe. hat zwar den ganzen tag in anspruch genommen, inklusive einer grundlegend erschöpften grundstimmung und heftiger rückenschmerzen. die nunmehr allerdings so gut wie verschwunden sind.

geht doch. (manchmal.)

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