am anfang war das wort eine mischung aus wahrnehmung und klang

versehen, versehrt

viel arbeit in den letzten tagen. neue arbeit mit gesteigerter konzentration. übersetzungsbasteleien, sehr spannend, wie sich das nach und nach zusammenfindet. zwischendrin war ich heute schnell einkaufen, mal raus an die luft, dazu ein bißchen musik in den ohren. vielleicht ein fehler, denn deshalb höre ich nicht, wie sich hinter mir jemand an die leergutpresse stellt. im weggehen remple ich ihn an, will mich kurz entschuldigen und weiter. ganz einfach, was sonst.

da packt der fremde mit beiden händen meinen rechten unterarm. und ich, die ich nichts höre, aber dennoch ziemlich sicher weiß, daß er sich seinerseits entschuldigt, reiße mich empört los, nein, vielmehr erschrocken. dann gehe ich.

er ruft noch hinter mir her, das sehe ich. seinerseits empört. hören will ich nicht, was er sagt. oder mich erklären, wo ich mich nicht erklären kann. manchmal ist alles ratlos.

vermessen

seltsamer tag. beim aufwachen ein pochen im nacken, fast bis in den kopf. bei schönstem wetter dann frust, nur frust und trübnis. ein wunder, daß die wp-pluin-updates gelungen sind, in dem zustand. verrückter abend. erst viel gerede, dummes auch, anschließend DASK. das war toll.

mir tut es ja immer gut, besonders aber an solchen von grund auf zerschossenen tagen, wenn ich auf eine komplexität stoße, die mir wie angemessen scheint. musik ist da der beste weg, die am weitesten geöffnete tür. ich weiß so wenig.

ich sollte besser wählen. das heißt, ich sollte besser umsetzen, was ich weiß. ich kann.

unter druck

so lange keine migräne mehr gehabt, daß ich sie heute beinah nicht erkannt hätte. vielleicht war es die vergangenen male aber auch nur genau so wie heute: statt schmerz und desorientiertheit als migräne zu identifizieren, dachte ich an das leben und den druck, an dunkelheit und angst. so wie als kind, als ich auch noch nichts von migräne wußte. nur von der zunehmenden düsternis der welt, die mir allerdings plausibel erschien.

so kommt alles wieder, im alter. ; )

jetzt, nach nur der hälfte der medikation, geht es schon fast wieder. dennoch werde ich gleich noch die pille einwerfen, anschließend gleich ins wasser. und dann?

leben?

seit abends um acht oder so fühl ich mich wie freitag.

whisky eingießen. gleich danach den tropfen von der hand lecken, der sich beim wiedereinkorken zunächst an den flaschenhals, dann an die finger gehängt hat.

vor ein paar tagen hat ein freund gesagt, ich sei eine gute gastgeberin. nur so nebenbei erwähnt war das, und ich finde überhaupt nicht, daß das stimmt. gästen gegenüber habe ich vor allem eines: angst. das macht aber nichts, ich mag trotzdem manchmal gäste haben. deshalb wohl funktioniert es, einigermaßen.

heute steht in einem kommentar kurz und knapp, ich verstünde es zu leben und das zu allem überfluß auch noch schön. was ich ebenfalls nur sehr selten von mir behaupten würde, schlimmer noch, was mir im grunde vollkommen fremd ist. ich und leben?! wobei ich allerdings zugeben muß, daß es rein faktisch in letzter zeit überraschend häufig vorkommt. ich mache mir darüber auch kaum noch sorgen. komisch.

wieder jemand anders hat mir gesagt, ich hätte eine wirklich sehr eigene stimme. womit zum glück nicht meine physische stimme – nicht schon wieder! – sondern die eines meiner texte gemeint war. das weiß ich natürlich, schlimm wäre es, wüßte ich ausgerechnet das überhaupt nicht. und dennoch: eine wirklich eigene stimme, die man mit fug und recht so nennen müsse. im gegensatz zu vielen anderen eigenen stimmen, die eben genau das nicht seien. und das von einem, der durchaus weiß, wovon er spricht. da blieb mir schon beinah der atem weg, für einen augenblick.

und das alles in drei tage. wo soll das nur hinführen?

der badboden

weil ich es irgendwann einmal versprochen hatte, daß ich ihn hier herzeige. so sieht es jetzt also aus. ein optisch angenehmes sowie fußwarmes hellbraun verdeckt die bisherigen, grauenhaft schlecht verlegten weißen billigkacheln. ich bin zufrieden.

yes!

vor der textarbeit noch ein bißchen bauen, das kann ja eigentlich nicht schaden. kommt aber nicht so gut, wenn dabei dann nichts, aber auch gar nichts so recht klappen will. löcher in wände bohren, das ist doch eigentlich kein problem. heute dagegen war es eine katastrophe. zwei von acht habe ich außerdem noch derart danebengesetzt, daß ich morgen noch einmal ran muß, um sie zirka einen zentimeter zu versetzen. und welcher idiotenteufel hat mich eigentlich geritten, als ich neulich im baumarkt vor den transparenten kabelbindern stand, und mich nicht entschließen konnte, einfach mal einen frischen packen mitzunehmen. jetzt fehlen mir exakt sieben.

verdammt.

mit dem schreiben war es ähnlich. bislang ist der text ein rudimentäres fragment, dem jegliches fundament fehlt. ein fürchterliches geschwätz auch, hier und da, und ich hab nicht die geringste ahnung, wo der kern sitzen könnte. immerhin bin ich tapfer einmal mitten hindurch geschaufelt und gepflügt, um mir das material wieder einzuverleiben. jetzt ist schlafen und träumen angesagt, fischen aus den zwischenwelten.

es kann also nur besser werden. vielleicht.

was für ein perfekter tag!

panzer brechen

heute den letzten physiotermin gehabt, fürs erste zumindest. selbst die eigentlich recht geringe zuzahlung für weitere anwendungen kann ich derzeit nicht aufbringen. vielleicht nächsten monat wieder oder im dezember, mal sehen. dabei hat sich dieses experiment ganz eigenartig entwickelt. deutlich weniger kopfschmerzen, stattdessen immer mehr rücken, selbst beim atmen, zug um zug mitunter. zufrieden bin ich damit nicht, aber auch nicht unzufrieden. der panzer regt sich, dahinter scheint noch leben, mitten im toten land.

besonders bemerkenswert auch, wie sich in der fangoentspannung der raum zwischen bewußt und unbewußt langsam aber sicher weitet. wie zuletzt als kind, da aber zu jeder zeit und wie von selbst, schaue ich in den sich öffnenden spalt hinein, sehe überrascht die bilder, blitzlichtartig, die ich nicht mache, nicht suche, nur finde.

wissen, es ist so viel noch zu begreifen.

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