am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

fifty-one

eines meiner großen ziele im leben ist es ja, meinen eigenen geburtstag zu vergessen, ein einziges mal nur. ein freund von mir hat das schon im alter von irgendwas in seinen 20ern geschafft, das bewundere ich zutiefst. und ich glaube und vermute, daß es ihm nicht nur einmal so gegangen ist. (genau weiß ich es aber nicht, man trifft sich, kennt sich und das bleibt auch. aber man sieht sich manchmal auf einmal nicht mehr.)

ich selbst bin weit davon entfernt, auf diese wunderbare art unachtsam mit mir sein zu können. da habe ich also wohl noch eine weite strecke vor mir.

wenn der rücken vorzugsweise an der stelle juckt und schmerzt, die ich selbst so gut wie nicht erreichen kann. was soll das wohl bedeuten?

etwas blut der köchin

in den letzten tage wieder einmal mit bauen beschäftigt. nicht besonderes, eine reparatur im flur und ein zusätzliches kleines bänkchen für den grundrissveränderten balkon, jetzt könnte ich noch einen oder zwei töpfe mit schatten- oder halbschattengewächsten unterbringen. aber nurmehr zwei gäste, allerhöchstens. außerdem ein neues cd-regal hinter der wohnbürotür, bringt dreimal soviel platz wie die bisherige konstruktion. alles in allem wirklich nichts besonderes, wie überhaupt mein bauen nichts besonderes ist. ich tue das gern, ich kann es ganz gut, besser als so mancher. aber ein meister bin ich eher nicht.

der wahre meister war mein vater, da muß ich nur eine der beiden küchenschubladen aufziehen und mir die schwalbenschwanzverbindung ansehen, die er handgesägt hat. das ist meisterschaft. bei mir platzt der umleimer schon nach einem tag ab, zwei mal habe ich mich verbohrt und drei der seitlich eingedrehten schrauben lassen das holz unschön aufspringen. ich habe keine lust mehr, daran noch etwas zu ändern. es hält und tut seinen zweck, das ist gut so. vielleicht pinsel ich irgendwann die abgeplatzte ecke weiß. mal sehen.

inzwischen ist das werkzeug weggeräumt, die späne zusammengefegt und die wohnung wieder ganz eine wohnung. der blaue fleck am daumen juckt, die unvermeidbaren risse, die kleinen schnitte in den händen, in der haut verheilen. etwas blut muß sein, egal was man tut.

ich kehre zurück zu meiner meisterschaft, das schreiben. es gibt einen plan, es gibt material, viel material. und ich bin in stimmung, wie seit langem nicht. also los.

tun

dinge reparieren. sie wieder heil machen, wie auch gesagt wird. als kind habe ich das oft so gehört. und meine mutter hat es gehaßt, dieses wort. als würde niemals wirklich etwas heilen können. was ein irrtum ist. doch nie habe ich mich so ausgedrückt, das habe ich nicht gewagt. nicht als kind.

aber ich habe es getan. ich tue es jetzt gerade. ich tue es, immer wieder.

tangosüchtig

überproportional häufig wird mir beim tangotanzen mitgeteilt, ich solle nicht soviel denken. nun bin ich diesbezüglich ohnehin von grund auf anderer meinung, ich persönlich kann gar nicht genug denken. und ich bleibe dabei. außerdem ist es mir ein anliegen, an dieser stelle einmal festzuhalten: wer beim tango schwätzt (und nicht schwitzt), denkt zu wenig. (auch ich, mitunter.)

darüber hinaus komme ich nicht umhin, es mir endlich einzugestehen. ich komme einfach nicht mehr los von dem stoff. tango ist mir ein schleichendes, köstliches gift, das sich in meinem fall ausgesprochen langsam in meinem gemüt ausgebreitet hat und sich nunmehr anschickt, mich gänzlich zu fluten. ach.

laufen lernen

wie ich über den tango zurück zur musik gefunden habe, ausgerechnet. über das tanzen, nie zuvor bin ich darauf gekommen. den körper einzusetzen, den ganzen, nicht nur die hände, die stimme, das hirn. schmerzen sind der preis für diese späte erkenntnis, wenn der alte körper bei dem versuch, die verdrehten bewegungen zu meistern, bis an die grenzen geht. heute tief im rücken, bis in die rechte hüfte. nichts neues eigentlich und auch nur, wenn ich mich vorzubeugen wage. von den füßen und den schienbeinen ganz zu schweigen, die sind ständig mit von der partie.

außerdem nach etwas über einem jahr regelmäßigem (rudimentärem) tangogetanze festgestellt, daß ich (immer noch) falsch laufe. tatsächlich. mein leben lang dachte ich, das entengelatsche der kindheit einigermaßen überwunden zu haben. pustekuchen. ich laufe immer noch über die außenseiten der füße und tanze demensprechend, drehe statt mittig auf dem ballen irgendwo weit außen unweit des kleinen zehs. was weder der balance noch der stabilität dienlich ist und deshalb genau an diesem punkt langsam seine grenzen findet.

jetzt muß ich also laufen lernen. und das üben, schritt für schritt, auch auf der straße, fühlt sich sehr, sehr x-beinig an. verdammt.

hope

hope

jedes jahr aufs neue macht sich aus dem kleinen tontopf, in dem sich im winter nur mehr erde befindet, den ich aber dennoch gelegentlich mit etwas wasser bedenke, das leben auf ins licht. normalerweise kurz nachdem ich ihn im frühen frühjahr auf den balkon gestellt habe. diesmal hat es etwas länger gedauert, ein paar wochen. ich wollte schon aufhören, daran zu glauben. irgendwann muß ja mal schluß sein.

und nun …

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